Reisen

Erzgebirgsfritz und seine Eindrücke.
Reise der Erinnerng 5/2010 1001




Nr. 1001; Reise der Erinnerung, 5/2010.






REISE DER ERINNERUNGEN

2010, Mai, 16. bis 30. nach (I)-(A)-(H), Italien, Österreich und Ungarn.

1.)(Auto: (D), Eppendorf - (I), Rabland: 713 km)
(Auto: (I): 94 km)
(Auto: (I), Rabland - (A), Reifnitz: 318 km)
(Auto: (A): 262 km)
(Auto: (A), Reifnitz - (H), Keszthely: 342 km)
(Auto: (H): 223 km)
(Auto: (H) Keszthely - (D) Eppendorf: 667 km)
Auto gesamt, mit 163 Liter DK zu 189 €:2619 km)
2.) ( 11 Radtouren: 125 km)
3.) (16 Touren, Wanderungen und Spaziergänge: 57 km)
4.) (1 Lift, 1 Opernabend,2 Schiffsfahrten: 21 km)

Das soll gleichzeitig die Gliederung sein.

Natürlich geht es an erster Stelle um schöne Erinnerungen, und derer gab es sehr viele. Ungarn war unser Favorit, Österreich unsere heimliche Liebe, und Italien das Land der Überraschungen.

Auf den ersten Blick viele Kilometer, aber über 14Tage verteilt, waren es Genusstouren. Früher waren es Ausflüge an das Schwarze Meer oder rund um Sizilien - und das öfter - auch etwas länger. Einen großen Unterschied gab es, ganz früher fuhren wir einem Trabant. Die Donau in Rumänien oder Bulgarien waren genau so schön wie heute, dafür war der Trabi ohne Klimaanlage, aber es waren trotzdem sehr schöne Abendteuer. Früher wurden die zur Verfügung stehenden knappen Zeiten, das waren 18 Tage Urlaub im Jahr, bis auf die letzte Sekunde ausgenutzt. Heute pflüge ich gemütlich die Luft, und bedaure die, die mich unbedingt überhohlen wollen, die noch in der Phase leben keine Zeit zu haben. Ich genieße heute schon die Fahrten, während früher nur schnell der Zielorte erreicht werden sollte.

Mit dem Rad an der Etsch entlang zu fahren ist immer wieder ein Genuss. Neben dem Radweg die Plantagen, rechts und links die Berge. In Österreich bleibt unser Favorit seit 1989 der Wörthersee - Einmal herum, das sind so 40 km. Diesmal haben wir es auch geschafft, aber es waren "Halbtouren". Irgendwo ging es mit dem Schiff weiter oder zurück. Mit den Rädern die 15 km ins Zentrum von Klagenfurt auf den Markt sind uns zu einer liebgewordenen Tour geworden. Ein frisch gepresster Möhrensaft ist dort zur Tradition geworden.
In Ungarn kann man heute auf dem Radweg rund um den Plattensee radeln. Die Tour an den kleinen Plattensee, dem "Kiss Balaton", ist dabei fast anstrengender. Wir begnügten uns diesmal mit kleinen Touren in Richtung Szigliget und das war, wie immer, sehr erholsam. Das Rad ist uns besonders in Ungarn ein liebgewordener Begleiter. Mittwoch und Sonnabend ist in Kesthely Markttag und da dient das Rad als Warenträger.

Wandern, spazieren und bummeln - früher anspruchsvoller, anstrengender und schneller. Auf fast allen Gipfeln der Karawanken, einem Gebirgsstock der Südlichen Kalkalpen, standen wir gemeinsam, Reißek, Dobratsch und Nockberge sowie der Wiener Wald, und … und … und, aber auch im Süden hatten es uns der Triglav angetan, Vom Großglockner hatte uns ein Freund abgeraten, leider - wie sich später herausstellte. Dafür haben wir mehrmals von verschiedenen Seiten den Ätna bestiegen. Aber heute wollen wir solche Touren nun wirklich lassen. Zeit haben wir gegenüber früher sehr viel aber es darf heute auch etwas gemütlicher sein in dieser hektischen Zeit.
Spazieren ist schön, und das darf auch heute noch etwas anspruchsvoller sein. Ungarn ist dafür prädestiniert, dazu das gute ungarische Essen, wie der Zander, der Kesselgulasch, der Palatschinken oder der einfache Langos - früher ein ungarisches Nationalgericht für so Zwischendurch, aber auch heute noch vereinzelt zu bekommen.

Highlights gab es früher und gibt es heute. Früher suchten wir nach viel Klassik und Volklore, da war Ungarn eine wahre Fundgrube, auch an Mangel anderer Gelegenheiten suchte man, und fand immer wieder etwas ausgefallenes, sehr schönes. Heute ist der örtliche Rahmen weiter gesteckt, aber die Highlights haben sich stark geänderte. Früher war eine Aufführung der Oper AIDA ein unterhaltsames Spektakel mit viel Prunk und guter Musik. Heute ist die Musik ausgezeichnet, ansonsten ist auf den Bühnen, von wenigen großen Ereignissen abgesehen alles in "Uni" eingehüllt, meist dominiert die kostengünstige Farbe Grau, dabei erzählt man mir, dass dieses "Uni" wirkliche Kunst sei. Ich kann mich des Eindruckes nicht Erwehren, dass da auch der Rotstift gewirkt haben muss. Zurück zu AIDA, besonders die Stimmen im Theater in Klagenfurt konnte sich hören lassen, also doch ein beeindruckendes Ereignis.
Fahrten mit dem Schiff sind uns zu einer lieben Gewohnheit geworden. Egal ob es kleine oder große Schiffe sind (wobei die riesig großen Schiffe nicht so unser "Ding" sind), egal ob es sich um kleine kurze und weite Strecken handelte. Natürlich waren die entfernten Ziele echte Höhepunkte. Zwischen St. Petersburg, Batumi, Abu-Simbl, den Kanaren und Madeira konnten wir uns so richtig verwöhnen lassen. Nur einige seien noch genannt. Die kleinen Touren haben unbestritten auch ganz besondere Reize, ob mit einem größeren Segelboot in der Adria, einer Segeljolle auf dem Plattensee, oder einem Paddelboot auf dem Wörthersee oder der Talsperre Kriebstein, jedes Erlebnis hatte etwas ganz Besonderes an sich. Keines dieser "kleinen" Dinge möchten wir missen.
Das Flugzeug wurde auch genutzt. Aber das echte Abendteuer erlebten wir in der Transsibirischen Eisenbahn, egal ob am herrlichen Baikalsee oder am Japanischen Meer, das wirkliche Abenteuer war aber die Fahrt selbst.

Diesmal fuhren, radelten und wanderten wir auf den Spuren der Erinnerungen in Südtirol, im Tal der Etsch, in Österreich am Wörthersee und in Ungarn am Plattensee - schön - schön, sehr schön. Man sollte sich viel öfter an die schönen Dinge erinnern, ohne die weniger schönen Dinge zu vergessen.

M&R, 7/2010.







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