Traditionen und erzgebirgische Gewohnheiten.


Traditionen und Gewohnheiten, Sitten und Bräuche. /traditions/.

Adventskerzen anzünden........................
Bleigiessen im Erzgebirge.....................
Drei "Heilige Abende"............................
Erzgeb. Weihnacht, seine Dauer...........
Erzgeb. Weihnacht - Symbole im Erzg.
Erzgeb. Weihnacht und die Kirschblüte.
Hutzen gehen...........................................
Kuchensingen..........................................
Lichterfest................................................
Liebesorakel............................................
Neunerlei...................................................
Osterwasser..............................................
Unternächte..............................................
Weihnachtsstollen...................................
Heiligen - Christ.......................................

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E-Mail: ludwig.eppendorf@freenet.de


Letzte Änderung am 28.10.2012
1001 Bleigießen im Erzgebirge. Flüssiges Blei wird ins kalte Wasser gegossen. Die erstarrten Formen geben Aufschluss über die Zukunft!
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1002 Osterwasser im Erzgebirge. Ein frisches Wasser aus einer Quelle, die aus Osten entspringt - nach Haus getragen. Dieses Wasser verdirbt nicht, heilt und macht vor allem schön. Aber Vorsicht! Auf dem Weg nicht umdrehen oder gar sprechen, sonst wird aus dem Osterwasser "Plapperwasser".
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1003 Lichterfeste. Mit einer Laterne gehen die Kinder zum Heiligen Abend in Ihre Kirche und unter den Klängen der Turmbläser mit ihren hell scheinenden Laternen nach Hause, um den Weihnachtsmann zu erwarten.
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1004 Erzgebirgische Weihnacht, seine Dauer. Sie beginnt im Erzgebirge am Tag nach dem Totensonntag oder am 30. November, spätestens am 1. Advent. Der Erzgebirgler holt seinen Weihnachtsschmuck hervor und steckt die ersten Lichter an. Die Weihnachtszeit dauert bis Hohneujahr, dem 6. Januar, oft länger, maximal bis zum letzten Sonntag nach Epiphanias. Die "geweihten Nächte" werden im Erzgebirge besonders liebevoll gefeiert.
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1005 Erzgebirgische Weihnacht und die Kirschblüte. Am 30. November, am Tag des Heiligen Andreas, dem Schutzpatron der Mädchen und Liebesleute holt sich der traditionsbewusste Erzgebirgler Kirschzweige in die Stube, die noch vor Weihnachten aufblühen.
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1006 Erzgebirgische Weihnacht - Symbole im Erzgebirge. Traditionelle Symbole sind:
Bergparade nach alten Vorbildern.

Blumenkinder in vielen Varianten.
Christbäume. Tanne und Fichte werden bevorzugt. Geschmückt wird oft nach der Art der Vorfahren und nicht immer im Trend der Werbung.
Engelchen u. a. Holzfiguren von Wendt und Kühn und anderen Firmen.

Hängeleuchter, (Spinnen)
Kurrendesänger, oft die traditionellen Seiffner Kirchensänger. Kurrente ist abgeleitet vom lateinischen "curro" - laufen. Also ein laufender Knabenchor, der an vielen Orten singt. Heute in der Regel schwarz gekleidet, in wenigen Fällen rot gekleidet. 1935 entwarf Max Schanz eine typische Kurrende mit schwarzem Übergewand und rundem Hut. Fünf Knaben mit dem Gesangbuch, ein Knabe mit einem leuchtenden Stern. Oft in Verbindung mit der Seiffner Rundkirche dargestellt.

Krippen
Lichterbergmann, eine Selbstdarstellung.
Lichterengel, eine Darstellung der Sehnsucht des Bergmannes, dem Licht und seines Glaubens.

Lichterhäuser
Nussknacker ist der, welcher Weihnachten "arbeiten" muss, also schwere "Nüsse" knacken.

Osterschmuck

Pyramiden und LICHTZEPTER, Pyramiden mit unterschiedlicher figürlicher Bestückung, dem Göbelwerk im Bergwerk nachempfunden.
"Bevor der Weihnachtsbaum Allgemeingut wurde, waren in ganz Deutschland Lichterpyramieden - in Schlesien Lichtzepter genannt - zu Weinhnachten üblich. Das Lichtzepter wurde am Heiligen Abend in die Kirche getragen, um diese zu erhellen, geschmückt mit Pfefferkuchen, Strohstene, Strohketten und Äpfel. In Lähn ( A-066 möglich?) stellte man eine Krippe mit der heiligen Familie. Hirten mit Herden, Engel und die drei Könige darauf. Das Zepter beteht aus dem Fußkreuz, rundem Pfosten und aus mindestens drei kreisrunden Tellern oder "Rädern". Literatur: Volkskundliches Werken, Gerda Benz, Bonn "

Räuchermänner, verkörperten den Luxus des Rauchens, und des guten Geruches.

Reifenfiguren

Schnitzereien
Schwibbogen, mit figürlichen Darstellungen, in der Regel aus dem bergmännischen Leben unter einem Halbbogen, mit Lichtern eingerahmt. Wenn die Bergleute am Weihnachtsnachmittag die Mettenschicht feiern, die letzte Schicht des Bergmannes, hängen sie ihre brennenden Grubenlampen im Halbkreis auf, also in der Form des Stollenmundloches. Aus diesem Brauch erwuchs ein Schwibbogen.

Seiffener Miniaturen

Span- & Rollbäume

Spanschachteln
Spieldosen. Sie erzeugen den wunderbaren Reiz im Zusammenwirken angezupfter Metallstimmen und vorbeiziehender Szenen. Das Hauptmotiv ist die Geburt Christi, aber auch das Leben im Gebirge, Märchen und Kinderfiguren sind üblich. Hauptmelodien sind Stille Nacht und andere Weihnachtslieder. Auch Volkslieder sind üblich.

Spielwaren, Holzspielwaren
Spielzeug in der "Schwedenhölzer"-Schachtel, der Match-Box oder ganz einfach in der Zündholzschachtel. Seiffner Miniaturen, ganz früher ein billiges Produkt, heute ein ansprechendes Sammelobjekt.
Weihnachtsberge unterschiedlicher Darstellung mit allerlei Bewegungsabläufen.
Striezelkinder, Seiffner Kinder , dick angezogen, mit roten Wangen und roten Nasen, die mit dem Bauchladen selbstgemachte Dinge zum Kauf anbieten. Aber - auch sie sind Christkinder, also Striezelkinder.
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1007 Adventskerzen anzünden. Vereinzelt stellt man am 1. Advent ein brennendes Licht, am 2. zwei, am 3. drei und am 4. vier im Hausflur oder im Vorsaal auf und legt etwas Speise hin, zum Zeichen, dass alle bereit sind auf die Geburt des Kindes. Öfter hängt man noch einen Adventskranz in den Hausflur, welcher mit 4 roten Kerzen bestückt ist.
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1008 Liebesorakel. Vor allem an den 3 Lostagen (Heiliger Abend, Sylvester und Hohneujahr) ist dazu die günstigste Zeit. Wann wind geheiratet und wie wird der Zukünftige sein? Die Vielfalt ist unerschöpflich. Neben Bleigießen kennt man Tierorakel, da horcht man auf Kühe, Hunde, Hahn und Henne. Zettel schreiben, welche unter dem Kopfkissen reifen oder schnell dem Zufall überlassen werden. Scheite ziehen, die Form der Holzscheite gibt Aufschluss über die Erscheinung des Zukünftigen.
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1009 Neunerlei Speisen zur Abendmahlzeit am 24. Dezember.
Neunerlei, Erzgebirgisches - In der Schreibweise von Johanne Amalie von Enterlein "Neinerlaa". Es wurde berühmt in ihrem "Heilig-Obnd-Lied" - und ist das Heilig-Abend-Essen. Im Lied wird auf Wurst und Sauerkraut hingewiesen.
Das Essen besteht nach allgemeinem Brauch aus sieben, aber meistens neunerlei Speisen. Sie symbolisieren Erinnerungen, Wünsche und zeigen her, was man geschaffen hat. Die Anzahl der Speisen richtete sich in erster Linie nach den Möglichkeiten in einer erzgebirgischen Familie.

Nach Erzgebirgsfritz sind es:
1. Linsen oder Erbsen
2. Bratwurst mit Sauerkraut
3. Hering oder Fischhappen mit Apfelsalat
4. Kartoffelsalat mit Halberstätter Würstchen
5. Grützebrei oder Hirsebrei oder Hagebuttensuppe
6. Schweinebraten mit Klößen
7. Semmelmilch mit gehackten Nüssen
8. Brot und Salz
9. Backpflaumen

Am meisten wiederholen sich Linsen, Erbsen, Sauerkraut mit Bratwurst oder Schweinebraten mit Klößen, Kartoffelsalat, Hering mit Apfelsalat, Hirse- oder Grützebrei und Backpflaumen, Karpfen und Semmelmich.
Gemeinen Eintopf gab es nicht. Er war in der Regel am Tag vor dem Heiligen Abend die Hauptmahlzeit, denn der "Magen" sollte nicht überladen und überfüllt zum Essen am Heiligen Abend gehen. Rauchemad sollte es am Heiligen Abend grundsätzlich nicht geben. Dieses ließ Armut erwarten.

Jede Speise hat ihre Bedeutung:

Apfelsalat ( auch rote Rüben) sollen Freude ins Leben bringen.
Bratwurst und Sauerkraut bringen Herzhaftrigkeit und Kraft, damit das Leben nicht sauer wird.
Brot und Salz ( werden im Tischtuch eingewickelt.) bringen Segen ins Haus und liebe Gäste.
Fleisch jeder Art bedeutet Wohlstand und Kraft
Kartoffelsalat bringt Fleiß und Sparsamkeit.
Klöße bedeuten Taler, großes Geld.
Kompott, dass man sich seines Lebens freuen kann.
Linsen dürfen nicht sauer sein, sonst wird das Leben sauer.
Linsen, Erbsen und Hirse bringen Kleingeld.
Milch bewirkt Schönheit.
Nüsse bringen ein langes Leben.
Backpflaumen bringen Gesundheit und erinnern an vergangene Zeiten.
Pilze, dass einem das Glück treu bleibt.
Rote Rüben als Kompott macht das Leben wieder flott.
Sauerkraut hält gesund.
Schuppenfisch bringt Geld ins Haus.
Schwarzbeer- oder Preiselbeerkompott versüßen das Leben.
Sellerie steht für Potenz und Fruchtbarkeit.
Semmelmilch erinnert an das Heiligabendstroh, welches früher in der Stube ausgebreitet wurde. Sie ist auch dafür gut, dass man sich nicht erkältet und die Nase nicht tropft.
Abends 8 Uhr muß das Essen auf dem Tisch stehen. Keinesfalls darf man das Geschirr noch am selben Abend abwaschen.
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1010 Weihnachtsstollen. Der Stollen soll das in Windeln gewickelte Christkind darstellen. Mit dieser Deutung kann man auskommen. Der alte Erzgebirgler nennt das Festgebäck Weihnachtsstollen sogar "Kindl". Wenn er einen frischen Stollen anschneidet, so schneidet er eben ein "frisches Kindl" an.

1011 Kuchensingen. Kinder ziehen von Haus zu Haus und singen Weihnachtslieder. Sie bringen die ersehnte Weihnachtsstimmung und hoffen auf etwas "Gegenliebe".
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1012 Drei "Heilige Abende" feiert der Erzgebirgler. Den Weihnachtsabend, Silvester und Hohneujahr. Das sind drei Lostage, an denen Zukünftiges wahrgenommen werden kann. Die Zeit der Propheterie. Vor allem suchen die Mädchen ihren Zukünftigen, aber auch allgemeine Wünsche will man voraussehen.

1013 Hutzen gehen. Eine alte schöne Sitte. Zusammenkommen um zu singen, erzählen, Vergangenes und Zukünftiges durchzusprechen, gut essen, 12 mal Stollen kosten, etwas trinken und klöppeln, spielen, und sich in der warmen Stube wohl fühlen - das ist erzgebirgisches Hutzen (zusammenhocken). Und da ist wirklich jeder Besucher willkommen.

1014 Unternächte Die 12 Nächte vom 24. 12 bis 5. 1.- anderorts auch vom 25.12. - 6.1. Diese Nächte zeigen vieles an. Zum Beispiel das Wetter für jeden Monat. Die Träume in diesen Nächten sollte man sich unbedingt aufschreiben!
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1015 Die Heiligen - Christ.



FbA3-C03...Diese "Heiligen Christ" sind im Besitz von Frau L. Hänel.

Dreikönigsspiel im Erzgebirge.
Behörden und Geistliche verboten regelmäßig das Spiel.
In Grünhainichen im Erzgebirge waren es um 1500 sieben Symbolfiguren. Neben dem Weihnachtsmann, zwei Hirten, ein kniender Engel die drei Könige, davon einer mit einem Schlüssel (Petrus).
Die Spiele wurden zu unterschiedlichen Zeiten zwischen Weihnacht und zum Teil bis zur Fastnacht hin aufgeführt. Auch wechselten in den einzelnen erzgebirgischen Gemeinden die Figuren im Mettenspiel am 24. Dezember, im Bescherungsspiel ab 25. Dezember, der Engelschar bis 6. Januar und der Königsschar ab 6. Januar.


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