Reisen

Erzgebirgsfritz und seine Eindrücke.
Alte Liebe- unser Ungarn, im August 2009
1001




Nr. 1001; Alte Liebe … - unser Ungarn, im August 2009.





Auf Meere, Seen und Flüssen.

Alles Wasser:

1977, Juli, Plattensee, Regattawoche mit der 20 qm Jolle "Mistral",.
1979, Juni, Plattensee, "Mistral", Segelwoche.
1981, Juni, Baikal, "Raketa" ein Tag auf dem Baikal.
1982, Juli, Plattensee, "Mistral", 7 Tage zw. Siofok und Kesthely.
1985, Aug., Schwarzes Meer, Kreuzfahrt, MS Litwa,
-------------Odessa-Suchumi-Batumi-Sotschi-Noworosisk-Jalta-Odessa.
1987, Juni; Plattensee, Segeltour, "Mistral".
1993, Juni, Ligurisches Meer, 25. Fähre, Überfahrt von Italien nach Elba
1993, Juni, Ligurisches Meer, 27. Fähre, Überfahrt von Elba nach Italien.
1998, Mai, Str. v. Messina, 08. Fähre, Überfahrt Italien--Sizilien.
1998, Mai, Tyrrhenisches Meer, 27. Schiff, Überfahrt Milazzo--Liparia.
1998, Mai, Tyrrhenisches Meer, 27. Schiff, Überfahrt Liparia--Milazzo.
1998, Mai, Str. v. Messina, 28. Fähre, Überfahrt Sizilien--Italien.
1999, Mai, 26. auf der Elbe, Geburtstagsfahrt bei Torgau
1999, Juni, Str. v. Messina, 04. Fähre, Überfahrt Italien--Sizilien.
1999, Juni, Str. v. Messina, 19. Fähre, Überfahrt Sizilien--Italien.
1999, Nov., Nilkreuzfahrt mit "MS CAIRO", Luxor--Assuan--Luxor.
2000, März, Adria, 22./23. mit "BLUE HORIZONT", Ancona--Patras.
2000, März, Adria, 29./30. mit "BLUE ISLAND", Patras.--Venedig.
2000, Nov., Adria, Kreuzfahrt, "Motorsegler MS Orkan".
---------------Rijeka-Krk-Rab-Kornati-Ilovik-Mali Losinj-Cres-Rijeka.
2001, Mai, Adria, 01./02. mit "BLUE HORIZONT" Venedig--Patras.
2001, Mai, Mittelmeer, 03./04. mit "KÖNIG MINOS" Piräus--Iraklion.
2001, Mai, Mittelmeer, 09./10. mit "FESTOS" Iraklion--Piräus.
2001, Mai, Adria, 10./11. mit "BLUE HORIZONT" Patras--Venedig.
2001, Okt., Tyrrhenisches Meer, 20./21. mit "EXELENT" Genua--Palermo.
2001, Okt., Tyrrhenische Meer, 27./28. mit "EXELENT" Palermo--Genua.
2002, März, Mittelmeer und Atlantik, Kreuzfahrt mit "MS FLAMENCO", .
---------------Genua-Granada-Madaira-Teneriffa-Lanzarote-Marrakech-Genua.
2003, Mai, Liguirsches Meer, 01./02. mit"NAPOLI" Genua--Porto Torres Sard.
2003, Mai, Ligurisches Meer, 06./07. mit "NAPOLI" Porto Torres--Genua.
2004, Aug., 14. - 29. Rhein/Neckar, Kreuzfahrt mit mps SWISS CRYSTAL
2005, Mai., 18. - Juni 05. Donau, zur Mündung mit mps SWISS CRYSTAL
2006, Mai, Tyrrhenisches Meer, 01./02. mit Fähre Napoli -- Catania
2006, Mai, Strasse von Messina, 14. mit Fähre Messina -- Giuvanni
2007, Juni, 16. - 23. 1000 km Rhein mit der MS Deutschland, Basel -Amsterdam
2008, April, 13. - 22. Mittelmeer, Kreuzfahrt mit MSC Sinfonia
---------------Genua -- Monaco -- Valencia -- Malta -- Tunesien -- Rom -- Genua
2009, Mai, 1.-11. Ostsee, Kreuzfahrt mit MS Delphin
---------------Kiel - Stockholm - Tallinn - St. Petersburg - Danzig - Kiel


Einige Beschreibungen über diese Reisen können Sie sich bei mir kostenlos wünschen, unter: "ludwig.eppendorf@freenet.de"



Alte Liebe … - unser Ungarn, im August 2009

Alte Liebe rostete nicht - so sagt man - und bei mir und meiner Frau Maria ist es eine dauerhafte Liebe geworden - auch mit Ungarn. Wir sind zum 40. Mal Gäste im schönen Ungarnland. Vor 40 Jahren, ging dies nur mit einer schriftlichen Einladung, und mit dem Zug 2. Klasse, und wir fanden alles so abenteuerlich, und so schön. Heute, an einem Sonnabend, ging es mit dem Auto recht zügig voran, wenn auch gegen 09:00 Uhr auf der Wiener Autobahn "alle Frauen" Wiens noch etwas einkaufen müssen, und dabei mit ihren schönen Autos als echtes Hindernis von mir eingeschätzt werden. Was soll es - es ging eben ein bisschen langsamer durch Wien hindurch.

Wir haben uns in diesem Jahr vorgenommen, auf den Spuren von vor 40 Jahren zu wandern. Dazu suchten wir uns eine gut geführte Pension mit dem angeschlossenen Kaffeehaus "Melange" aus, direkt unter dem Schloss von Keszthely am Westufer des Plattensees, dem ungarischen Balaton, gelegen. Man frage nur nach Csaba, 0036 83 319321, der mit seiner Frau alle Wünsche von den Augen abliest. Die Pension ist großzügig eingerichtet und wird sehr individuell geführt. In ihr muss man sich einfach wohl fühlen. Wir fanden am Ende der Saison die Ruhe, die wir suchten, um unsere Erinnerungen von vor 40 Jahren aufzufrischen - es wurde ein großer Erfolg; und wie ich heute einschätze, werden wir von der "Droge" Ungarn nicht lassen können.
Vor 40 Jahren war es nur ein erstes "Kennenlernen". Freunde, und sehr gute Freunde, waren damals notwendig, und wir fanden solche. Viele leben nicht mehr, aber Ihr Geist begleitete uns noch heute.
Symbolisch möchte ich mit so einem Geist beginnen.
Vor 40 Jahren, auf unserer Hochzeitsreise, war es wahrscheinlich reiner Zufall, dass wir am Grab der Betyáren Illés Vak und Pista Kökes unter Ihrer Weide standen, hinter der schönen, traditionell geführten "Gyöngyösi Betyár Csárda", die uns damals wie heute ein typisch ungarisches Flair vermittelt. In ihr fühlten und fühlen wir uns wohl. Damals wie heute wurden auch kleine private Anliegen mit viel Aufmerksamkeit und Liebe erfüllt.
Heute stehen wir wieder an ihrem Grab, und ihr Geist hat uns begleitet; ich habe mir den Geist von Pista gewünscht. Es ist mehr, als nur meine Fotomontage, dass dieses Erlebnis so nahe, so verinnerlicht auf uns wirkte, dass wir Pista wirklich fühlen.
Warum gerade den Pista und nicht Illés? - das ist eine ganz andere Geschichte. Ich möchte sie nur andeuten.
Als wir vor 40 Jahren Ungarn kennen lernten, da war es der altehrwürdige Pista bácsi (pischta batschi) - Onkel Pischta, mit seiner Julischka. Er hat mir viel gelernt, damit ich Land, Leute, ihre Sitten und Gebräuche schnell kennen und lieben lernte. Natürlich bin ich musikalisch vorbelastet, aber die Kassettenaufnahmen, die ich von seinen spontan gesungenen Liedern machen durfte, sind für mich noch heute ein besonderer Schatz. Er erzählte, bei dem einen und dem anderem Gläschen Wein und der kleinen Zigarre, gern von seinen Auftritten im Ausland, und er war stolz darauf, dass er 1945 in einer der ersten Sendungen im Radio singen durfte, wohl gemerkt, er war ein reines Naturtalent. Aber seine Liebe war ansteckend und so habe ich mir von den beiden Betyáren eben den Pista gewünscht, welcher dann auch unsere Phantasie beflügelte.
Viel hat sich in den vergangenen 40 Jahren verändert, das kann auch nicht anders sein. Das Essen schmeckt immer noch gut, die Menschen haben sich der heutigen Zeit angepasst, auch das muss so sein, die alten Gefühle sind etwas verdrängt, so wie die Zigeunermusik, die man vor 40 Jahren an jeder Ecke hören konnte.
Schon vor Jahren war ich überrascht, als ich einen sehr guten Freund bat, gemeinsam am Abend zur Zigeunermusik zu gehen. Er musste überlegen und gestand mir ein, dass dies gar nicht mehr so einfach sei. Wir fanden, von Esztergom kommend, noch eine Csarda mit Zigeunermusik in den Bergen.
Viele uns liebgewordenen Ecken gibt es heute leider nicht mehr. Der Wirt der sehr gut geführten Vendéglö Csárda in Gyenesdiás mit dem angeschlossenen Camping "St. Ilona", 0036 83 316803, sagte mir: "Ja, früher habe ich immer Live Musik gehabt", heute musste es ein Lautsprecher tun und die Lieder, bzw. Melodien waren recht der heutigen Zeit angepasst.
Ich glaube, dass man im Inneren immer noch etwas typisch Ungarisches sucht, auch wenn dies viele Menschen nicht zugeben wollen und lieber recht "cool" erscheinen wollen. Wie lange noch? Sollen die guten Traditionen wirklich aufgegeben werden? Ich wünsche mir und Ungarn eine Renaissance der Zigeunermusik, verbunden mit der guten Laune und immer einem lieben Lächeln, ein liebes Wort in ungarischer Sprache, deren Übersetzung man in den Augen lesen kann und natürlich die guten alten Rezepte, die wirklich besser sind als Döner; und der alte tratidionelle Kesselgulasch (bogrács gulyás) war eben das beste "Gulyás" der Welt!
Was haben wir nun diese Mal erlebt? 5 Radtouren mit über 160 km. Wir erkundeten 2-mal unser Genesdiás und Alsogyenes, besuchten die weiße Kirche "szt. Mihály-kápoha" auf dem Berg in Vonyarcvashegy und radelten bis zur Insel Kányaváre Sziget im Kis Balaton. Das war eine anstrengende Radtour. Die Ruhe auf der Vogelinsel mit ihrer reichen Tier- und Pflanzenwelt hat aber für diese Anstrengung entschädigt.
Auf dem Weinberg "Badacon" besuchten wir unseren Weinbauer und haben unsere Weinvorräte aufgefüllt. Auf dem Markt, dem Piac, konnten wir an meinem geliebten Akazienhonig nicht so einfach vorüber gehen, und diese und jene Kleinigkeit musste es auch noch sein.
Die Preise haben internationales Niveau, das Angebot ist aber noch typisch ungarisch. Hoffentlich änderte sich das nicht, und ich bekomme später das Gleiche zu kaufen, wie es in Deutschland im Supermarkt angeboten wird, das wäre sehr schade.

Kultur ist nicht billig, aber gute kulturelle Darbietungen sind für uns unverzichtbar. Die Burgruine Szigliget hat immer noch ihren Reiz, ebenso wie die Csarda an ihrem Fuß. Die Reiterspiele unter der Burg in Sümeg sind sehenswert, mit anschließender Speisung nach Ritterart. Der Burgkellerschmaus ist originell und schmackhaft. Auf die Art, völlig ohne Besteck zu essen, hatten wir uns vorbereitet, ansonsten wird man davon etwas überrascht.
Die Musik war laut und konnte trotzdem die Geräuschkulisse nicht übertönen - schade. Weniger ist da manchmal mehr. Ein Zweistündiger Walzer- und Operettenabend im Spiegelsaal von Schloss FESTETICS mit Budapester Spitzenkräften war für uns ein ganz besonders schönes Erlebnis.
Wir haben fast jeden Tag eine neue Csárda aufgesucht, auch im Weinhotel "bacchus" war es wieder recht gemütlich. Die "Gyöngyesi Betyár Csárda" nördlich von Hevis, zu Rezi gehörig, bleibt aber unser Favorit, 0036 83 373006. Am vorletzten Abend, einem Freitag, haben wir ein volles Programm genossen. Nach dem Besuch am Grab von Pisa und Illés, das ausgezeichnete Essen, Pferdedarbietungen, Tänzer und Tänzerinnen traten mit typisch ungarischer Folklore auf, die kleinen lieben Aufmerksamkeiten und die kleinen Souvenirs, das alles machte diesen Abend so einmalig schön und unvergesslich.
Nebenbei erfuhr ich, dass es wieder die Kaffeemarke Omnia gibt, und auch Traubisoda - früher fast ein ungarisches Nationalgetränk, gibt es wieder. Der ungarische "KAVE", schmeckt sehr gut, wenn auch nicht ganz so stark wie vor 40 Jahren, oder wir haben uns eben daran gewöhnt.
Am Sonntag ging es zurück. 1/4 vor 4 starteten wir, und genau 12 Uhr mittags standen wir in unserem Erzgebirge vor der Garage. Es war eine schöne, zügige Fahrt.
Dankeschön mein Ungarnland - so schön im pannonischen Becken der Karpaten gelegen.
- und ……… "a viszontlátásra! - viszlát! - szervusz - szia".
9/2009 R. Ludwig










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