Reisen

Erzgebirgsfritz und seine Eindrücke.

Urlaubsfreuden 2016: 1001





2016-Urlaub

1.Reise:
Frühling auf Mallorca - "anno Domini 2016", im Februar ;
(D) -> (F) -> (E), mit dem Auto, dem Schiff und "reiseplus" zum Frühling auf Mallorca.
Andere Farben, eine völlig andere Stimmung. Das alles ist Mallorca - und noch mehr.

Ende Dezember bis in den Februar hinein häufen sich windstille milde Wetterlagen, die so genannten "cal-mes". Dieser kleine Sommer führt schon ab Februar zur Mandelblüte, was der Insel im Gegensatz zur aus-getrockneten Landschaft im Sommer ein völlig anderes Aussehen gibt.



2. Reise:
Rösselsprung (D) - (HR) - (A) im Monat Mai des Jahrs MMXVI; (1000+1000+10+6).
Aschau im Chiemgau mit seiner Kampenwand, den Trials an der Prien und auf dem Bänkelweg.
Opatija mit seinem 12 km Trial entlang der Adria
Salzburg, im Weissen Rössel am Wolfgangsee und auf dem 1567m hohen Wieserkörndl über der Spielbergalm.



3. Reise:
(S) - (N) - (DK); Auf zu den magischen "Midtsommerdagar", den Mittsommernächten!
Hinauf auf den "Trollstigen", am Geirangerfjord und in der Flambahn im Juni 2016:

Über Stockholm mit seinem Schärengarten - Oslo mit seinem Scharm, vor allem der Vigeland-Anlage im Frognerpark und seiner "Marmoroper" - zu den Trollen über die "Trollstigen", - zur schönsten Nacht am Ende des "Geirangerfjords" im Hotel Geiranger.
Mein persönlicher Höhepunkt waren die Bahnfahrten von Geilo nach Myrdal und danach die unvergessliche Fahrt, auf der schönsten und spektakulärsten Zugstrecke der Welt, mit der Flambahn.



4. Reise:

Eine "Runde Sache", im perfekten Spätsommer, im September 2016.
Sie viel fast einer Attacke zum Opfer, welche aber die Kunst der Ärzte erfolgreich vereitelte.
(D) -> (A) -> (H) -> (A) -> (CS) -> (D)


Es ging "Rund", über 1991 km, in Etappen:

zu einer Tour auf die Kampenwand im Chiemgau;

ins Hotel Servus Europa am Walsberg - Salzburg, sehr bequem, Nähe des Autobahndreiecks;

ins Heilbad "Zalaszentgrot fürdö" - ein Geheimtipp;

zum drittgrößten Schloss Ungarns, "Schloss Festetics", in Keszthely am Plattensee,
4 Nächte ins "Herrenhaus" zu unserem "Csaba";

zum Bummel durch die "Vaci ut" und entlang der Donau; zum relaxen am Pool unseres Hotels "Manzard" in Budapest, U3 - Park "Naplige" - gleich um die Ecke;

über den Naschmarkt und in das alt erwürdige Cafe Bräunerhof, natürlich zum Stephansdom, unsem "Steffl", in Wien. Zwei Tagen in die exquisiten Gästezimmer "by Löchlinger", Nähe Endstelle U1 - Leopoldau, 1,7 km bis Gerasdorf.




Weiter für 2017:

2017-04 Der Olymp und "meine Götter".

Oberwiesental,
Spreewald,
Wien und sein Riesenrad
Marokko und seine Sehenwürdigkeiten
Frankreich, mit der "ms loire princesse" auf der Loire





Für unsere Freunde G&K:



Ein ISRAELBESUCH -

- etwas Besonderes?










Inhaltsverzeichnis:


Am Anfang schuf Gott Himmel und Erde


Reisebeschreibung Israel:
(Meine Eindrücke und Ausführungen von Gabriel unserm Guide)



Einen Zipfel der Vergangenheit erwischt - Israel 1993
(Bibel, AT, Die Geschichte Palästinas, Jesus, Israel und ein Blick zurück und -vorhaus)


Etwas Zukunft
(Was war? Was wird sein?)


Zeittafeln:



Am Anfang schuf Gott Himmel und Erde

Begonnen hat alles mit den so genannten Wendegeschichten. Episoden, die zum persönlichen Aufarbeiten gedacht waren, nur Einzelbeispiele und nur ein Weniges ist dabei zu verallgemeinern.

Da brachte mich eine Freundin auf den Gedanken die Entwicklung des Erzgebirges zu untersuchen. Ich suchte alte Chronisten und sortierte das für meine Freundin interessanteste heraus. Dabei stieß ich aus die Hermundoren, Menschen die seit ehe und je in den dunklen Wäldern des Miriquidi gelebt hatten. Da kam von meiner Freundin die Frage: " ... und wo kommen nun diese Hermundoren her?" Ich fragte einen berühmten Archäologen in Israel. Ich sage nun: "Am Anfang schuf Gott Himmel und Erde."
Ich spreche von Brücken und sah diese überall und ich sehe auch heute Brücke, die in eine Zukunft führen. Ich habe mir einige Mühe gemacht und Zahlen aus der Bibel geschrieben. Nun wird es noch mehr Zweifler geben. Was sollen diese Zahlen?

Nun habe ich von jeher zu Zahlen ein gutes Verhältnis. Ich behaupte erst einmal:
"Nichts ist so relativ wie eine Zahl."
Das mag auf den ersten Blick paradox erscheinen. Zahlen sind aber nur Festlegung, z.B. auf einem Strahl; und absolute Zahlen haben auch heute relative Bedeutung. Was ist überhaupt absolut?
Beispiele.
Denken wir an das Märchen aus 1001 Nacht. Eine Kette von Erzählungen die nicht zu Ende gehen soll, ganz zu schweigen von dem 1000 - jährigen Reich, welches bekanntlich ganz andere Zeiten beinhaltete. Letzten Endes sollte die Zahl 1000 eine gewollte Unendlichkeit ausdrücken. Die Sprache und Deutung der Zahlen wäre ein neues Kapitel. An dieser Stelle nur einige Andeutungen. Unendliche Abschnitte wurden gern mir der Zahl 1000 ausdrückt. Die Zahl 40 wurde verwendet um eine sehr lange Zeit anzudeuten, die überschaubar ist und zu Ende geht. So, wenn z.B. jemand in die Wüste geht. Die Zahl 7 drückt Etappen aus die sich wiederholen, wie Dürre, Hunger oder Überschwemmungen. Die Ziffer 2 wurde auch mit " das Andere" umschrieben, usw.
Biblische Altersangaben und Namen stehen für Dynastien, in deren Schoß schon das Neue geboren wurde, oder auch verschwand.
Ich möchte versuchen Brücken zu betreten, einen Regenbogen zu spannen, von einem Anfang über heute hinweg und ich will versuchen den Mythos eines schnellen Endes zerstören zu helfen. Nicht die Suche nach der jetzigen einzigen und absoluten Wahrheit scheint mir das Richtige zu sein, oder gar das Sammeln aller, also unendlicher vieler Informationen, um danach, solle diese Sammlung wirklich abzuschließen sein, die tatsächlich richtigen eigenverantwortlichen Antworten und Lösungen zu finden, sondern der Glaube an die Kraft, die Schöpfung und deren Fortbestand.
Schön und interessant finde ich die gedanklichen Ausflüge in die Vergangenheit, aber bitte nicht mit den heutigen Maßstäben messen. Durch den Glauben kann man freier sehen und unbelasteter die täglich notwendigen Entscheidungen treffen. Ein Tor, wer dies erst tut, wenn er alles weiß!

Wie sagte mir doch Gabriele, unser Guide und Archäologe in Israel in den 90er Jahren?
"Am Kompliziertesten erscheinen mir die Reisegruppen von Geistlichen von Berufswegen. Sie nehmen mir jedes Wort auseinander, zerreißen meinen roten Faden, und meinen, das nur sie alles ganz genau wissen, da sie ja mit ihrer Weisheit das notwendige Geld verdienen, und wer möchte da öffentlich Zweifel zeigen? Ich sage aber: Wir wissen nicht genug!"
Das ist gut und nützlich; und jeder Mensch, auch ein Pastor sollte das ertragen und respektieren. Oder sollen nur die Anwesenden sehen, dass man zumindest auch so gescheit ist wie der Referierende und von Berufswegen sogar noch etwas weiser? Da muss man Widerspruch oder doch zumindest berechtigtem Zweifel anzeigt, was sollen die lieben Mitmenschen von einem halten. Man muss zeigen, dass man auch etwas weiß, etwas kann, etwas zu sagen hat, etwas besser ist, etwas vermitteln könnte, oder einfach auch noch da ist und neben dem Referierenden nicht übersehen werden möchte. Wenn schon, dann sollte man aber eine bessere Gelegenheit finden als gerade eine Exkursion ins Heilige Land. Viele versuchen es eben überall, bewusst oder unbewusst.

Genug der Rede über nutzlose Dinge, da sie doch immer wieder auftreten und erduldet werden müssen, erduldet um des lieben Friedens willen. Und keiner wird es in der Regel freiwillig zugeben, dass er sich so ähnlich verhalten hätte. Wer es aber erkennen sollte, und den Anderen anhört, und zu verstehen versucht, der zeigt wahre Größe.
Erkennen des Vergangenen, eine Gabe, eine Offenbarung, aber bitte nicht mit den heutigen, im Moment gültigen, Maßstäben messen und interpretieren.


Reisebeschreibung Israel:
Meine Eindrücke und Ausführungen von Gabriel unserm Guide
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Sb. 21.8.93, ca. 14 Uhr Ortszeit

Vom Flugplatz Ben-Gurion bei Lydda (Lod) mit dem Kleinbus nach Tel-Aviv das war ein Katzensprung.
Tel-Aviv wurde im Jahre 1909 gegründet. Nach dem Völkerrecht ist Tel-Aviv Hauptstadt.
Im Hotel "Tal" die Koffer aufs Zimmer und ab ins Mittelmeer zum baden. Danach ein schöner Strandspaziergang auf der langen Strandpromenade. Petrus erweckte hier die Tabita vom Tode. Nach dem Abendessen ein schöner Abendspaziergang durch Tel-Aviv und am Strand des Mittelmeeres.


So. 22.8.93
Fahrplan: Jaffa, - über Natanya nach Caesarea, -Haifa, -Akko, hier versteckte sich Ilias in einer Höhle. -Kibbuz in Zion zum Hotel BEIT HAVA -Atlas Hotel-.

Stadtrundfahrt und Besichtigung von Jaffa, ein Stadtteil von Tel-Aviv. Die Kirche St. Peter besichtigt, in welcher Petrus und danach Paulus predigte. Die Kirche wurde seitenverkehrt gebaut. Vorher den Gedenkstein der Gründung Israels aufgesucht. Von diesem Hügel hat man einen schönen Blick über Jaffa.

Über Natanya, welches 1927 von amerikanischen Juden gegründet wurde, fahren wir in Richtung Haifa. Die erste Besichtigung auf der Fahrt entlang der Mittelmeerküste in den Norden Israels war in Caesarea. Ein Aquädukt, das ist eine Wasserleitung auf der Brücke womit über große Entfernungen Wasser herangeführt wurde, - nicht ausgegrabene Schuttfelder mit Gegenständen früherer Zeiten, -Besichtigung des herrlichen Amphitheaters. Caesarea war Wohnort von Philippus. Petrus predigte hier im Hause des Kornelius. Paulus wurde hier der Prozess gemacht und zwei Jahre inhaftiert. Wir kauften uns eine handgemalte Vase.

Danach besichtigten wir Heifa, die Predigtstätte des Propheten Elias, an den Hängen des Berges Karmel. (Karemeliterorden). Das Karmelkloster war leider geschlossen. Von den Hängen des Karmel hat man eine herrliche Aussicht über Haifa. In der Nähe ein archäologischer Hügel mit 22 Lebensschichten.

Ein Stück weiter nach Norden die Stadt Akko, welche z. Zt. Alexander des Großen zur Hafenstadt ausgebaut wurde. Wir wanderten unter der Stadt, wo die Kreuzritter lebten. Hier kauften wir eine Ikone.

Danach sahen wir darüber die große Moschee. Als in Jerusalem die Gläubigen nicht in Ihre Moschee durften, wurde diese in Akko als zentrale Moschee genutzt. Orientmarkt und Basargasse, eine große Karawanserei, wovon es noch mehrere gibt. Napoleon konnte Akko nicht endgültig besiegen. Er scheiterte an den festen Mauern und an der Pest, die vielen Soldaten das Leben kostete.

Am Nachmittag trafen wir im Kibbuz Shavei Zion am Hotel Beit Hava in. Wir haben im Meer schön gebadet. Es war herrlich. Nach dem reichhaltigem Abendessen ein herrlicher Ausklang im und am Hotelpool. Anschließend noch ein Abendspaziergang. Die warme Luft strömt vom Meer her, die Wellen hört man leicht schlagen und bei Mondschein möchte man noch lange so sitzen und träumen.


Mo. 23.8.93
Fahrplan: See Genezareth, Kibbuz, Golan, Drusische Dörfer, - am Jordan entlang, - Jordanquellen im Oberen Galiläa, - parallel der Libanesischen Grenze, der internationalen Grenze bei Kaposchvila, der Sicher-heitszone, über Tarshiha zurück zum Kibbuz Zion.

Nach dem Frühstück ging es durch Mandel- Oliven- und Pistazienhaine durch das Obere Galiläa über Karmiel zum See Genezareth, der 210 m u.N. liegt. Bis vor zwei Jahren hatte es Sieben Jahre nicht geregnet. Man konnte weit in den See hineinlaufen. Damals fand man ein Boot aus der Zeit Christi. Es ist konserviert und wird in ca. zwei Jahren zu besichtigen sein. In Tabgha standen wir andächtig am See. Am Platz der Sieben Quellen sahen wir über das bewegungslose Wasser und hörten einen Bibeltext. Es herrschte eine ganz besondere Atmosphäre. Alle Menschen waren still geworden und hatten nachdenkliche aber frohe Gesichter.
-Speisung der 5000, -Wunder der Brotvermehrung. Wir besichtigten die Brotvermehrungskirche. Der berühmte Korb mit den zwei Fischen, den man auf den Postkarten sieht. Die Brotvermehrungskirche. Ausgrabungen aus dem Jahr 400, darüber ein relativ neues Gebäude, mit Klosterchor und Kapelle, es steht wirklich auf dem Fundament von der byzantinische Zeit, das Schönste ist der Mosaikfußboden mit etwas Einfluss der ägyptischen Kunst, da Tiere gezeigt werden. In der Mitte unter dem Altar bezeichnen Steine die Bergspitze, auf der Jesus stand und seine Lehre verbreitete.

Bezeichnend aus dieser Zeit ist auch ein Geometer, mit dem der See Genezareth zur damaligen Zeit vermessen wurde. Der Zufluss zum See ist der Fluss Jordan. Über Ihn sagt Gabriele:
"Der Jordan. Bis hierher waren die Jordanier vorgedrungen. Es ist aber die historische Grenze zur römischen Zeit, aber auch danach, wenn ich die Zeit von den Kreuzfahrern nehme. In der römischen Zeit hat der Jordan geteilt die Provinz Syrien von der Provinz Palästina. Also der Jordan ist geographisch die natürliche Grenze zwischen den beiden Seiten, und so war es auch zur damaligen Zeit, so 15 n. Chr."

Nach einer kurzen Fahrt von 5 Minuten im gut gekühlten Bus reffen wir in Capernaum ein. In der Synagoge, wo ich am Boden sitze, höre ich wie in weiter Ferne die Worte von Gabriel, unserem Guide.
"So 15 n. Chr. wird Jesus rausgeworfen, deportiert aus Nazareth, und fischt am See Genezareth. Hier lebte man von dem See. Die Fische wurden auch getrocknet und gehandelt. Die ersten Gruppen waren Ägyptisch-jüdische Gruppen, Die Große Frage ist, in der Bibel steht ja, dass er in die Synagoge ging. Was ist denn die Synagoge, die Synagoge die wir sehen, die schöne weiße Synagoge von Kalkstein gemacht, den man herbringen musste, da es hier keinen gibt. Das bedeutet auch, die Menschen, die hier wohnten, waren keine armen Menschen. Diese Synagoge, die wir heute sehen, ist aus dem 5. Jh. Wo ist aber die Synagoge zu Zeiten Christi. Da gibt es viele Spekulationen, dass vielleicht unter dieser Synagoge, da gibt es Reste von Wänden, vielleicht eine Synagoge war. Auf Masada am Toten Meer habe ich immer gesagt, es ist dort die älteste Synagoge, die wir überhaupt kennen, aber Masada ist gefallen 73 n. Chr. aber in der Bibel steht, er hat in einer Synagoge gepredigt. Es gibt Zweifel, ob hier darunter die Synagoge zurzeit von Jesu war oder nur alte Wände. Die meisten Forscher gehen davon aus, dass es die erste Aussage in der Bibel nicht im 1. Jh. gegeben hat. Das 2. Jh. ist auch noch unklar. Das heißt, die Geschichten der Apostel, genau wie die Geschichten von Abraham, ..., und Jakob wurde später verfasst, in ein Buch gegeben und verbreitet. Nicht, dass die Geschichten nicht richtig sind, aber es ist noch das eine oder andere hinzugekommen. Das ist die große Frage, gab es Synagogen hier vor Masada oder vor dem Tempel in Jerusalem. Man nimmt an, dass es vor der Zerstörung des Tempels in Jerusalem gar keine Synagogen gab. Denn die Juden sind zu Tausenden und hunderttausenden nach Jerusalem gekommen zu dem Tempel. Sie hätten überhaupt keine Synagogen gebraucht. Es ist unklar, war es so oder war es nicht so. Wir wissen nicht genug."

Fahrt zurück nach Tabgha, dem Ort der wundersamen Brotvermehrung. Über einer Anhöhe mit weitem Blick auf den See, sehen wir die Kirche der Seligpreisung. Sie erinnert an die hier angenommene Bergpredigt. Auf einem nach alten Vorlagen gebauten Boot fuhren wir auf den See von Genezareth. Er ist 22 km lang, bis zu 70 m tief. Mitten im See von Genezareth macht das Boot halt, es ist windstill und es werden die Worte, Matth. 8, 23 -27, gesprochen:

"... und er stieg ins Boot und seine Jünger folgten Ihm, und siehe da erhob sich ein gewaltiger Sturm auf dem See, so dass auch das Boot von Wellen überspielt wurde. Doch er schlief. Doch Sie traten zu Ihm, weckten Ihn und sagten: Herr hilf, wir verderben. Da sagt er zu Ihnen, Ihr Kleingläubigen, warum seid Ihr so ängstlich? Und er stand auf und hielt den Wind und das Meer an. Da entstand eine große Stille. Die Menschen aber wunderten sich und sagten: Was ist das für ein Mann, dass Ihm Wind und Meer gehorsam sind."

Nachdem wir in Tiberias vom Schiff, welches ganz der Zeit von Jesus nachempfunden ist, gegangen sind und uns etwas umgeschaut haben, fuhren wir weiter nach Norden über Migdal (Magdala) in Richtung Golan.

Das Trinkwasser in Jerusalem kommt aus dem See Genezareth. Die Pumpen liegen bei Capernaum, 12 Stück, weit unter der Erde und schleudern das Wasser nach oben, denn der See liegt bereits 200m unter dem Mittelmeer, also unter dem Meeresspiegel. Durch die einmalige Lage des Sees treten auf engstem Raum große Windbewegungen auf. Dieser Wind erzeugt sehr steile Wellen und hält in der Regel 1-2 Stunden an.

Wir fahren in die Jordanschlucht. Avocatoplantagen, Bananenpflanzun-gen, Baumwollfelder, und viele anderer Früchte gedeihen im Jordantal. Bei Gadot fuhren wir über den Jordan, weiter nach Norden zum Kibbuz Gonra. Er liegt an der Ostseite eines ehemaligen auch sehr großen Sees, der in alten Karten noch eingezeichnet ist. Dieser wurde getrocknet und dadurch fruchtbares Land gewonnen. Hier produzieren die Kibbuzniks. Es gibt in Israel ca. 3 % Menschen, die in Kibbuzim leben, die aber 17 % der Produktion erbringen. Wir wurden kurz aber gut informiert. Der Kibbuz war direkt im Kriegsgebiet mit Jordanien. Die Schutzbunker, die auch heute noch gut sein müssen, zeugen davon.
Nach dem Originalmittagessen mit den Kibbuzniks geht es weiter in steiler Fahrt auf den Golan mit Straßenkontrollen und Sandhinternissen, die gekonnt um- und überfahren wurden. Wir fahren auf dem Golan durch einen herrlich blühenden Vulkan Grader. Wir blicken über ein österreichisches UNO-Camp nach Jordanien und fahren an den Krater Birkat Ram bei Masada, der mit Wasser gefüllt ist, mit herrlichem Blick auf den höchsten Berg Hermon mit 3000m.
Wir sind im Land der Drusen -jordanierfreudliche Menschen. Sie bezeichnen sich als Nachfahren des Schwiegervaters von Abraham.
Zurück nach Westen geht die Fahrt an der Festung des Nimrod, an den Abhängen des Harmon vorbei, zu den 3 Quellen des Jordan.

Wir machen eine Rast an der Grenze zu Libanon bei Naftali. Viel Stacheldraht. Vor einer Woche hatten die Skat-Raketen eingeschlagen. Am Abend im Kibbuz Zion hörten wir uns einen Vortrag über das Leben der Menschen im Kibbuz an. Nach den Anstrengungen des Tages noch eine Anstrengung, aber sehr interessant. Der lange Weg der ersten Siedler bis zum heutigen Tag ist Ausdruck des festen Willens, von Fleiß und Ausdauer. Trotz aller Schwierigkei-ten, auch durch die Vielsprachigkeit, sieht man die erfolgreiche Entwicklung an den heutigen Ergebnissen. Neben dem ansprechenden Hotel und der traditionellen Landwirtschaft besitzt der Kibbuz eine große Plastefabrik.
Nach dem Vortrag noch ein kleiner Spaziergang am Meer zum Ausklang dieses Tages. So ein Abend am Meer sollte nie vergehen.


Di. 24.8.93
Fahrplan: Nazareth, im unteren Teil Galiläas, weiter durch dieses Stück Ebene, welches das Land so von West nach Ost durchschneidet, nach Beit Shean-(Bes-Schal) Oase Lach Ne (Drei Quellen) mit Speisung der 39 zu einem besonderen Anlass. - durch das lange Jordantal bis kurz vor dem Toten Meer nach Jericho. Auf dem Weg, den Jesus auf dem weißen Esel von Jericho nach Jerusalem ritt, vorbei am Kloster St. Georg.

In der Frühe besichtigen wir in Nazareth die Verkündigungskirche, die über dem Wohnhaus der Heiligen Familie, von Maria und Joseph, steht. Im Inneren geht es in die Grotte der Heiligen Familie. Aus der ganzen Welt wurden Kunstwerke für die Kapelle bereitgestellt. Aus Deutschland stammt das Eingangsportal. Vor der Kirche wurde die Geburt Jesu in der Grippe aus dem Holz des Ölbaumes angeboten. Ein Händler wird mit mir einig über den Preis.
Jesus verbrachte hier seine Kindheit. Enge Gassen mit viel Markttreiben der Handwerker und Händler. Obst, Gemüse, Gewürze, Geflügel, Kleidung und alles was man sich nicht denken kann. An der Stelle von Josephs Werkstatt, oder auch von seinem Wohnhaus, eine Kapelle.

Fahrt von Nazareth nach Beit- Shean. Gabriel erzählt:

"In der Ferne ist der Berg Tabor zu sehen. Dieses Quertal ist die berühmte Ebene von Israel Jezreel Valley, die schon immer eine kulturelle Grenze war, auch zu uralten Zeiten zwischen dem Süden und dem Norden. König David war es gelungen aus den 12 israelitischen Stämmen das jüdische Reich zu bilden, und zwar zwischen den babylonischen Mächten z.B. der Zititer und den Ägyptern. Das Land Israel war schon immer ein Zusammenkommen, ein Zusammenstoß zwischen den Nordmächten und den Südmächten. Und man sieht es auch, wenn man ausgräbt, den griechischen Einfluss und später den römischen Einfluss nördlich dieser Linie und den Einfluss der Ägypter im Süden bis zu diesem Tal. Dieselbe Geschichte kann man dann auch verstehen, wie die zwei Stämme Israels durch Jericho reinkommen, mit dem Richter Josua der Nachfolger Moses, der Versuch, ein Staat oder eine Nation oder ein Land von diesen 12 Stämmen zu machen hier oben in Galiläa und nur dem König David gelingt es. ( Der in Jerusalem in den alten Mauern die Harfe spielte!) Bis König Saul ist die Sache nicht gegangen. König Saul hat eigentlich den ersten richtigen Versuch gemacht, die 12 Stämme zu vereinigen, Es ist ihm aber nicht gelungen. Der berühmte Kampf zwischen ihm und den Ägyptern und den Philistern, die sich hier gebildet haben. Sein Ziel war es, das Land zu vereinigen. Die nördlichen Stämme, wie Sebulun, Archo, Navtali, usw. und südlichen Stämme wie Ebraim, Judäa, Simon u.s.w. Das ist König Saul nicht gelungen, und in dem großen Kampf, den er hier führte, nicht weit weg, im Hintergrund in den Bergen des Mt. Giboa (Gistoas). Wir fahren durch das Reich des Königs Ahab durch Mandelhaine und an uralten Olivenbäumen vorbei."

Gabriel erzählt weiter:

"Wir fahren weiter nach Bet Sahn runter, wo das alte Testament erzählt, ist er (König Saul) und sein Sohn, der gute Freund Davids, Jonathan, in diesem Kampf gefallen, und ihre Köpfe wurden aufgespießt auf den Mauern von Bet Shans. Nur König David, der Nachfolgende, der Gesalbte Israels, der Prophet Samuels, der König Israels, dem ist es gelungen, das erste Königdavidreich zu gründen, und sein Sohn, der danach kommt, König Salomon. Die beiden haben das große jüdische Reich damals erweitert. Und dann, nachdem Salomon stirbt, kommt wieder die Abzweigung. Aber diesmal war die Abzweigung anders. Die nördlichen Staaten, was sich Israel genannt haben und Judäa. Nördlich von Jerusalem gehörten zu dem Reich Judäa, und die Samariagebirge gehörten den Stämmen Israels, und wenn ich Euch den Namen von dem König sage den Ihr kennt, König Ahab oder Ehab. Sein Reich war hier, also oben. Das ist die Ebene, die wir durchfahren bis Bet Shean, weiter durch die Israelebene. Beit Shean, eine Entwicklungsstadt, in den 50er Jahren aufgebaut durch Einwanderer. Beit Shean war ein wichtiger Punkt, da Eingang in alle Täler, zum See Genezareth, zum Toten Meer entlang des Jordan und zum Mittelmeer durch das Tal, welches wir eben durchquerten. Auch nach Osten gibt es Täler."

Am Tell, der Ausgrabungsstätte, erzählt Gabriel weiter:

"Die Ausgrabungsstätte ist 5-6000 Jahre alt. Die von einem Erdbeben zerstörte Stadt hatte Theater und eine breite Straße. Ein interessantes "Tell". Hier gibt es 29 Lebensschichten. Eine wurde auf die andere aufgebaut, von den Feinden zerstört und wieder aufgebaut. In Epochen vom Calkulitikum durch die Bronzezeit, durch die Eisenzeit, durch die persische Zeit bis zu den Eliten. Wie die Griechen hier kommen, Alexander der Große, 333, das berühmte Datum, wo die griechische Invasion hier ist, entstehen diese Städte, genau wie Akko. Im Fall Beit Shan wurde auch ein Tempel gebaut. Er wurde leider ausgegraben. Es waren deutsche Archäologen, die hier Anfang dieses Jahrhunderts gearbeitet haben, und damals waren die Methoden, wie im Fall Schliemann in Troja, anders, es wurde sehr viel kaputt gemacht. Wenn die Archäologen eine Sache entdeckt hatten, waren sie sich so sicher, dass sie diese müssen runter nehmen und weiter in die Tiefe gehen und wieder abgraben und immer weiter runter gehen. So ist es passiert, dass die schönste Architektur von den Resten eines Tempels zerrissen wurde. Wir haben nur noch die Veröffentlichungen der Archäologen über das Abgerissene. So macht man es heute nicht mehr. Wenn man zu einem wertvollen Gebäude kommt, dann wird man es schützen und darauf verzichten, um festzustellen, was genau darunter ist, und man wird an der Seite weiterarbeiten. Aber, so war es nun damals. Der Haupttempel ist heute oben geblieben, und weiter unten sind andere Tempel jetzt ausgegraben worden. Was wir heute hier haben, ist die Stadt von der hellenistischen Zeit, aber hauptsächlich römische und byzantinische Zeit. Das heißt römisch, spätrömisch, d.h. +/- 2000 Jahre bis zum 8. Jh. wo die Stadt vom Erdbeben zerstört worden ist, also schon immer im Jordantal, wo diese Erdschollen immer ein wenig arbeiten. Aus Angst wurde die Stadt wahrscheinlich nicht wieder als Großstadt besiedelt, nur als Siedlung."
Danach fuhren wir ein paar Kilometer nach Nir David zur Oase der Drei Quellen. Gabriel und der Fahrer hatten uns in Beit Shean für 30 Minuten allein gelassen. Wir hatten Zeit, die Ausgrabung in aller Ruhe anzusehen und den jetzt schon ca. 80 m hohen entstandenen Berg zu besteigen, den man, wie Gabriel erklärte, stehen ließ.
Als wir zur Oase kamen, quer durch die Wüste, erschien diese uns wie der Garten Eden, also unvorstellbar. Palmen und viele fremde Pflanzen um uns her, vier tiefe und klare mit Mineralwasser gefüllte, ca. 50 m lange Senken inmitten der Palmen. Viele Menschen erholten sich beim baden und vor allem beim Picknick. Und dann die Überraschung. Direkt 30 Meter neben dem kristallklaren Wasser, unter Palmen, eine, nein, zwei große Steintafeln zu Ehren unserer Silbernen Hochzeit reichlich auf rotem Tischtüchern mit leckeren Speisen und Getränken gedeckt. Mit allen wurde angestoßen, mit Arrak und Wodka, und es konnte sich jeder seine Fladen füllen, wie er wollte, nachdem Gabriel unseren Tag und uns gewürdigt hatte. Ich durfte dieses "Jubiläumsessen" bezahlen. Es war, nach meiner Empfindung, ein sehr geringer Betrag. Eine große Menge von wohlschmeckenden Früchten konnte nicht gegessen werden. Auch weitere 40 Mann hätten dies nicht geschafft. Leider konnten wir die Speisen nicht mitnehmen. Ich bekam die Erlaubnis alle drei Seen zügig zu durchschwim-men - für mich auch eine Art der "Echten Männerprobe" - und die wurde auch in der Bibel angeführt.
Ein wirklich einzigartiger Nachmittag ging zu Ende. Danach folgte eine Fahrt zum Ausruhen, immer im gut gekühlten Bus, immer den Jordan entlang bis nahe dem Toten Meer, zur Palmenstadt Jericho.
Jericho ist vermutlich die älteste Stadt, eine altkanaanäische Königsstadt. Höhle der Versuchung, Elias macht das Wasser genießbar, Jesus heilt den blinden Bartimäus, und rief Zacharäus in seine Nachfolge. Herodes der Große baute Jericho zu seiner Winterresidenz aus. Posaunen von Jericho. Man nimmt an, dass man vor dem Lärm aus der Stadt flüchtete.
Es war heiß, aber überaus eindrucksvoll. Auf einem Seitenweg ca. 35 km lang, ritt Jesus auf einem weißen Esel nach Jerusalem, vorbei am Felsenkloster St. Georg. Diesen Weg nahmen auch wir und verweilten auf den Hügeln in Andacht und mit herrlichen Eindrücken. Unter uns das Wadi Kelt. An der nördlichen Steilwand wie ein Schwalbennest das Kloster St. Georg. Soweit man sehen kann Wüste und ein kräftiger, heißer Wind treibt uns den Sand ins Gesicht. Von meiner Frau und von Fräulein Tomoko Kubo machte ich ein Foto.

Am Abend fuhren wir in Jerusalem ein. Im Hotel Paradiese - mit mustergültigem Komfort- wurden die Koffer im Zimmer vorgefunden und dann sofort das Außenpool aufgesucht. Nie war baden so schön dachte ich, doch nur in diesem Moment, denn es gab Schöneres.


Mi. 25.8.93 Fahrplan: Jerusalem, Altstadt

David eroberte 1004 v.Chr. das damalige Urusalim von den Jebustern. 586 v.Chr. Zerstörung durch Babylonier. Unter dem Stadthalter Pontius Pilatus wurde Jesus gekreuzigt, da seine Lehre den Herrschenden gefährlich war. 70 n. Chr. wurde Jerusalem von den Römern zerstört. Ab 1949 wieder Hauptstadt. Nach dem Sechstagekrieg wurde der östliche Teil von Jerusalem annektiert, die Mauer, quer durch die Stadt verlief sie, weggenommen und vom Knesset zur unteilbaren Hauptstadt erklärt. Von 500.000 EW sind 130.000 Minderheiten, sie dürfen z.B. wählen, aber sie wählen z.T nicht.
Die Hauptkraft ist die griechisch orthodoxe Kirche. Die hat ihre Kraft bekommen, nachdem die Kreuzfahrer verschwunden sind. Zur Zeit der Kreuzfahrer war es natürlich die römisch-katholische Kirche. Die Mohammedaner, die Mamelucken u.a. haben natürlich sofort die Möglichkeit ausgenutzt, als Hauptkraft bei den Gleichen (spremus pampari), und so ist es geblieben bis heute. Es herrscht ein gewisser Status Quo auch im Rahmen der Christen hier. Und er wird eingehalten. Der heutige Bürgermeister Tetty Kollek ist ein einmaliger guter Vermittler in allen Problemen. "Sogar die Steine schweigen!", denn es gab früher auch Opfer zu beklagen, wenn Steine geschmissen wurden. Und Steine gibt es wirklich genug, nicht nur in der Wüste.
Auch heute ist zwischen Ost- und Westjerusalem alles anders, die Menschen die Kleidung u.a.m. Die schwarzen Mäntel haben als Mode vor ca. 400 Jahren angefangen. Die früheren Juden kannten sie nicht. Sie kommt aus Osteuropa und die Juden nahmen sie an, um sich von anderen zu unterscheiden. Wie es heute auch viele Menschen machen in Kleidung und Haarschnitt u.a. Erscheinungen. Die Juden wollten mit dieser Mode zeigen, dass Sie die Besseren sind. "Wir unterscheiden uns von den anderen, wir bleiben auch so angezogen." Der Messias wird durch das Goldene Tor einziehen! Warum wurde es zugemauert? Erst wenn der Messias eingezogen ist werden Sie dessen Sprache sprechen! Wen wundert es da, wenn die Orthodoxen Juden nicht hebräisch sprechen bevor der Messias wieder einzieht! Möge die Welt lernen, sich zu verstehen. Im wahrsten Sinn des Wortes. Das wäre nach meiner Meinung eine Voraussetzung, damit der Messias einziehen kann. Das die Menschen sich nicht mehr verstehen, hatte seinen Grund. (Moses 1,1-11) Jetzt sollten wir langsam lernen, uns verstehen zu lernen. Die Zeit sollte gut sein!
Nach dem guten Frühstück Besichtigung der Altstadt, zuerst des Ölberges, den David bestieg, weinte, und zu Gott betete. Darunter der jüdische Friedhof. Steine statt Blumen auf den Gräbern, da es davon genügend in der Wüste gab. Beim Abstieg sieht man die weißrussische Kirche der Maria Magdalena, von Kaiser Alexander III. zum Andenken an seine Mutter gestiftet. Darüber die schöne Barluzzikapelle Dominus Flevi, der Tränenkirche - an der Stelle wo Jesus weinte, da er das Schicksal der Stadt voraussah - Im Vorhof stolziert ein weißer Hahn. Er soll daran erinnern, dass Jesus sprach "In dieser Nacht, ehe der Hahn kräht, wirst Du mich dreimal verleugnen" (Matth. 26.34). Die Kirche Aller Nationen, denn viele Länder trugen an den Kosten, ist die Basilika der Todesangst im Garten Gethsemane mit den 2000 Jahre alten Ölbäumen. Ein kleines Stück ging es mit dem Bus weiter und nun betraten wir die Altstadt. Symbolisch begrüßte uns König David mit der Harfe. Klagemauer, z.T. mit Mauer vom Felsendom, auf dem Tempelberg, El-Aksa-Moschee, der Felsendom, oft Omarmoschee genannt, mit seinen bunten Außenwänden. Er gilt als eines der Wunder der neueren Welt. In der Mitte des Domes ein Fels.
Ein ausgedehnter Spaziergang auf dem Leidensweg Christi, der Via Dolorosa, mit seinen Leidensstationen und den vielen Händlern, hinauf zur Grabeskirche, oft auch die der Wiederauferstehung genannt. Durch das linke Doppelportal tritt man ein. Der Stein der Ölung liegt gleich vorn. Rechts der Golgathahügel, die Schädelstätte. Dort sind die Stationen 10 und 13. (Verteilung der Gewänder Jesus, das Nageln ans Kreuz, die Richtstätte und die Abnahme vom Kreuz.) Stufen führen von Golgatha hinunter zur Kapelle der Heiligen Helena. Noch darunter liegt die Gruft der ehemaligen Byzantinerkir-che. Hier wurden die Reste des Kreuzes gefunden.

Links vom Eingang geht es zum Grab selbst. Anstellen ist angesagt. Ein Moor lässt immer so 3-4 Menschen in das Grab. Da es mehrere Auslegungen gibt, gibt es auch noch einen Schädelfelsen und ein Gartengrab im Norden des Damaskustores.
Jerusalem kann ich nicht beschreiben, man muss es sehen. Die Wüste reicht von Osten bis an den Stadtrand. Am Nachmittag besuchten wir das Israel Museum. Im Schrein des Buches, richtig in dessen Inneren, unter einem symbolischen runden Deckel, konnten wir Teile der in Israel verbliebenen Rollen vom Toten Meer besichtigen. Eine der Rollen beinhaltet das Handbuch der Gehorsamkeit.

Am Abend machten wir eine schöne Nachtfahrt mit dem Bus. Vorbei an den alten Wasserspeichern, vorbei am Jungmännerwerk - heute auch mit Frauen und gar nicht billig -. Ich fühle mich angesteckt und tanze mit auf der Straße.

Do. 26.8.93 Fahrplan: Jerusalem, Neustadt, Bethlehem,

Es war ein gemütlicher Tag. Basare waren auch dabei.

Wir fuhren durch das alte jüdische Viertel von Jerusalem. Die schwarzen Gewänder der orthodoxen Juden fallen auf. Anschließend besichtigten wir die Diamantenfabrik. Der kleinste Diamant kostete 1000 DM minus 17% Mehrwertsteuer. Wir fuhren zur Knesseth, Israels Parlament und der gegenüberliegenden Menorah, einem siebenarmigen Leuchter, Symbol Israels. Außerhalb von Jerusalem besichtigten wir die Kirche Johannes des Täufers. Etwas unterhalb befindet sich eine symbolische Quelle, für uns ein schönes Fotomotiv.
In der Gedenkstätte der Opfer des Holocaust sahen wir uns nur das "Haus" der Kinder an, ein Spiegelwunder zum Nachdenken. Gut und billig konnte man hier zu Mittag essen. Es gab bei uns Klitscher mit Apfelmus. Danach sahen wir uns die bunten Glasfenster von Chagall in der Synagoge des Hadassa-Krankenhauses an. Biblische Zitate sind von Chagall in der Vorbereitung der 12 Fenster benutzt worden.
Nachmittags fuhren wir nach Süden. Auf einem Hügel erscheint Bethlehem. Der Name bedeutet auf Hebräisch "Haus des Brotes" und auf Arabisch "Haus des Fleisches". Auf großen Wiesen rechts und links der Straße hüten schwarz gekleidete Hirten Ziegen und Schafe. Eine der Wiesen nennt sich Hirtenfeld, denn hier kündigte der Engel die Geburt Christi an. Auf diesen Wiesen spielte sich auch die Liebesgeschichte zwischen Ruth und Boas ab, die im Buch der Ruth erzählt wird. Ihr Sohn Obed war der Großvater Davids. David, der erste König der Juden, wurde in Bethlehem geboren, tausend Jahre vor der Geburt Jesu, Gottes Sohn. "In jenen Tagen gab Kaiser Augustus ein Gebot für die Volkszählung des gesamten Reiches aus". Eine der Hauptfunktionen der römischen Verwaltung war die Steuerauflage, und die von Augustus gewollte Volkszählung hatte den Zweck einer sicheren und sofortigen Eintreibung. Da der Regel nach jeder Grundbesitzer seinen Grundbesitz erklären musste, kehrte Joseph von Nazareth nach Bethlehem zurück: "... mit Maria, seiner schwangeren Braut. Jetzt kam für sie, als sie dort weilten, der Augenblick der Entbindung und sie gebar ihren ersten Sohn, den sie in Windeln in eine Krippe legte, weil sie sonst keinen Raum in der Herberge hatten".
So beschreibt das Lukasevangelium das Ereignis, das die Geschichte der Menschheit veränderte. Eine kleine Höhle befindet sich genau unter dem Hauptaltar der Kirche. Ein silberner Stern am Boden in der kleinen Apsis zeigt die Stelle der Geburt Jesu. Die Basilika der Geburt Jesu ist heute groß gebaut. 1646 schmolzen die Türken das Dachblei, um daraus Kanonenkugeln zu machen. Damals beschloss die christliche Gemeinschaft, das Eingangstor zu verkleinern, da die Ungläubigen zu Pferd hindurch ritten. Diese heute nur 1,20 Meter hohe Tür wird "Tür der Bescheidenheit" genannt.

Der Andenkenladen war nicht so billig, wie es Gabriel angekündigt hatte.

Am Abend wurde wieder ausgiebig gebadet und dann mit dem öffentlichen Verkehrsmittel ins volle Menschenleben im wahrsten Sinne des Wortes. Basargänge nur voll Menschen und viel Lärm. Tanzende Menschen auf zugeteilten Straßen und ein schöner Flecken im Lichterschein an einer gemeinsamen Tafel zum gemütlichen ausruhen, essen und trinken.

Fr. 27.8.93 Fahrplan: Das Tote Meer

Eine Fahrt vorbei an Beduinenlagern, die gar nicht so arm sind wie sie aussehen. Kinder betteln aus Tradition mit "backschich".

Ein erster Stopp an einem Gasthaus "Der Gute Samariter". Das ist der, welcher Jesu gefallen hat (Lukas 10.25-37). Ein weiterer Halt an dem Stein der die Höhe 0.0 m ü.M. angibt. Da waren wir schon 800 m von Jerusalem runter und nun ging es noch 400 m talwärts unter den Meeresspiegel zum Toten Meer. Wüste und Berge, soweit man sehen kann. Es gibt einige Wüstenwanderer. Israelis an den Wochenenden und einige Ausländer. Es soll sehr schön sein. Jetzt ein Aufenthalt an der Stelle, wo ein Hirtenjunge die Höhlen entdeckte, in denen er die berühmten und noch nicht ausgewerteten Schriftrollen von vor 2000 Jahren fand: Die Höhlen von Qumran konnten leicht in das lockere Gestein gegraben werden. Es waren die Schatzkammern der Qumraner. Sie haben die Höhlen wieder geschlossen ohne eine Spur zu hinterlassen. Es gab dadurch bis zu ihrer Entdeckung keine Grabräuberei. Auch viele Gefäße wurden gefunden. Hier habe ich eine Pflanze in der Wüste gefunden. Auch war ab und zu eine einzelne Akazie, ein Schirmbaum zu sehen. Vorher sammelte ich auch schon Steine. Ab und zu fahren wir an kleinen Oasen mit Dattelhainen vorüber. Im Bus ist es angenehm kühl, die Fenster fühlen sich aber heiß an. Eine Außentemperatur, welche schlecht zu messen ist, heiß und trocken aber gesund, da die Luft vor allem keimfrei ist.
Ein Stopp in der Oase En Gedi. Eine herrliche Landschaft der Kontraste. Das Versteck Davids vor König Saul. "En" ist eine Wasserquelle und "Gedi" ist das hebräisch Wort für die Wüstenziege oder den Steinbock. Davon gibt es sehr viel, wie wir auch sehen können. Sie leben alle frei zu Tausenden. Von den vegetarischen Steinböcken leben die Leoparden, die es in großer Zahl gibt. Es gibt strenge Jagdgesetze. Ein paar Hühner haben die Leoparden in den Kibbuzim aber schon gefressen. An den steilen Hängen kann man die Meeresablagerungen besonders gut sehen, mitten in der Wüste. Weiter gibt es noch Schlangen in der Wüste. Sie scheuen aber den Menschen und verstecken sich vor der Hitze. Heute ist es besonders warm. Über 40 Grad und am Meer verbrennt man sich die Füße im Sand. Wenn man zum 80 m hohen Wasserfall will, muss man eine Bergtour machen. Es gibt einen Kalkulitischen Tempel von der Periode des Kalkulitikum so 4000 Jahre vor Christi. En Gedi war das Lebensmittel Reservat für die Festung Masada. Hier wächst ein giftiger grüner Apfelbaum. Nicht anfassen! Die Fäden im Inneren des Apfels wurden als Dochte für die Öllampen verwendet.
Wir fahren weiter am Toten Meer entlang. Vor 600 000 Jahren war hier alles Meer. Es reichte bis zum See Genezareth und war ein lebendes Meer. Hier findet man, wenn man etwas buddelt, viele Fossilien. Heute hat das abgeschnittene Meer ohne Abfluss über 30% Salzgehalt. Am Toten Meer arbeiten schon lange Jordanier und Israeliten zusammen, um das Salz zu gewinnen. Auch das Süßwasser wird gemeinsam genutzt. Es geht ein "Süßwasser Rohr" über die Grenze, da es in Jordanien genug Süßwasser gibt. Ab und zu kommt Wasser aus dem Kalkstein, das sich im Winter im Gestein gesammelt hat. So kommt es an manchen Stellen raus. Dort sind dann die Oasen.
In Masada ging es mit der Schwebebahn 300 m in die Höhe - oben sind wir aber immer noch unter dem Meeresspiegel- auf die Festung des Großen Herodes. Es gab einen Chronisten aus der Zeit Herodes des Großen. Es zeigt sich, dass er sehr gut berichtet hat. Masada hat 2 Hauptphasen. Großkönig Herodes baut hier eine Festung mit dem Palast, den wir zum Teil sehen werden, mit großen Vorratskammern und 18 riesigen Wasserzisternen und einer weißen Wand als Signal, oder mehr? In der Festung ist überall eine schwarze Linie zu sehen. Alles, was unter der schwarzen Linie liegt, ist über 2000 Jahre alt. Von oben sieht man gut, wie einst das Meer verlief und auch, wie das Tote Meer im Süden weitergeht. Die zweite Phase setzt 70 Jahre später ein. Mit der Synagoge und der römischen Rampe. Es gab soviel Wasser auf der Festung, dass man sich Gärten und Bäder leisten konnte. Extrem dicke Wände sorgten für angenehme Kühle. Fenster wurden besonders hoch gebaut, ganz im Typ einer Festung. Laut Flavius Josephus, dem Chronisten, kämpften 960 Juden ums Überleben. 3 Jahre belagerten die römischen Legionen die Festung, um symbolisch die schon geschlagenen Juden auch auf der Festung zu vernichten. Man begann, als dies nicht gelang, eine 300m hohe und kilometerlange Rampe aufzuschütten. Die Arbeit dauerte 1 1/2 Jahre. Man baute unter Dächern aus Häuten. Auf der Ebene schob man dann einen Rammbock nach oben und fand nur tote Juden vor. Bis auf drei lt. des Chronisten, die es ihm erzählt hätten, haben sich alle umgebracht. Die letzten 10 zogen ein Los. Der Letzte steckte die Festung in Brand und stieß sich ein Schwert ins Herz.
Als wir mit der Bahn wieder unten ankamen, war es dort auch nicht kühler. Jeder hatte auf der Festung eine Flasche mit Mineralwasser mitgenommen und auch ausgetrunken. Es war heiß. Zum Mittag trafen wir im Kurort bei Neve Zohar, bzw. nördlich davon am Toten Meer zum baden ein. Hat sich etwas mit baden. - schwimmen ist nicht. Nur auf dem Rücken, sonst kippt man um. Wassertreten geht auch nicht, man rutscht zur Seite weg. Auf keinen Fall kann man untergehen. Das Wasser hatte über 30% Salz in sich. Kein Leben ist im Meer, keine Schiffe fahren. Pottasche und Salz wird produziert und sogar von den Japanern gekauft. Ich hatte keine Probleme im Wasser. Die anderen eigentlich auch nicht, nur da alles ungewohnt ist, haben viele Angst, obwohl man nun mal nicht untergehen kann. Aber alle sehen aus wie bleierne Enten. Nur spritzen soll man nicht. Man macht es auch nicht wieder, wenn man einmal einen Wassertropfen im Auge hatte. Aber am Strand sind Süßwasserduschen und damit ist der eingetretene Schaden, der sich in Form von Augenbrennen bemerkbar macht, schnell behoben. Mich musste man als Letzten aus dem Wasser holen. Zurück durch Sand, Steine und Sonnenglut, die nicht messbar ist. Meine Fußsohlen habe ich mir verbrannt, obwohl ich schnell die wenigen Meter bis zur Dusche gerannt bin. Badeschuhe sollten unbedingt sein. Meine hatte ich im Koffer im Hotel gelassen.
Über das Tote Meer wäre viel zu berichten. Aber wen interessiert was? Aus diesem Grund nur einige prinzipielle Anmerkungen. 400 Meter unter normal Null, das sind 400 Meter mehr Luftsäule -konstant hohe Luftdichte, -konstant hoher Luftdruck (Verhalten von Gasen!), -konstant geringe UV-Strahlung, laufende Verdunstung der 920 Quadratkilometer großen Fläche einer hochprozentigen Salzlösung, -"mineralhaltige" Ablagerungen, -keimfreie Luft in Bodennähe durch sehr hohe Temperaturen, vor allem der Sandflächen. Aus all diesem und noch mehr lässt sich einiges ableiten. Ich behaupte, dass es eine die Gesundheit fördernde Gegend ist.

Im Hotel das rettende kühle Nass im Pool. Ausgiebig und sooo schön war es darin.
Ein Abendessen besonderer Art hatten sich unsere Gastgeber einfallen lassen. Ich habe am Tisch als einziger trotzdem koscher gegessen, bin also als einziger "rein" geblieben. Man bot als etwas Besonderes Fleisch an so richtig für Europäer.

Sb. 28.8.93 Fahrplan: Jerusalem, Hotel Paradiese, Tel-Aviv

Den ganzen Vormittag haben wir am und im Pool verbracht. 12 Uhr und 45 Minuten traf ein kleiner Bus für 8 Personen vor dem Hotel Paradiese in Jerusalem ein. Um 16,20 Uhr hob die Maschine vom Flugplatz Ben-Gurion - östlich von Tel-Aviv - ab, landete 19 Uhr, 30 Minuten in München. 19,45 saßen wir im Auto und 23 Uhr, 40 Minuten waren wir vor unserer Garage in Eppendorf. Es blieb also noch eine gute Zeit, um den Sonntag gut ausgeschlafen zu beginnen.

Eine Kleinigkeit. Auf der Gangway in Israel wehte uns eine "laue" Priese von ca. 38-41 Grad C. um die Ohren. Als ich zu Hause früh ans Thermometer schaute, las ich 2 Grad C. ab. Auch das sind Unterschiede, aber ganz anderer Art, aber fast schmerzlich. Die Wärme in Israel hat mir persönlich gut getan und heute sehne ich mich danach.







Einen Zipfel der Vergangenheit erwischt - Israel 1993

Vorwort: (Aus Passionsspiele 2000, Oberammergau)

Gegen Jesus meldete sich zu allen Zeiten Widerstand. Alles, selbst religiöse Gesetze und Vorschriften, werden immer wieder umgedeutet - Worte ge- und verbogen, dem "Neuen" angepasst - auf die Interessen von Gruppen hin - sogar die Intentionen der Evangelien lassen sich verkehren. Das Passionsspiel - Anklage des Judentums oder Spiegel unserer selbst? Es will unser aller Anliegen deutlich machen, das Ur-Drama der Menschheit, ein Konflikt, der sich zu jeder Zeit wiederholt, im Leben des Einzelnen, im Leben der Gesellschaften. Nicht zuletzt hat man vergessen, dass Jesus ebenso Jude war wie seine Mutter, wie Magdalena oder alle Apostel, und im Übrigen die erste christliche Gemeinde. Was die Kreuzigung betrifft, so war sie eine römische allgemein anerkannte Art der Hinrichtung.
Es ist nicht die Absicht, die Schuld zu lokalisieren, schon gar nicht kollektiv eine Schuld zuzuweisen. Es gibt ein Netzwerk von Schuld, ein Wirrwarr politischer, religiöser und psychologischer Motive, die nicht zu entwirren sind. Juden und Christentum - Die lebenden Bilder im Passionsspiel 2000 in Oberammergau mit ihrem Verweis auf die Glaubensgeschichte Israels, besonders die Vergleiche mit Moses sollen dazu dienen, die Kontinuität im Glauben beider Religionen zu sehen.


Einen Zipfel der Vergangenheit erwischt - Israel 1993

Jesus: lat.gr.hebr. "Gott hilf" - "Jehoschua" - "Jeschua". Er lebte ca. 4 v. Chr. bis 30 n. Chr. im heutigen Israel. Seine Eltern waren Nazarener, die als die ersten Christen angesehen werden. Die heutige Verkündigungskirche in Nazareth steht über dem Wohnhaus der heiligen Familie. Jesus verbrachte hier seine Kindheit und Jugend. Jacob, sein Vater war Zimmermann. Maria, seiner Mutter wurde an der Stelle der heutigen Verkündigungskirche der Gottessohn verkündigt. Mit ca. 35 Jahren wurde Jesus gekreuzigt, da seine Lehre den Herrschenden nicht angenehm war. Führer, Messias, der Gesalbte, Sohn Gottes, der Erlöser. Seine Lehre findet man vor allem im Neuen Testament.
614 zerstörten Perser mit Hilfe der Juden Nazareth. Unter dem Kreuzfahrer Tancred wurde es 1099 wieder aufgebaut. 1263 zerstörte der Mamuluckensultan Baibars die Verkündigungskirche und alle christlichen Einrichtungen. Am heutigen Bau haben Christen aus aller Welt beigetragen. Die Heutige Kirche wurde 1969, einschließlich einer Grotte eingeweiht.

Bitte nicht so schnell. Ein Zipfel der Vergangenheit bei einer Reise in das heilige Länder erwischt? Wo beginnen? Einmal mit dem, worüber nicht gern als erstes gesprochen wird. Jesus war Jude. Ehe man die alten Dinge betrachtest, muss man etwas über die Juden erfahren.

Im 14. Jh. v. Chr. gingen Hirtenstämme von der arabischen Halbinsel kommend nach Palästina. Israeliten sind Juden und Juden sind Israeliten, sie sind Angehörige ihres Stammvaters, des Erzvaters Jacob, "Gottesreiter". Er, Jacob ist der Ahnherr, der nach ihm benannten 12 semitischen Stämme Israels in Altpalästina. Der Name Jacob ist schon 1220 v. Chr. in Ägypten bezeugt. Bis ca. 1000 v. Chr. war es ein großes einheitliches Reich unter den Königen Saul und David. Ihre Hauptstadt heißt heute Jerusalem. Das Reich Davids teilte sich in zwei Reiche. Israel im Norden wurde 1004 v. Chr. vom Heerführer Paul gegründet, und 772 v. Chr. von den Assyrern erobert. Das zweite Reich beherrschte Juda. Juda war der Sohn des Jakob und der Lea. Jakob gilt als Stammvater eines südpalestinenzischen Stammes zwischen dem heutigen Jerusalem und Hebron. Man findet dort die Grabstätte der Familie des Abrahams.
Die Eroberung um 587 v. Chr. durch Nebukadnezar II., dem Babylonier, bedeutete das Ende dieses Staates. Die Juden wurden in die babylonische Gefangenschaft geführt. 539 v. Chr. kehrte ein Teil der Juden nach Judäa zurück. 70 v. Chr. folgte die endgültige Unterwerfung der Juden durch Rom. Der Tempel in Jerusalem wurde zerstört. 132 n. Chr. kam es zum Aufstand der Juden unter Bar-Kochba. Bis 1917 wechselhafte Besitzansprüche. Zuletzt 400 Jahre durch das Omanenreich. 1917 wird Palästina durch die Alliierten erobert - Britisches Mandat. 15. Mai 1948 wurde nach starken Einwanderungen der Staat Israel proklamiert.

Nehmen wir willkürlich etwas heraus, die Römer. Sie waren an vielen Stellen der Welt. Sie schufen also Verbindungen mit ihrer Anwesenheit, in Israel als auch im Erzgebirge! Ein weiter Bogen - aber war.

Suchen wir einige Dinge auf diesem Bogen, auf dieser Brücke, zusammen mit unserem Guide, dem Archäologen Gabriele, im heutigen Israel.

Flugplatz Ben-Gurion bei Lydda (Lod). Mit dem Kleinbus ist es ein Katzensprung nach Talaviv. 1909 gegründet und nach dem Völkerrecht zur Hauptstadt erklärt. Petrus erweckte hier die Tabita vom Tode. Jaffa, ein Stadtteil von Tel-Aviv. Die Kirche St. Peter in welcher Petrus und danach Paulus predigte wurde seitenverkehrt gebaut. Ganz in der Nähe der Gedenkstein zur Gründung Israels mit herrlicher Aussicht über Jaffa.

Über Natanya, welches 1927 von amerikanischen Juden gegründet wurde, gelangt man nach Cäsarea, die Römerstadt am Mittelmeer. Ein Aquädukt, eine Wasserleitung auf der Brücke, mit dem über große Entfernungen Wasser herabgeführt wurde. Daneben und an vielen anderen Orten liegen Schuttfelder mit noch nicht geborgenen Gegenständen früherer Zeiten. Bereits ausgegraben ein herrliches Amphitheater. Wer sehen will der sieht, alte Wallanlagen der Kreuzritter, alte Theater, das Hippodrom, Tempel und Stadtmauern. Er sieht weiter eine byzantinische Geschäftsstraße ebenso, wie den Stein mit einer Inschrift von Pontius Pilatus.
Cäsarea wurde 22 bis 10 v. Chr. von Herodes als römische Hauptstadt erbaut. Es wurde 6 v. Chr. römische Residenz und blieb fast 500 Jahre das Zentrum der römischen Verwaltung Palästen.

Cäsarea war der Wohnort von Philippus. Dieser gründete hier eine christliche Gemeinde. Petrus predigte hier im Hause des Kornelius. Paulus wurde in Cäsarea der Prozess gemacht und zwei Jahre inhaftiert. Origens und Eusebius wirkten in Cäsarea. Araber und Kreuzritter wechselten sich mehrmals als Machthaber ab.

Etwas weiter nördlich liegt Heifa, (Hefa), die Predigtstätte des Propheten Elias. Heifa liegt an den Hängen des Berges Karmel. Hier finden wir die Eliasgrotte. Der Karemeliterorden wurde im 12. Jh. gegründet. Hier liegt auch das Grab Ali Mohameds, der Bahai-Schrein. Dieser Schrein ist das Weltzentrum der Bahai-Religion. In der Nähe von Heifa befindet sich ein Hügel, an dem die Archäologen schon 22 Lebensschichten nachweisen können.

Ein Stück weiter nördlich finden wir die Stadt Akko, welche von den Phöniziern gegründet wurde. 332 v. Chr. eroberte Alexander der Große Akko und lässt es zur Hafenstadt ausbauen. 65 v. Chr. kommt Akko, damals Ptolemaios genannt, in römische Hand. Paulus besucht hier eine Christengemeinde. 636 wurde es durch die Araber erobert. Akko war Hauptstadt der Kreuzfahrer von 1191 bis 1291 als "St. Jean d'Acre". In der letzten Zeit ihrer Herrschaft lebten die Kreuzfahrer unter der Stadt. In diesen gut erhaltenen Anlagen kann man heut noch wandeln. Als in Jerusalem die Gläubigen nicht in ihre Moschee durfte, wurde die Ahmed-Jezzat-Moschee in Akko als zentrale Moschee genutzt. Ein Orientmarkt, lange Basargassen, eine große Karawanserei verleihen Akko seine besondere Atmosphäre. Napoleon konnte Akko nicht endgültig besiegen. Er scheiterte an den festen Mauern und an der Pest, die vielen Soldaten das Leben kostete.

Über die gastfreundlichen Kibbuz, die wie Oasen verstreut liegen, möchte ich an dieser Stelle nichts sagen. Diese Art der Lebensgemeinschaft sicherte den ankommenden Juden, den Pioniere, ein Überleben und sichert zum Teil bis heute ein Leben mit sich selbst auferlegten Regeln.

Durch Mandel- Oliven- und Pistazienhaine gelangt man durch das obere Galiläa über Karmiel zum See Genezareth, der 210 m unter dem Meeresspiegel liegt. Bis 1991 hatte es 7 Jahre fast nicht geregnet. Dadurch konnte man weit in den See hineinlaufen und fand ein Boot aus der Zeit Christi. Es ist z.Z. konserviert und wird ein einigen Jahren zur Besichtigung freigegeben.

In Tabgha standen wir am See, am Platz der 7 Quellen. Es war windstill und schwül. Bewegungslos lag der See vor uns. Wer mag diese Formen des Sees alles schon geschaut haben? diese Atmosphäre genossen haben? Ein Bibeltext, den Gabriel las, konnte in dieser Atmosphäre die richtige Wirkung erzeugen. Alle Anwesenden waren still geworden. Überall sah man nachdenkliche Gesichter. Ihr Ausdruck, meist froh und zuversichtlich, ließ uns Menschen als etwas außerordentlich Großes erscheinen. Schlagworte, die später durch Anschauungen verstärkt wurden gingen dem einen oder anderen durch den Kopf. Speisung der 5000, Wunder der Brotvermehrung, Brotvermehrungskirche, der berühmte Korb mit den 2 Fischen, Bergpredigt. Hier standen wir nun auf historischem Boden und Gabriel zeigte uns in seiner Art, wie man mit diesem Boden gedanklich recht gut umgehen kann. Hier nun einige Reden unseres Guidos.
"
Über der Brotvermehrungskirche aus dem Jahre 400 n. Chr. ein relativ neues Gebäude mit Klosterchor und Kapelle. Es steht wirklich auf dem Fundament von der byzantinischen Zeit. Das schönste in dieser Kirche ist wahrscheinlich der Mosaikfußboden. Er zeigt etwas Einfluss der ägyptischen Kunst, da bereits Lebewesen, in diesem Fall Tiere gezeigt werden. In der Mitte unter dem Altar bezeichnet ein Stein die Bergspitze, auf der Jesus stand und seine Lehre verbreitete. Bezeichnend aus dieser Zeit ist ein Geometer, mit dem der See vermessen wurde. Der Zufluss zum See ist der Jordan. Bis hierher waren die Jordanier vorgedrungen. Hier ist eine historische Grenze zur römischen Zeit, aber auch danach, wenn ich an die Zeit der Kreuzfahrer denke. Zur Zeit der Römer teilte der Jordan die Provinz Syrien von der Provinz Palästina. Es ist anzunehmen, dass Jesus so 15 n. Chr. aus Nazareth rausgeworfen wurde, und hier am See "fischte" das heißt seine Schar der Anhänger vergrößerte. Natürlich lebte man hier auch von See. Die Fische wurden auch getrocknet und gehandelt. Wahrscheinlich lebten hier ägyptische und jüdische Gruppen. Die große Frage ist die. In der Bibel steht, dass er in die Synagoge ging. Was ist es nun für eine Synagoge? Die Synagoge, die wir hier sehen, diese schöne weiße Synagoge aus Kalkstein, den es hier nicht gibt, den man herbringen musste, die Menschen können gar nicht so arm gewesen sein, diese Synagoge ist aus dem 5. Jahrhundert. Wo ist aber die Synagoge aus der Zeit Christi, in die er ging? Da gibt es viele Spekulationen. Eine besagt, dass sie unter dieser Synagoge liegt, denn da gibt es Reste von Wänden. Auf der anderen Seite sei die älteste Synagoge auf Masada. Die Festung Masada fiel 73 n. Chr. Die meisten Forscher gehen davon aus, dass es die erste Aussage in der Bibel nicht im 1. Jh. gegeben hat. ... Nicht das die Geschichten nicht richtig sind, ... Das ist die große Frage! Gab es hier Synagogen vor der Zeit von Masada? Man nimmt an, dass es vor der Zerstörung des Tempels in Jerusalem keine weiteren Synagogen gab, denn die Juden gingen ständig zu Tausenden und Hunderttausenden nach Jerusalem, zu ihrem Tempel. Sie hätten überhaupt keine andere Synagoge gebraucht. Es ist unklar, war es so oder war es nicht so. Wie wissen nicht genug.
Ein Haus wird als das Wohnhaus von Petri (Petrus) verehrt. Jesus predigte darin. Über einer Anhöhe, mit weitem Blick auf den See, sehen wir die Kirche der Seligpreisung. Sie erinnert an die hier angenommene Bergpredigt. Jesus predigte auch hier, vollbrachte viele Heilungen, Wunder und trieb böse Geister aus. Kapernaum und der See - und der Wind. Der Wind kommt fast immer aus einer Richtung. Durch die Berge im Osten entsteht eine mächtige Düsenwirkung und treibt viel über den See. Dieser fast einmalige Wind erzeugt sehr steile Wellen und hält in der Regel 1 bis 2 Stunden an. Ca. drei Meter lange und einen Meter breite brettähnliche Gefährte treiben auf dem See, auf ihnen setzen ältere Leute über den See. Es sieht aus, als würden sie über den See laufen."

Auf einem Boot, welches nach alten Vorlagen gebaut wurde, fuhren wir auf den See. In der Mitte macht das Boot halt. Es ist windstill und es werden aus einer jüdischen Bibel die Worte gesprochen:
" ... und er stieg ins Boot und seine Jünger folgten Ihn, und siehe, da erhob sich ein gewaltiger Sturm auf dem See, so dass auch das Boot von Wellen überspült wurde. Doch er schlief. Doch sie traten zu Ihm, weckten Ihn und sagten: Herr hilf, wir verderben. Da sagte er zu Ihnen. Ihr Kleingläubigen, warum seid Ihr so ängstlich? Und er stand auf und hielt den Wind und das Meer an. Da entstand eine große Stille. Die Menschen aber wunderten sich und sagten: Was für ein Mann, dass Ihm Wind und Meer gehorsam sind."

Tiberia (Teverya) liegt am Ostufer des Sees Genezareth. Von den ehemals neun Städten des Altertums ist nur noch die alte Römerstadt Tiberia erhalten. Sie wurde 18 n. Chr. von Herodes Antipas gegründet und nach Kaiser Tiberius benannt. Ende des 2. Jh. war sie das Zentrum jüdischer Gelehrsamkeit. Die Michna und der jerusalemer Talmud wurden hier vollendet. 1909 wurde hier der erste Kibbuz, ein gemeinnütziger Zusammenschluss, gegründet.

Das Trinkwasser in Jerusalem und vielen Teilen Israels kommt aus dem See Genezareth. Die 12 Pumpen befinden sich weit unter der Erde in Kapernaum. Sie schleudern das Wasser nach oben auf Meeresniveau und höher, denn der See liegt bereits über 200 m unter dem Mittelmeer und Jerusalem bis 800 m über diesem.

Die Fahrt durch die Jordanschlucht geht weiter vorbei an Avocatoplantagen, Bananenpflanzungen, Baumwollfeldern und immer wieder vorbei am Wasser des Jordan. Hier im Norden war ehemals ein sehr großer See, welcher in alten Karten noch eingezeichnet ist. Dieser wurde ausgetrocknet und dadurch fruchtbares Land gewonnen. Was blieb, ist der Jordan. Dieser heilige Fluss war die Wirkungsstätte von Johannes des Täufers. Israel ist eine Fundgrube für den der finden will.

Ganz im Norden steht man am Fuß des Berges Hermon mit seinen 3000 m. Ein krasser Gegensatz zum langen in Nord - Südrichtung laufenden Tal des Jordan welches am Toten Meer 400 m unter dem Mittelmeer liegt. Vom Berge Hermon in Richtung Süden könnte man, unter "Idealbedingungen" auf unserer Erde, am weitesten sehen. Unter Einbeziehung der Erdkrümmung bis zum nächsten Gipfel im Süden des Toten Meers. Nachrechnen lohnt sich! Am Fuße des Hermon leben die Drusen, Freunde der Jordanier. Sie bezeichnen sich als Nachkommen des Schwiegervaters von Abraham. Etwas westlicher, aber noch am Fuße dieses Berges liegt die Festung Nimrod und am Fuß dieses Berges entspringen auch die drei Quellen des Jordan.

Von Nazareth nach Beit Shean (Bes-Schal) verläuft von West nach Ost ein Quertal. Gabriel erzählt darüber:

"In der Ferne ist der Berg Tabor zu sehen. Dieses Quertal ist die berühmte Ebene von Israel Jetreel Vallex. Sie war schon immer eine kulturelle Grenze. König David war es gelungen aus den 12 israelitischen Stämmen das jüdische Reich zu bilden; und zwar zwischen den babylonischen Mächten, z.B. den Zititern und den Ägyptern. Das Land Israel war von je her ein Land in dem die Kulturen nördlicher und südlicher Mächte zusammengestoßen sind. Man sieht es deutlich bei den umfangreichen Ausgrabungen; teils den griechischen -, teils den römischen Einfluss im Norden und den Einfluss der Ägypter im Süden.
Dieselbe Geschichte kann man auch verstehen, wenn die Stämme Israels durch Jericho, mit dem Richter Josua, dem Nachfolger Moses, reinkommen. Er unternimmt hier oben in Galiläa den Versuch aus diesen 12 Stämmen einen Staat oder eine Nation oder eine geeinigte Nation zu machen. Die nördlichen Stämme wie z.B. Sebulon, Archo, Navtali und die südlichen Stämme wie u.a. Ebrain, Judäa, Simon. Es gelang ihm nicht. Erst König Saul hat die ersten erfolgreichen Versuche gemacht. Der berühmte Kampf zwischen ihm und den Ägyptern und den Philistern hat sich hier in diesem Tal abgespielt, und im Hintergrund in den Bergen des Mt. Giboa (Gistoas).
Die Einigung gelang auch nicht vollständig. Nur König David gelingt es endlich. Hier erstreckt sich auch das Reich des Königs Ahab. Mandelhaine und Olivenbäume von biblischem Alter prägen heute diese Gegend.
Bet Shan, von dieser Stadt erzählt das Alte Testament das König Saul und sein Sohn Jonatan, ein Freund von König David hier im Kampf gefallen sind und ihre Köpfe auf den Mauern von Bet Shan aufgespießt wurden. Danach gelang es König David, der Gesalbte Israels, der Prophet Samuels, der König Israels, das erste Königdavidreich zu gründen. Unter seinem Sohn König Salomo konnte es noch erweitert werden. Nachdem Salomon stirbt, kommt es wieder zu einer Teilung. Das Samariagebirge gehörte den Stämmen Israels, König Ahab oder Ehab, dessen Reich war hier. Die andere Abzweigung war Judäa, nördlich von Jerusalem.

Das Tell, die Ausgrabunkstätte Beit Shean wird auf 5-6000 Jahre geschätzt. Die von einem Erdbeben zerstörte Stadt hatte Theater und breite Straßen. Bisher hat man 29 Lebensschichten freigelegt. Vom Calkultikum durch die Bronzezeit, weiter durch die Eisenzeit, durch die persische Zeit bis hin zu den Eliten. Man sieht wie die Griechen hier lebten. Man findet Spuren von Alexander des Großen, 333, das berühmte Datum. Heute ist im Tell besonders viel aus der hellenistischen, der römischen und byzantinischen und spätrömischen Zeit zu sehen, also von ca. 2000 v. Chr. bis zum 8. Jh. wo diese Stadt vom Erdbeben zerstört wurde. Wahrscheinlich aus Angst, da sich die Beben häuften, wurde die Stadt nicht wieder als Stadt, sondern nur als Siedlung wieder aufgebaut."

Nir David, die Oase der drei Quellen. In mehreren, mit kristallklarem Mineralwasser gefüllten, mitunter 50 Meter langen, mit Palmen umgebenen, natürlichen Becken labten sich laut der Bibel die Krieger. Auch heute suchen hier viele Menschen neue Kraft aus dem erfrischenden, Kraft spendenden Wasser zu schöpfen.

Als wir zur Oase kamen, quer durch die Wüste, erschien diese uns wie der Garten Eden, also unvorstellbar. Palmen und viele Fremde Pflanzen um uns her, vier tiefe und klare mit Mineralwasser gefüllte, ca. 50 m lange Senken inmitten der Palmen. Viele Menschen erholten sich beim baden und vor allem beim Picknick. Und dann die Überraschung. Direkt 30 Meter neben dem kristallklaren Wasser unter Palmen eine, nein zwei große Speisetafeln zu Ehren unserer Silbernen Hochzeit. Mit allen wurde angestoßen, mit Arrak und Wodka, und es konnte sich jeder seine Fladen füllen, wie er wollte, nachdem Gabriel unseren Tag und uns gewürdigt hatte. Eine große Menge von wohlschmeckenden Früchten konnte nicht gegessen werden. Auch weitere 40 Mann hätten dies nicht geschafft. Leider konnten wir die Speisen nicht mitnehmen.
Ein wirklich einzigartiger Nachmittag ging zu Ende. Danach folgte eine Fahrt zum Ausruhen, immer im gut gekühlten Bus, immer den Jordan entlang bis nahe dem Toten Meer, zur Palmenstadt Jericho.
Jericho ist vermutlich die älteste Stadt, eine altkanaanäische Königsstadt. Höhle der Versuchung, Elias macht das Wasser genießbar, Jesus heilt den blinden Bartimäus, und rief Zacharäus in seine Nachfolge. Herodes der Große baute Jericho zu seiner Winterresidenz aus. Posaunen von Jericho. Man nimmt an, dass man vor dem Lärm aus der Stadt flüchtete.
Es war heiß, aber überaus eindrucksvoll.

Jericho (Yeriho), ist vermutlich die älteste Stadt, eine altkanaanäische Königsstadt. Bis zu 10.000 Jahre sind fast nachweisbar. Besondere Hinweise zur Bibel findet man viele. Die Höhle der Versuchung. Jesus fastete 40 Tage in der Wüste und wurde vom Satan versucht. Elias machte das Wasser genießbar. Jesus heilte den blinden Bartimäus, und hier rief Jesus Zacharäus in seine Nachfolge. Die Posaunen von Jericho. Man nimmt an, dass man vor dem Lärm aus der Stadt flüchtete, zu aufgeben wurde damals auch fallen gesagt. Hier lebte 587 v. Chr. Sulten. Hier stand der Hischam Palast.

In Richtung Jerusalem kann man durch das herrliche Wadi Kelt wandern oder fahren. Auf dieser Strecke ist Jesu auf seinem weißen Esel nach Jerusalem geritten. Diesen Weg nahmen auch wir und verweilten auf den Hügeln in Andacht und mit herrlichen Eindrücken. Soweit man sehen kann Wüste, und ein kräftiger, heißer Wind treibt uns den Sand ins Gesicht. Er schmerzt, er sticht wie Nadeln, die Augen brennen und werden zu einem schmalen Schlitz. Eine unwirkliche, reizvolle, geheimnisvolle Gegend. Unter uns, im Tal des Wadi Kelt, wie ein Schwalbennest an die Wand geklebt, das Kloster St. Georg.

Jerusalem, hebr. " heilige Stadt", König Davids. König David, eigentlich Jebusitter, nicht Jude, eroberte 1004 v. Chr. das damalige Urusalim von den Jebustern. 586 v. Chr. wurde diese Stadt durch die Babylonier zerstört. Unter dem römischen Stadthalter Pontius Pilatus wurde Jesus ca. im Jahre 30 gekreuzigt, da, wie schon erwähnt, seine Lehre den Herrschenden gefährlich war. 70 n. Chr. wurde Jerusalem vom Römer Titus zerstört. Ab 395 gehörte es zum byzantinischen Reich. Ab 637 war es arabisch. 669 bis 692 wurde der Felsendom mit seinem Kuppelbau errichtet. Von 705 bis zum 12. Jh. wurde an der Al-Aaca-Mochee gebaut. 1099 bis 1187 und 1229 bis 1249 war Jerusalem Hauptstadt des christlichen Königreiches. Dies geschah durch die Kreuzzüge. Danach wechselten die Herrschaften ständig, bis zum britischen Mandat. Ab 1949 sehen die Israeliten Jerusalem wieder als ihre Hauptstadt. Nach dem Sechstagekrieg wurde der östliche Teil von Jerusalem annektiert, 1980 Jerusalem von der Knesset zur unteilbaren Stadt erklärt. Die Differenzen halten an. Von 500.00 Einwohnern sind 130.00 Minderheiten. Die Hauptkraft ist die griechisch orthodoxe Kirche. Sie erhielt ihre Kraft, als die Kreuzritter verschwanden. Danach haben Mohammedaner, die Mamelucken u.a. sofort ihre Möglichkeiten genutzt. In letzter Zeit ist es vor allem dem ehemaligen Bürgermeister Tetty Kollek zu verdanken, das über eine lange Zeit sogar die Steine schwiegen, und Steine gibt es genug, auch zum werfen.

Auch heute sieht man zwischen Ost- und Westjerusalem Unterschiede. Auch die Menschen erscheinen einem unterschiedlich. Die orthodoxen Juden tragen ihre schwarzen Mäntel und unterscheiden sich, wollen sich unterscheiden, nicht nur durch die Mäntel. Diese schwarzen Mäntel haben vor ca. 400 Jahren als Modeerscheinung aus Osteuropa ihren Einzug gehalten. Die früheren Juden kannten diese Bekleidung nicht. Danach nahmen sie diese an um, ..., sich auch von den anderen, nicht so guten .... zu unterscheiden. Sie wollte damit zeigen, dass sie die Besseren sind. "Wir unterscheiden uns bewusst - Der Messias wird durch das Goldene Tor einziehen!" Warum wurde es zugemauert. - Erst wenn der Messias eingezogen ist, werden sie dessen Sprache wieder öffentlich sprechen. Möge die Welt lernen sich zu verstehen im wahrsten Sinn des Wortes. Dies wäre nach meiner Meinung eine Voraussetzung, damit der Messias einziehe kann. Das die Menschen sich nicht mehr verstehen, hatte seinen und hat seinen Grund. Jetzt sollten wir langsam anfangen uns verstehen zu lernen. Die Zeit sollte gut sein!

Der Ölberg, den König David bestieg, weinte und zu Gott betete, thront förmlich über Jerusalem. Vor ihm die heilige Stadt, hinter ihm abrupt die Wüste und eine Talfahrt, von 800m über dem Mittelmeer, bis 400 m unter dem Mittelmeer, in das Jordantal mit dem Toten Meer als tiefste Stelle der Erdoberfläche. Am Ölberg der große jüdische Friedhof. Steine statt Blumen auf den Gräbern, da es davon genügend in der Wüste gibt. Beim Abstieg vom Ölberg kommt man an der schönen Barluzzikapelle Dominus Flevi, der Tränenkirche vorbei. An der Stellen wo Jesus weinte, da er das Schicksal der Stadt voraussah. Im Vorhof stolziert ein Hahn. Er soll daran erinnern, saß Jesus sprach" In dieser Nacht, ehe der Hahn kräht, wirst Du mich dreimal verleugnen" (Matth. 26.34). Darunter die weißrussische Kirche der Maria Magdalena vom Kaiser Alexander II. zum Andenken an seine Mutter gestiftet. Unten fast im Tal der Garten Gethsemane mit den 2000 Jahren alten Ölbäumen. Daneben die Kirche aller Nationen, denn viele Nationen trugen an den Kosten. Es ist die Basilika der Todesangst.

In der gut bewachten Altstadt welche mit der berühmten Mauer und ihren Toren umgeben ist, die Glaubenszentren. Die Klagemauer, das jüdische Heiligtum, z.T. mit Mauerresten vom Felsendom. Bohrungen haben gezeigt, dass eigentlich nur der obere Tel einer mächtigen Mauer zu sehen ist. Über 12 Meter unter dem Schutt ist diese Mauer noch nachweisbar. Auf dem Tempelberg die El-Agsa-Moschee, das Heiligtum des Islams. Fast gegenüber der Felsendom, oft auch Omarmoschee genannt. Die Kuppe - diese bunter Außenwände - in der Mitte dieser Moschee der berühmte Fels mit dem Abdruck des Pferdefußes, als der Prophet Mohammed für eine Nacht in den Himmel ritt. Die Grabeskirche, auch die er Wiederauferstehung genannt. Auf der Via Dolorosa, dem Leidensweg Christi gelangt man zu ihr hinauf. Durch das linke Doppelportal tritt man in diese christliche Heiligtum ein. Der Stein der Ölung liegt gleich am Eingang. Rechts geht es zum Golgathahügel, der Schädelstätte. Dort sind die Stationen 10 und 13, die Verteilung der Gewänder Jesus und das nageln ans Kreuz. Weiter die Richtstätte und die Abnahme vom Kreuz. Stufen führen auch hinab zur Kapelle der Heiligen Jungfrau Helena. Noch darunter liegt die Gruft der ehemaligen Byzantinerkirche. Hier wurden die Reste eines Kreuzes gefunden.
Links vom Eingang geht es zum Grab selbst. In der Regel muss man sich anstellen, um hinein zu gelangen. Ein Moor lässt immer 3-4 Personen in die Grab- und Grabvorkammer. Da es mehrere Auslegungen gibt findet man auch noch einen Schädelfelsen und ein Gartengrabmal im Norden des Damaskustores.

Jerusalem ist nicht allgemein zu beschreiben. Man kann sich nur auf Bruchstücke konzentrieren.
Das sind u.a. die 12 bunten Fenster von Chagall in der Synagoge des Krankenhauses Hadassa, nach biblischen Zitaten gestaltet, ebenso wie der Schrein des Buches, ein Museum.
Unter einem symbolischen Deckel befinden sich Teile der in Israel verbliebenen Rollen vom Qumrang in der Nähe des Toten Meeres. Schriftstücke ganz besonderer Art, mit einem Alter von 2000 Jahren. Eine der Rollen beinhaltet das Handbuch der Gehorsamkeit.
Ebenso zählt das Museum des Holocaust, vor allem mit dem Spiegelhaus der Kinder, oder die Städte von Johannes des Täufers zu solchen Kostbarkeiten, oder die Diamantenfabrik gehört zu derartigen Bruchstücken. Jedes ein Kleinod.

Auf der kurzen Fahrt nach Süden erscheint auf einem Hügel - Bethlehem. Der Name bedeutet auf hebräisch "Haus des Brotes" und auf arabisch "Haus des Fleisches". In der Nähe erkennt man einen künstlichen Berg. Auf oder besser in ihm soll König Herodes begraben liegen. Auf ausgedehnten Wiesen rechts und links der Straße hüten schwarz gekleidete Hirten Ziegen und Schafe. Eine der Wiesen trägt den Namen "Hirtenfeld". Dort kündigte der Engel die Geburt Christi an.
Auf diesen Wiesen spielte sich auch die Liebesgeschichte zwischen Ruth und Boas ab, die im Buche der Ruth erzählt wird. Ihr Sohn, Obed, war der Großvater des Königs David. In Bethlehem wurde 1000 Jahre vor der Geburt Jesu, David, der spätere König der Juden geboren.

Zur Geburt Jesus wurde geschrieben: " ... In jenen Tagen gab Kaiser Augustus ein Gebot für die Volkszählung des gesamten Reiches aus ...". Eine der Hauptfunktionen der römischen Verwaltung war die Steuerauflage, und die von August gewollte Volkszählung hatte den Zweck einer sicheren und problemlosen Eintreibung. Da der Regel nach jeder Grundbesitzer seinen Grundbesitz erklären musste, kehrte Joseph von Nazareth nach Bethlehem zurück: " ... mit Maria, seiner schwangeren Braut. Jetzt kam für sie, als sie dort weilten, der Augenblick der Entbindung und die gebar ihren ersten Sohn, den sie in Windeln in eine Grippe legte, weil sie sonst keinen Raum in der Herberge hatten ...". So beschreibt das Lukasevangelium das Ereignis, das die Geschichte der Menschheit veränderte. Eine kleine Höhle befindet sich genau unter dem Hauptaltar der Kirche. Ein silberner Stern am Boden in der keinen Apsis zeigt die Stelle der Geburt Christi. Die Basilika der Geburt Jesu ist heute groß gebaut. 1646 schmolzen die Türken das Dachblei, um daraus Kanonenkugeln zu machen. Damals beschloss die christliche Gemeinde, das Eingangstor zu verkleinern, da die Ungläubigen zu Pferde hindurchschritten. Diese heute nur 1,20 Meter (?) hohe Tür wird "Tür der Bescheidenheit" genannt.

Das Tote Meer. Die Fahrt dorthin geht an Beduinenlagern vorbei. Die Beduinen sind gar nicht so arm wie sie auf den ersten Blick aussehen. Kinder betteln oft aus Tradition um einen "Bakschisch". Ein Stopp am Gasthaus "Der Gute Samariter". Der Name geht auf den zurück, welcher Jesus gefiel. (Lukas 10.25- 37); - jetzt mit viel Kommerz, nur die Hitze lässt einen Hauch von Vergangenheit aufkommen. Ein weiterer Halt an dem Stein, der mitten in der hügligen Wüste die Höhe 0 Meter angibt und einem klar zu machen versucht, dass es jetzt unter den Meeresspiegel hinab geht, immer tiefer. Am Toten Meer kann sich dann keiner mehr vorstellen, dass man ein Loch in die Wand stoßen könnte und das Wasser der Meere hereinstürzt und sich 400 m über einem aufbaut.
Wüste und Berge, soweit man sehen kann. Es gibt einige Wüstenwanderer, meist Israeliten.

Qumran, ein Schlagwort, und dann die Enttäuschung - auch nur Sand. Einige Löscher. Aber in diesen Höhlen entdeckte ein Hirte die jetzt berühmten Rollen mit Aufzeichnungen die über 2000 Jahre alt sind. Ein Fundus der Kommerz und Streit entfachte, Angst und Hoffnungen, Licht und Schatten hervorbrachte. Ich glaube schon, dass die Qumraner etwas Besonderes aufbewahren wollten. Soll man es auch als etwas Besonderes behandeln und würdigen und es nicht zerreißen und zerteilen wie das Gewand Jesus.

Vorüber an Oasen mit Dattelhainen geht es durch die Wüste. Im Bus ist es angenehm kühl, die Fenster fühlen sich heiß an. Es herrscht eine Außentemperatur die man glaubt nicht messen zu können. Es ist heiß, trocken, leicht windig. Nicht zu glauben, die Gegend ist gesund, sei es auch nur darum , dass die Luft nahezu keimfrei ist. Sollte sich hierher Keime verirren, würden sie gewiss verbrannt. Da sind so Gedanken die mir durch den Kopf gehen.

Ein Stopp in der Oase En Gedi. Eine herrliche Landschaft, voller Kontraste. Sand und Blumen, Wasser und Berge, Tiere und Steine - überaus reizvoll. Diese Gegend war das Versteck von David vor König Saul. "En" kann man übersetzen mit Wasserquelle und "Gedi" ist das hebräische Wort für die Wüstenziege oder für den Steinbock. Diese Steinböcke leben in großer Zahl in dieser Gegend. Von ihnen profitiere wieder die Leoparden. Strenge Jagdgesetze erhalten diese Arten. Ein paar Hühner sollen den Leoparden aber auch schon geschmeckt haben berichten die Einheimischen. An den steilen Hängen kann man die Meeresablage-rungen besonders gut erkennen, und das mitten in der Wüste. Vor 600.000 Jahren war hier alles Meer. Ich habe mir die Füße im heißen Sand verbrannt. Es sind mindestens über 40 ° C. im Schatten. Wenn man zum 80 m hohen Wasserfall gelangen will, muss man eine ausgiebige Bergtour machen, die man frühzeitig beginnen muss. Es gibt einen kalkulitischen Tempel. Man schätzt, das dieser so um 4000 v. Chr. errichtet wurde. Im 1. Jh. v. Chr. diente En Gedi als Lebensmittel Reservat für die Festung Masada im Süden. Hier in En Gedi wächst ein besonders giftiger, grüner Apfel. Die Fäden aus dem Inneren dieses Apfels wurden als Dochte für die Öllampen verwendet.

Masada, eine imponierende Erscheinung, ein Tafelberg in der Wüste. Auf diesem Berg legen die israelitischen Soldaten ihren Eid ab, nachdem sie ihn zu Fuß erstiegen haben. Wir sind mit der Seilbahn nach oben. In 300 m Höhe sind wir aber rechnerisch immer noch 100 m unter dem Meeresspiegel. Hier stand die Festung des Herodes. Es gab zu dieser Zeit eine Chronisten der, wie man heute einschätzen kann, sehr gut berichtet hat, Masada hat zwei Hauptphasen. Zum einen baute König Herodes eine Festung und einen Palast, große Vorratskammern, 18 riesigen Wasserzisternen. Es gab so viel Wasser auf der Festung, dass man sich Gärten und Bäder leisten konnte. Extrem dicke Wände sorgten für eine angenehme Kühle. Die Fenster wurden besonders klein und hoch angelegt, ganz im Zeichen einer Festung. Und es gab eine weiße Wand. Was wird man nur mit einer sehr hohen über 30 Meter breiten, etwas gewölbten weißen Wand gemacht haben. Wie Gabriel sagte: "Wir wissen nicht genug!" Ich glaube mit Hilfe dieser Wand wurden Signale auf eine weite Reise geschickt, und irgendwo stand ein Turm auf dem man sie wieder empfing. Die zweite Phase setzt 70 Jahre n. Chr. ein. Es ist die Zeit der Synagoge und der römischen Rampe. Jetzt ist in der Festung überall eine schwarze Linie eingezeichnet. Alles was unterhalb dieser Linie zu sehen ist kann auf ein Alter von über 2000 Jahren zurückblicken. Von hier aus sieht man weit in die Wüste, vor allen nach Süd und nach Nord. Man erkennt auch die Auswirkungen des ehemaligen gewaltigen Meeres und man sieht, wo jetzt das Tote Meer im Süden verläuft.

Laut des Chronisten Flavius Josephus kämpften 960 Juden ums überleben. 3 Jahre belagerten die römischen Legionen die Festung, um symbolisch die schon überall im Lande geschlagenen Juden auch auf dieser Festung zu besiegen. Man baute, nachdem alles andere nicht gelang, ein 300 m hohe und kilometerlange Rampe. Die Arbeit dauerte 1 1/2 Jahre. Um vor den Steinen der Verteidiger etwas sicherer zu sein baute man unter Dächern aus Häuten. Auf dieser schrägen Ebene schob man dann einen Rammbock nach oben, zerstörte die festen Mauern, drang in die Festung ein - und fand nur tote Juden vor. Bis auf drei "Abtrünnige", die es dem Chronisten erzählt hätten, haben alle den Freitod gewählt. Die letzten 10 durch Losentscheid. Der letzte steckte die Festung in Brand und stieß sich danach das Schwert durch das Herz. Für fast alle Israeliten heute mehr als nur eine Überlieferung des Chronisten.

Bei dem Kurort Neve Zohar versuchten wir im Toten Meer zu baden. Es geht, wenn man sich an den ungewohnten Auftrieb im Wasser gewöhnt hat. Mit Schwimmen sollte man sich nicht befassen. Die Füße schauen fast immer aus dem Wasser und man rollt förmlich auf den Rücken, wenn am auf dem Bach schwimmen will. Wassertreten geht auch schlecht, man rutscht nach der Seite weg, und spritzen tut den Augen auch nicht gut. Ehe man barfuss das Wasser erreicht hat man sich tagsüber schon die Füße im heißen Sand verbrannt. Auf keinen Fall kann man untergehen. Das Wasser hat über 30% Salz in sich. Pottasche und Salz wird gewonnen und sogar von den Japanern gekauft.
Über das Tote Meer wäre viel zu berichten, aber wem interessiert was? 400 m unter dem Meeresspiegel, das sind auch 400 m mehr Luftsäule, also eine hohe Luftdichte, da verhalten sich Gase etwas anders, die geringere UV Strahlung, die laufende Verdunstung der 920 Quadratkilometer großen Fläche einer hochprozentigen Salzlösung, die mineralhaltigen Ablagerung, die verbrannte, keimfreie Luft in Bodennähe. Aus all diesem und vielen anderen Dingen lässt sich ableiten. Ein Aufenthalt in dieser Gegend fördert in der Regel die menschliche Gesundheit.



Eine Kleinigkeit. Auf der Gangway zum Flugzeug in Israel wehte uns eine "laue" Priese von ca. 38 bis 41 ° C. um die Ohren. Als ich in Deutschland, im Erzgebirge, früh an das Thermometer schaute, las ich 2 ° C. ab. Auf der anderen Seite erzählte mir unser Guido Gabriel. Er wolle einmal Schnee in Bayern sehen, einer seiner Träume. Als er zur Weihnachtszeit in München war gab es keinen Schnee. Das Radio habe aber gemeldet, das es seit Menschengedenken in Jerusalem geschneit habe als er gerade mangels Schnee ins Hofbräuhaus in München einbog. Auch das sind Unterschiede, fast schmerzhafte, aber ganz anderer Art.

Die Wärme in Israel hat mir persönlich gut getan. Mein Wohlbefinden war bestimmt nicht nur der wohltuenden Wärme geschuldet. Israel ist für mich ein Land, von dem aus neue Brücken geschlagen werden könnten. Ein Land, von dem neue Impulse ausgehen könnten, damit alle Menschen sich wieder verstehen.




Etwas Zukunft

Was war? Was wird sein?

Es ist heiß. Wüste, die Luft ist mit Salzkristallen durchsetzt. Da erhebt er sich aus dem Jordantal, direkt am Toten Meer gelegen, ein Tafelberg. Er wirkt etwas unwirklich. 300m hoch. Oben eine archäologische Seltenheit. Ich stehe auf dem Plateau des Berges Masada immer noch 100m unter dem Meeresspiegel. Alles ist ungewohnt. Unser Freund Gabriel ist nicht nur ein guter Archäologe, er ist auch ein ausgezeichneter Reiseführer. Ich sauge die Umgebung in mich auf. Masada! Bilder von fremden Menschen tauchen in der flimmernden Luft auf und verschwinden wieder. Ich setze mich auf einen Vorsprung. Etwas Schatten tut gut. Vom mitgeführten Mineralwasser tut ein Schluck jetzt so richtig gut. Ich höre Gabriel wie aus weiter Ferne. Herodes ..., eine schwarze Linie, alles was darunter zu sehen ist, sah die Umgebung vor 2000 Jahren selbst. Hinter mir Überreste einer ehemaligen wahrscheinlich sehr hohen weißen Wand... von der man nicht weiß..., Diese Hitze. Ich schließe die Augen, las den Kopf in den Nacken fallen und schlage die Augen langsam wieder auf. Ich sehe sie, die weiße Wand. Sie ist ja nur in Ansätzen da, aber nein, sie wird größer. Wie im Traum, nein wie in einer Computeranimation sehe ich, wie die Wand wächst. Höher, höher und immer höher. Sie ist einige Male ganz leicht geknickt und sie wirkt in ihrer ganzen Breite gewölbt. Die Augen schmerzen vom grellen weiß dieser Wand.

Ich schließe die Augen wieder und möchte sie nur so eine Weile geschlossen halten. Die Dunkelheit tut in dieser gleitenden Sonne gut, sie verbreitet einen Hauch von Kühle. Ich öffne die Augen und sehe wieder diese fremden Gestalten. Nicht eigentlich fremd, nur so ungewohnt in ihren Bewegungen und diesen großen Tafeln die sie bei sich haben. Ich sehe genauer hin und staune. Ich vernehme Musik und spüre einen leichten Luftzug, der etwas von Kühle in sich trägt. Ich drehe mich um und sehe in der Tiefe eine Grotte auf deren Grund ich mich im Wasser sehen kann. Wirklich Wasser und aus der Grotte, nein es ist eine künstlich angelegte Zisterne, aus ihr kommt diese doch so angenehme kühle Luft und bringt mich wohl endgültig zur Besinnung. Ich blicke mich um und suche Gabriele. Da sehe ich ihn endlich. Er spricht mit einigen Leuten. Es ist wahrscheinlich alles in Ordnung. Nur hatte er vorhin seine schöne Sportmütze auf und jetzt trägt er eine andere Kopfbedeckung. Ich drehe mich um und erinnere mich an die letzten Worte von Gabriele "-- diese weiße Wand...", da steht sie vor mir. Riesengroß und blendend weiß. Dieses Weiß ist wirklich unnatürlich. Es flimmert und glitzert, als wären kleine Kristalle in diesem weiß eingebunden.

Gabriel kommt auf mich zu und fragt besorgt, ob es mir gut gehe. Natürlich geht es mir gut. Ich stehe auf und Gabriel geht wieder auf eine Gruppe von Männern in langen Röcken zu und spricht mit ihnen. Dann kommt er wieder zu mir und führt mich an die Seite dieser großen Zisterne, aus welcher nun deutlich spürbar eine recht angenehme Luft herausströmt. Wieder, wie aus weiter Ferne höre ich, wie er sagt, sein Chef habe sich nun entschlossen die erste Seite des Vorschlages der Großen Herrscherin im Süden zu befürworten. Ich frage ihn: " Von was spricht du?" Er sieht mich fragend an und sagt etwas missmutig, dann muss ich es dir noch einmal erklären. Aber wir haben noch bis kurz vor dem Sonnenhöchststand zeit. Gehen wir in den Garten und sprechen wir über alte Zeiten.

In Garten ist es angenehm, fast unwirklich schön. Wir lassen uns unter einem immer grünem Strauch nieder und Gabriel reicht mit eine neue Flasche Mineralwasser. Ich nehme mir einen langen Zug und schaue durch die Zweige des Strauches direkt in die Sonne, die noch nicht an ihrem höchsten Punkt angekommen ist. Und ich höre Gabriel mit seiner angenehmen, etwas monotoner Stimme sagen.
Es war vor sehr langer Zeit. Wir zogen weit im Süden durch die Wüste. Unser ganzes Volk und noch viele, sehr viele mehr. Unabwendbar reifte eine Entscheidung heran.

Es können nur so viele Menschen auf einem Weg gehen, wie der Weg diese Menschen erhalten kann. Viele die in Zukunft zu entscheiden haben, werden diese Regel missachten und dadurch die Ihrigen verderben. Nebenbei gesagt, es wird aber auch zu jeder Zeit Erkennende geben und ein Rat dieser "Erleuchteten" muss nicht immer gut enden sollen für die anderen.

Wir zogen aus Westen kommend unseren Weg, und eines Tages war die Entscheidung unabwendbar. Unser Volk, viel zu groß für diesen steinigen und harten Weg, musste sich aufteilen, musste in verschiedene Richtungen weiterziehen. Es mussten mehrere Wege eingeschlagen werden um ein Weiterleben aller zu ermöglichen. Unser Volk zog in den Norden. Wir haben immer Verbindung mit den Unsrigen, die in andere Richtungen zogen, gehalten. Leider wurde es immer schwieriger, da die Entfernungen immer größer wurden. Die großen Taubenhäuser, welche noch aus ägyptischer Zeit stammen, haben sich nicht mehr bewährt. Heute sind es hunderte von Tagesreisen und wir haben auch unterschiedliche Gewohnheiten angenommen. Aber die Liebe zueinander ist ungebrochen. Vor langer Zeit kam ein Abgeordneter aus dem Süden mit Wünschen unsere Brüder und Schwestern betreffend. Man brachte den Wunsch vor, dass unser ältester Bruder eine der vielen schönen und sehr bemerkenswerten Schwestern aus dem Süden heiraten solle. Die Hochzeit soll bald im Süden stattfinden. Nun brachte der Bote die Empfehlungen zweier Schwester mit. Beide sind überaus reizvoll und gut bedacht. Ich habe selbst ihre Bilder gesehen. Es ist nicht üblich unser Antlitz zu spiegeln aber für diese Anlässe gab der große Rat eine Genehmigung.

Ich war mit meinen Gedanken wohl nicht ganz bei der Sache, was war das mit dem.., egal, ich nahm noch einen Schluck von diesem so gut mundeten Wasser aus der Flasche und hörte Gabriele weiter zu.

Ich durfte selbst die Schönen auf den Tellern sehen. Mir blieb fast der Atem stehen. So viel Anmut und Grazie sah ich nie. Ausschlaggebend für die Wahl unseres ältesten Bruders waren aber die vielen Schriftstücke und vor allen die Lobpreisungen der Boten. Einer der Boten ist ein Suchender. Er wird sich bei uns eine unserer Schwestern aussuchen. Und wird er dann wieder in den Süden gehen? Das weiß heute noch keiner. Es ist darüber gesprochen worden, aber die Entscheidung liegt bei den zu verheiratenden nach dem zweiten Kind.
Gestern nun hat sich unser Bruder entschieden. Die an Nummer 1 geschrieben Schöne will er heiraten. Die Nachricht wird heute Mittag in den Süden übermittelt und sofort werden die Vorbereitungen dort beginnen. Morgen bricht unser Bruder mit den Seinen auf und wenn er im Süden ankommt, so wird alles vorbereitet sein. Es wird eine lange und beschwerliche Reise sein, aber die Jahreszeit ist gut und wenn er ankommt, wird die Sonne wieder ganz in der Höhe stehen.

Wie lange wird es brauchen, bis diese Nachricht im Süden ankommt? Wenn wir Glück haben nur ein Stundenglas, wenn es nicht gelingt, dann mit großer Sicherheit morgen um diese Zeit. Ich sah durch die Zweige und stellte fest, dass die Sonne immer höher gestiegen war.

Gabriel sah mich an, brummte etwas vor sich hin und beeilte sich auf den großen Vorplatz, direkt unter der weißen Wand zu kommen, vorbei an der Zisterne. Ich ging zur Seite und sah dem Treiben zu.

Gabriel stellte eine Reihe von Männer nach der andern auf. Immer 50 Mann in einer Reihe. Sie waren mit großen schwarzen Tafeln ausgerüstet. Wie Schilde sahen sie aus und sie waren an langen Stange befestigt. Die Schilde an der Stange trugen sie vor sich her. Aber jetzt sah ich es genauer, die andere Seite dieser Schilde war ja weiß, genau so weiß, sie diese Wand. Jetzt marschierten die Männer im Gänsemarsch unter die Wand und auf ein Zeichen von Gabriel hoben sie Ihre Schilde in die Höhe. Eigentlich sah man gar keinen Unterschied. Die weißen Seiten zeigten nach vorn und reflektierten die Sonnenstrahlen fast genau wie die Wand. Jetzt stellte sich Gabriel wie ein Heerführer vor diese Reihe und begann sich im Rhythmus einer mir bekannten Melodie hin und her zu wiegen. Jetzt stieß er einen lauten Ruf aus und alle Schilder wurden blitzschnell umgedreht. Jetzt sah ich plötzlich ein schwarzes breites Band, welches die Sonnenstrahlen nicht reflektierte. Gabriel wiegte sich weiter und jedes Mal wenn er wieder laut wurde, drehte man die Schilde um. Ja, ich kannte diese Melodie und ich kannte auch den Rhythmus dieser schwarz/weißen Zeichen. Wir hatten sie schon von Kindheit an gelernt und ich las, dass die erste Seite angenommen würden und die Reise sofort beginnt. Das war es. Gabriel verbeugte sich vor den Männern und der Wand und kam zu mir herüber.

Was hättest du nur gemacht, wenn heute zufällig die Sonne nicht geschienen hätte? Ja, morgen ist auch noch ein Tag. Wir haben aber schon seit einiger Zeit Versuche gemacht Signale bei Nacht zu senden. Siehe dort. Er zeige auf die Seite gegenüber der Wand. In eine Entfernung von 100 Schritt war eine große Schale aufgebaut. In Ihr solle ein helles Feuer entflammen. Spezialeffekte waren Sache von Gabriel. Dahinter wurde soeben eine kleine stark gewölbte Wand aufgebaut. Sie zeigt genau auf die große weiße Wand. Erklärt er mir, wie es nachts wirkt, wenn der Feuerschein über diese weißen Wände reflektiert wird. Was aber noch dazukommt, nur ein Mann kann den Strahl mit seinem besonders großem Schild unterbrechen. Es würde aber noch eine Weile dauern bis alles getestet ist. Im Moment nähe man ein großes schwarzes Tuch und man verspricht sich eine bessere Auflösung und eine größere Entfernung für die Informationen, wenn man die weiße Wand mit den Tuch abdeckt. Es sei schon getestet und die Apparate, welche das Tuch blitzschnell aufrollen und wieder zusammenrollen, seien gut gebaut worden.
Jetzt können Informationen auch nur von nord nach Süd gelangen, wenn es aber mit der Feuerscheinspiegelung gelingt, beginnt eine neue Epoche, dann kommen die Informationen auch von Süden nach Norden. Jetzt gibt es so 75 solcher weißer Wände und die Signale fliegen wie Blitze durch die Luft. Sie werden 7 Tage wiederholt, dann bin ich sicher, dass die Kunde richtig in Süden angekommen ist. Ich bin hier der beste Informeter. Ich arbeite an einem Richter der den Strahl umleiten kann. Wenn ich diese Arbeit beenden kann, so wird bestimmt das Licht des Mondes ausreichen, um Signale zu senden. Er griff in die Tasche und zeigte mir einen Kristall. Sehe in dir an, sagte er, an einer Seite habe ich ihn etwas schräg angeschliffen und du wirst bald sehen, wie ein Strahl seine Richtung ändert. Im Süden hat man auch schon daran gearbeitet. Sie haben einen sehr großen Richter gebaut, aber ich glaube, dass er nicht gut und viel zu schwer wird. Ich will viele kleine bauen und bin mir meiner Sache sicher.
Wie weit kann man denn diese Signale sehen? Das ist unterschiedlich. Seit Generationen wurden die günstigsten Möglichkeiten herausgefunden. In der Regel sind es 35.000 Speerlängen. Jetzt wurde ich aber stutzig. Warum sagte er nicht die Entfernung in Metern oder in Kilometer, gegebenenfalls auch in Meile, aber in Speerlängen, oder gar Pferdelängen, die sollte es auch noch geben.

Ich kniff die Augen zu und mich in die Wange. Als ich die Augen öffnete sah ich Gabriel. Er stand neben mit und reichte mit die Wasserflasche. Verwundert stellte ich fest, dass er wieder die Sportmütze trug. Wir stiegen, vorbei an den Zisternen in die Tiefe. Gesprochen wurde nicht viel. Ich hatte den Kopf voll mit allerlei Gedanken und da ich nicht so richtig wusste, ob ich geträumt hatte, sagte ich auch Gabriel nichts von der weißen Wand. Auf halben Weg fragte ich etwas schüchtern, sag Gabriel, war die weiße Wand wirklich da? Natürlich sagte er, leider fehlt heute das Geld um alles..., aber wie ich schon immer sage:

"Wir wissen nicht genug!"

Im Jordantal, 400m unter dem Meeresspiegel war es noch heißer als auf dem Berg. Angenehm war eine "Sitzschwebe" im Salzwasser des Toten Meeres Eine unwirkliche, aber geheimnisvolle und faszinierende Gegend.

Am kommenden Tag saß ich mit Gabriele im Schatten einer riesigen Mauer am Rande der Altstadt von Jerusalem. Wir lehnten uns mit dem Rücken an die Wand und ließen unseren Gedanken freien lauf. Den Kopf etwas nach hinten, so sah Gabriele in die schier Unendlichkeit des Himmels und sagte wahrscheinlich nur so vor sich hin:
Früher wanderten die Menschen auseinander heute wanden sie aufeinander zu. Da sagen einige Wissenschaftler die Völkerwanderungen seien eine moderne Erscheinung. Ich könnte auch hoch gelehrt sagen, früher verhielten sich die Menschen extensiv, ja bei der damaligen geringen Bevölkerungsdichte eigentlich die nützlichste Form; und heute verhalten sie sich intensiv. Wobei das mit den Definitionen so eine Sache eist, man muss sich immer gleich festlegen und wie ich immer sage, wir wissen nicht genug. Der Grund für diese Wanderung wird wohl immer der Gleiche gewesen sein, was auch den Anstoß dazu gegeben haben möge. Die Straße, auf der sie gingen und gehen, ernährt nicht alle; und nach eine Pause fügte er hinzu ... nicht alle gut, oder so.

Es trat Ruhe ein. Über seine Pause machte ich mir Gedanken, auch über das Wort "gut". Was gut ist für einen Bestimmten, ist es auch gut für einen Anderen, oder alle Anderen?. Worte wie gut, Freude; schlecht, Neid und Habgier - irgendwie ein Problem des Nichtverstehens.

Ich horche in mich hinein und trotz meiner umfangreichen Bildungsjahre, die nicht spurlos vorbeigegangen waren, Verstand ich nicht.

In diesem Moment zog Gabriel seine kleine Bibel aus der Seitentasche. Sie war recht ramponiert. Ich erinnere mich, wie er mit donnernder Stimme aus ihr las, als wir uns mitten auf dem See Genezareth befanden, er das Schiff anhalten ließ und uns ....., zu Ohren brachte, so, das man doch recht nachdenklich wurde. Es stört keinen von uns beiden, dass in seiner Bibel das eine oder andere Wort anders übersetzt war. Für uns die unbedeutendste Nebensache der Welt.
Jetzt schlug er Moses auf und vertiefte sich darin. Nach einer Weile sagte er zu mir.

Es muss zu dieser Zeit geschehen sein, als die Menschen sich auf der doch so kargen Straße trennten. Als sie später zusammenkamen wunderte sie sich, dass sie sich doch in den einen oder anderen Dingen gar nicht mehr so richtig verständigen konnten. Da waren gleiche Laute, aber man drückte damit etwas anderes aus und da sah man bekannte Dinge, die man anders bezeichnete und da waren völlig neue Dinge, die man noch nie gesehen hatte und mit denen die Anderen auch mit noch so unverständlichen Worten so unbeschwert umgingen.
Da ist es ja mit den Menschen ähnlich wie mit den auseinandertriftenden Kontinenten, was sich einstmals trennte, wird sich einmal wieder treffen und gar nicht wieder erkennen. Dabei sollten doch die Grundstrukturen immer noch zu erkennen sein. Sei es, dass man sich an einer ganz anderen Seite berührt oder dass da und dort etwas abgeschliffen wurde. Wenn man dies alles bedenkt, so sollte man sich eigentlich wieder erkennen.

Bleiben wir bei den Menschen. Heute kommen sie aufeinander zu und können sich nicht verstehen. An erster Stelle behaupte ich, sie wollen sich gar nicht verstehen, denn wo eine Wille ist, sagt er lächelnd zweideutig, da ist auch ein Gebüsch falle ich ihm ins Wort und wir gehen ganz ungezwungen zu einer kleinen Zukunftsbetrachtung über.

Weißt du eigentlich, an welcher historischen Stelle wir hier sitzen, hinter uns ist das berühmte "Goldene Tor". Die einen freuen sich auf die Zeit, zu welcher durch dieses Tor der Befreier einziehen wird, die anderen haben es zumauern lassen. Mir ist es eigentlich egal ob es nun zugemauert ist oder nicht. Wenn einer eine so große Befreiungskraft hat, dann stören diese paar Mauersteine nicht. Als Tor, als Symbol würde es mir auch besser gefallen ohne Mauersteine und durch ein Tor soll man auch hindurchgehen, das ist nun mal eigentlich sein Bestimmungszweck. Da war einer Mächtiger und hat den anderen das so gezeigt, ihn also unverständlich geärgert. Gezeigt, wer er ist, was er kann, auch ohne Worte. Sollten sie ihm wirklich gefehlt haben, die richtigen Worte?

Wäre es nicht an der Zeit, dass die Menschen, die sich treffen auch verstehen? Meinst du in Worten? Ja und nein. In ersten Linie sollten sie doch den Willen haben sich zu verstehen, der eine sollte auf den anderen zugehen und im unmissverständlich zeigen was zu zeigen ist. Sollte das denn nicht möglich sein? Als Kolumbus andere Menschen sah, fand er auch Mittel zu zeigen was zu zeigen war und man Verstand sich, wenn auch nicht in dem Sinn, den ich gern möchte. Verstehen heißt annehmen, lieben, verzeihen und so viele Worte gibt es dafür und sie sind alle so schön. Um sich wirklich zu verstehen bedarf es des ganzen Menschen. Seine ganze Erscheinungsform sollte er zur Verständigung gebrauchen und es sollte doch gelingen, wenn die Seele dazu bereit und frei ist. Jetzt gab ein Wort das andere. Man sollte diesen Ort, hier, an welchen wir sitzen, wählen. Man brauche dazu viel Geld, man darf am geringen Anfangserfolg und der geringen Anteilnahme nicht verzweifeln. Wenn die Menschen sich verständigen wollen, dann wird es auch geschehen. Ehrlichkeit und Recht und Freiheit, Worte oder Vermächtnis.

Eine Gruppe muss den Anfang machen, muss sich finden. Er machte eine Pause und ich frage, wer sollte in solch einer Gruppe sein?. Nur Spezialisten, sagte er schnell, aber Menschen welche sich ganz diese Sache verschrieben haben. Es werden Sammler, Aufbereiter, Tester und Korrektere und ganz wichtig, es werden Verkünder sein. Verkünder die nicht nur etwas sagen, sondern den Boden bereiten, damit dass Gesagte Frucht trägt. Ich begann zu verstehen und verstand doch so wenig. Er sah es meinen Augen an und sprach schnell weiter.

Denken wir nur an die Sammler. Stell dir vor, was es alles schon gibt was über der so genannten Muttersprache steht, oder besser gesagt nebenher läuft, wir müssen es nur suchen. An was denkst du da? Auch das muss gesucht werden, aber so auf Anhieb fällt mir doch einiges ein. Das Morsealphabet, die Taubstummensprache. Ja, die Darstellung des Menschen, seine Gebärden, die doch soviel sagen. Die Ziffensprache in der Meteorologie. Ist es nicht faszinierend, das alles zur gleichen Zeit in der Welt in den Himmel schauen und mit wenigen Zahlen allen mitteilen was sie sehen? Sind doch schon Prachtkerle, diese Meteorologen. Denken wir an die Mathematik, an die Musik. Wenn man will, wird man viel Gleichklang finden und nach und nach viele Menschen anregen in diesem Gleichklang zu denken und zu leben. Und eines Tages wird man nicht mehr verstehen, dass man sich nicht verstehen konnte, so einfach ist das.
Gabriel schaute schelmisch zu mir und wir begannen herzlich zu lachen.
Es klingt ganz vernünftig sagte ich und mir fällt ein, dass ein ungarischer Spezialist, ich merkte gar nicht, dass ich schon an die Wortwahl von Gabriel anlehnte, die Zusammenhänge von Form, Farbe, Tönen und Bewegung untersuchte. Ja, sagte Gabriel, solche Spezialisten meine ich, aber, sie müssen mehr als nur das eine wissenschaftliche Handwerkszeug beherrschen, sie müssen dafür und damit leben, begeistern und sie müssen - und das ist nun wieder in meinen Buch gut beschrieben, dabei klappte er seine Bibel zu - sie müssen Apostel sein.

Ich bin davon überzeugt, das man eines Tages uns durch dieses Tor einziehen sehen wird, uns und alle Menschen die sich verstehen und wir werden uns wundern wie wir alle durch dieses kleine Nadelöhr passen. Eigentlich ist die Zeit reif, stimmte ich ihm bei. Er nickte vor sich hin und schob seine Sportmütze in die Stirn. Jetzt brauchten wir nur noch einen Goldesel und unser Märchen könnte war werden.


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Zeittafeln:

Zeit Person Ereignis Zeit Orte Quelle
Alter
_________________________________________________________________
600J Noah Alter vor der Sintflut
098J Sem, Sohn v.Noah mit 502J; 98J v.d.S. geb.
0000 Sintflut, Ende auf dem Berg Ararat nach 7Mo.+7Tg
350J Noha, Alter nach der Sinnflut
502J Sem, im Alter v.2 Jahren nach der Sintflut ein Sohn geb.
438J Arbachschad, Sohn v.Sem mit 100J, 2J n.d. Sintflut
433J Schelach Sohn v.Arbachschad mit 35J
464J Eber Sohn v.Schelach mit 30J
239J Peleg Sohn v.Eber mit 34J
239J Regu Sohn v.Peleg mit 30J
230J Serug Sohn v.Regu mit 32J
148J Nahor Sohn v.Serug mit 30J
250J Tharah(ch) Sohn v.Nahor mit 29J Ur -Haran
175J Abraham Sohn v.Tharah mit 70J. 292 n.d.S.
(Abram)
168J Isaak Sohn v.Abraham m. 100J 392 n.d.S.
147J Jakob(Israel) Sohn v.Isaak m. 60J 452 n.d.S.+539 n.S
2000vC. Juda Sohn v.Jakob(Israel), einer der 12 Söhne - 12 Stämme.
137J Levi Sohn v.Jakob weitere Söhne:
1700vC. Joseph Sohn v.Jakob: Ruben, Simeon, Isachar, Sebulonbeim Pharao, Benja- min, Dan, Naphtali, Gad, Asser.
133J Kehat Sohn v.Levi
137J Amram Sohn v.Kehat
120J Moses Sohn v.Amram, geb. in Ägypten am Nil
1300v.C. kein Sauerbrot, Auszug a.Aegy. 10 Gebote u.a.Vorschriften.
2 Zählungen,
110J Josua v. Moses eingesetzt m. 120J
1230v.C. Sohn v.Nuns, trocken durch den Jordan
Juda Sohn v.Jakob, vom Herrn eingesetzt
1012v.C.Saul stirbt mit allen Söhnen
1004v.C.David Bürgerkrieg zw. Israel u.Juda, Koenig über ganz Israel
40 J. Koenig, in Hebron u. Jerusal.
965 v.C.Salomo Sohn v.David, Tempelbau 962-55, 40 Jahre Koenig
926 v.C.Rehabeam Sohn v.Salomo Zerfall, Teilung des Reiches
in Juda bis 400 ca.
926 v.C.Jerobeam I.in Israel bis 722
Hiob
332.C. Ab Alexander d.Große Palästina
---------


Palästina
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332 - 323 Alexander d.Große unter makedonischer Herrschaft
323 - 312 versch. Nachfolger v. A.d.Große
312 - 198 unter ägypt. Herrschaft
198 unter syrischer Herrschaft
175 Jasons Hohepriester
171 Menelaus Hohepriester
169 Antichus Jerusalem zerst. u. geplündert
166 Judas Makka jüd. Widerstand geg. syr. Politik
160 Jonathan übernimmt den Kampf und
152 wird Hohepriester
151 - 150 wird er als Teilherrscher anerkannt
143 seine Ermordung
142 - 37 wechselhaftes Geschehen
40 Herodes Sohn des Antipas, in Rom zum König von Judäa ernannt
37 Herodes erstürmt mit den Römern Jerusalem
37 - 04 Herodes Herrscher in Jerusalem
07 Jesus, mögliches Geburtsjahr
04 Herodes gestorben

Hauptdaten in der Geschichte Israels ! ( - nach Gabriel unserem Freund und Guido)
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10000-7000 v.Chr. Funde der prähistorischen Jäger- und Sammlerkulturen
7000-5000 Jungsteinzeit, die ersten Stadtkulturen - Jericho
5000-3000 Calculiticum, Kupfer u. Stein, Nomadenkulturen
3000-2000 Frühbronzezeit, neue Großstädte, erste Schriften,
Altägyptisches Rei,

1950 Abrahams Ankunft in Canaan, -kommt nach Salem,
1750-1650 Die Zeit Abrahams, schwaches Ägypten "Hyksos",
1600-1500 Josef - Jakobs Sohn in Ägypten "Hyksos",
1500-.... Spätbronzezeit, Ägypt. Neureich, Thutmosis III.
1350 Auszug aus Ägypten
1250 Josua führt die Kinder Israels in das gelobte Land
1250-1150 Eisenzeit, Israel. Exodus aus Ägypten, eindringen der
Seevölker, Philister, schwaches Ägypten,

1200-1000 (1030) Zeiten der "Richter", Deborah, Gideon, Samson

1020 Saul wird der erste (gekrönter) König von Israel
1000- 960 König David, Jerusalem wird Hauptstadt,
1004 - 965 Regierungszeit von König David. oder
1011-972

960- 920 König Salomon, Bau des ersten Tempels, oder
965-922

953- 930 Teilung des Königreiches zw. Israel und Jehuda
933- 722 Könige von Israel

721 Samaria und das Nordkönigreich zerstört

586 Zerstörung des ersten Tempels durch Nebukadnezar
durch die Babylonier. Der Stamm Jehuda verbannt
nach Babylonien. oder 587,

539 Rückkehr der Juden nach Jerusalem

516 Unter Kyrus der Perser, Bau des zweiten Tempels
oder 520,
445 Rückkehr nach Zion unter Esra (Ezra) und Nechemia

333 Beginn des Hellenismus, Alexander d. Große
erobert Palästina , Jerusalem oder 332,

332- 168 Griechische Periode

167- 163 Makkabäer (hasmonäer)-Aufstand

167- 66 Das Jüdische Reich der "Hasmonäer"
Judasmakkabäus, Die Zechozäer, Pharisäer und
Essener,

66 Pompejer, Judea unter Römischer Herrschaft
Ponpejus erobert Palästina, Jerusalem,o.64,o.63

40- 04 Großkönig Herodes, Vergrößerung des zweiten
Tempels. oder 37 - 04,

ca. - 06 Geburt Jesus, oder 04-01,

30 n. Chr. Kreuzigung Jesu unter Pontius Pilatus

66 n. Chr. Zeloten Revolte gegen die Römer

70 Revolte unterdrückt von Titus
Zerstörung des zweiten Tempels

73 Helden von Masada, Eroberung von Masada, letztes
jüdisches Bollwerk

132- 135 Bar Kochba - Aufstand gegen Hadrian

330 Konstantin verwandelt Jerusalem in eine
christliche Stadt

330- 614 Palästina unter Byzanz,

614 Perser - Invasion, Zerstörung der Kirchen

390- 630 Byzantinische Herrschaft

636-1099 Palästina unter Frühmoselmanischer Herrschaft -
Arabische Herrschaft, oder 638-1099,

1099-1291 Die Kreuzzüge, Kreuzfahrerperiode,

1290-1517 Herrschaft der moslemischen Mamelukken
oder 1250-1516

1517-1917 400 Jahre ,Palästina wurde erobert durch
Türkisch Ottomanische Reich. Osmanenreich
oder 1516, oder 1571


1917-1948 Palästina wird durch
die Alliierten erobert. 1. Weltkrieg
1922 Britisches Mandat

1948 15.5. Gründung des Staates Israel nach verstärkter
Einwanderung und der Befreiungskrieg
Jerusalem zw. Israel u. Jordanien geteilt

1949 Jerusalem, Hauptstadt Israels

1956 Sinai - Operation -Feldzug

1967 Juni Sechstagekrieg, Jerusalem vereint,

1973 Okt. Jom Kippur - Krieg

1977 Nov. Ägyptens Präsident Sadat besucht Israel

1979 März Unterzeichnung d. Friedensvertrages mit Ägypten

1981 Frieden mit Ägypten

1982 April Endgültiger Rückzug vom Sinai

1982 Juni Friede für den Galiläa Feldzug

1981-1983 Der Libanon - Sumpf

1991 Die Golf Krise





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