Reisen

Erzgebirgsfritz und seine Eindrücke.
Urlaub der Gemütlichkeit 5/2011
Durch den Kanal von Korinth 8/2011
Ungarn grüßt 9/2011 1001




Nr. 1001; Reisebeschreibung: Urlaub der Gemütlichkeit im Mai; und im August durch den Kanal von Korinth;





Urlaub der Erlebnisse, der Erholung und der Gemütlichkeit nach:
(I) Südtirol, Rabland - (A) Reifnitz, Wörthersee - (SLO) - (A) Karlsdorf, Millstätter See;
im Mai anno 2011, von So. den 15. bis So. den 29.


Vorbemerkungen:

(Auto: Eppendorf-Reschenpass-Rabland; 590 Min.=70km/h, o.P. 485 Min.=86km/h: 692 km)
(Auto: 3 Ausflüge in Südtirol: 62 km)
(4 Radtouren: 27 km)
(3 Bergtouren 13 ½ Std., 3 Wanderungen 25 km, 3 Spaziergänge: 150 Min.)
(2mal Seilbahn)
(Auto: Rabland - Reifnitz; 370 Min.= 53 km/h; o.P. 270 Min. = 72 km/h: 326 km)
( 14 große u. kleine Ausflüge in Österreich: 992 km)
(4 Radtouren 51 km)
(5 Bergtouren 16 Std., 3 Wanderungen 7 km, 3 Spaziergänge: 205 Min.)
(2mal Schifffahrt)
(Auto: Millstätter See - Eppendorf: 495 Min. = 87 km/h: o.P. 380 Min. = 113 km/h): 716 km)
(Auto, gesamt: mit Räder, 180 Liter DK a. 1,32 €/ Liter, Du.-verbrauch 6,48 L/100km, 2.788 km)

Sollte jemand diese Statistik gelesen haben, dann könnte er sagen:
"Von Gemütlichkeit keine Rede!" Ich will dagegenhalten.
Statistik so gebracht, wie es vor allem Politiker machen, oder machen müssen, zielt bewusst in eine bestimmt Richtung, die uns in die Richtung des "Gewaltigen" hin beeinflussen soll.
Ich möchte versuchen die Zahlen so zu beschreiben, dass Gemütlichkeit in diesem Urlaub einwandfrei an erster Stelle steht.

15 Tage, das sind 360 Stunden. Ziehen wir 1/3 davon ab, die man allgemein zum schlafen aufbringt, verbleiben (alles in ca.) 240 aktive Stunden übrig = 100 %.
Als anstrengend setzte ich 40 Autostunden an = 16,7%.
Nehmen wir die 28 Stunden Bergtouren noch als "nicht gemütlich" dazu = 11,7%
verbleiben durchschnittlich 11 von 16 aktive Stunden pro Tag für Gemütlichkeit und andere Kleinigkeiten wie spazieren, relaxten, lesen und was der heutige Durchschnittseuropäer so als gemütlich ansehen könnte.

Ich fahre sehr gern Auto, (- pflüge die Luft mit Genuss,) und eine Bergwanderung kann bei allen Anstrengungen auch als sehr schön - fast als gemütlich betrachtet werden wenn man es so sehen will, bzw. kann - wir können es noch, Gott sei dank - und ich weiß: "Für jeden kommt der Tag" - auch für mich! Heute möchte ich in meinen Schildrungen die "Gemütlichkeit" in den Vordergrund stellen.


So. den 15.Mai.
3:10 ab Eppendorf, 4 Pausen insgesamt 35 Min. und 60 Min. Mittagessen im "Dreiländer Heidepark". Nach 692 km, 13:00 in Rabland an der Etsch. Nach einer kl. Siesta, 16 -18:00, 6 km, Radtour nach Töll mit einer kleinen Wanderung auf dem "Marlinger Waalweg"; 19 -21:00 ein Spaziergang zum Happichler zum gemütlichen Abendessen mit Mineral, Rotwein, Spargel, Lasagne, Heidelbeerbiskuit
und 2 Espresso für 32 €.

Es war ein anstrengender, langer Tag, aber erlebnisreich - wir hatten uns auch im Voraus etwas ausgeruht. Unsere Reise führte ab Garmisch-Partenkirchen westlich an der Zugspitze vorbei über den Fernpass mit seinen 1216m, hinab ins Tal des Inn, dann hinauf zum Reschenpass auf 1507m. Auf allen Höhen war es kühl, so zwischen 3-5 °C zeigte das Thermometer an. Am Reschenpass tanzten einige Schneeflocken vor der Autoscheibe, und ein starker Wind fegte über den Reschensee. Das Mittagessen im Dreiländereck "Heidepark", welches zum Ort Mals gehört, haben wir richtig genossen.
Als wir nach dem Mittag in Rabla/Rabland, 12 km westlich von Meran eintrafen empfing uns eine angenehme Wärme, die uns richtig gut tat. Die liebe Familie Vorhauser erwartete uns schon und wir genossen den Rest des Tages in guter Laune. Denn eine kleine Radtour um die Beine zu lockern, eine Erkundung des "Marlinger Waalweges", auf dem wir in den kommenden Tagen wandern möchten und ein Abendspaziergang hinauf zum Happichler, wo wir uns es gut schmecken ließen, rundeten den Tag ab. Zum Andenken nahmen wir eine Flasche des selbst ausgebauten mundigen Rotweines der Happichler mit, für eine Stunde der Erinnerungen wenn wir wieder im heimischen Erzgebirge zurück sein werden.


Mo. den 16. Mai.
Nach dem Frühstück, 9:15, in 30 Min. 21,5 km zum Pfossental, 7 Std. Bergtour 1600 - 2200m, dv. 2 Std. Jause in die Radleid-Alm auf 2004m, weiter bis Eishof und weiter bis zur Schneegrenze u. zurück, nach 21,5 km 17:15 an Rabland; Einkauf von Mineral und Honig, nach einer Siesta 18:00 ein Spaziergang in die Gutraunstuben zum Abendessen mit Rotwein, Mineral, Käseknödel, Topfernravioli für 22,60 €.

Hinter Naturns bogen wir ins Schnalstal ab. In der Nähe von Karthaus ging es rechts die steile, enge Bergstrasse hinauf zum Parkplatz am Vorderkaser.
Eine Bergtour zum "einlaufen" so sagen wir uns immer. Wir haben uns viel Zeit genommen und was das Pfossental alles zu bieten hat sollte jeder für sich selbst erfahren. Gut begehbar ist der Weg, schöne Eindrücke, und unser Favorit ist die Radleid-Alm. Das junge Paar gibt sich viel Mühe und das spürt man in jeder Phase ihres Tuns. Essen auf Wunsch, eine Räucherkammer zum hineinlegen, und der Chef zimmert aus Lerchenholz erstklassische moderne Zimmereinrichtungen die zum verweilen einladen - wir werden es uns noch überlegen, wenn wir Gleichgesinnte Mitstreiter finden.
Bis zur Schneegrenze, weit hinter dem Eishof, stiegen wir auf. Im letzten Jahr, auf den Tag genau, überraschte uns das Tal mit einer Pracht an Krokussen und die Schneegrenze lag direkt am Eishof. Dieses Jahr begrüßten uns nur noch die Nachfolger der Krokussen, vor allem der Enzian in groß und klein und den in reicher Fülle.
Zu Haus genehmigten wir uns eine ausgiebige Siesta, dazu lud die große Liegewiese ein. Am Abend spazierten wir hinunter an die Etsch und speisten gut und sehr reichlich in den Gutraunstuben. Ein Tag den wir uns so gewünscht hatten erfüllte alle Erwartungen.


Di. den 17. Mai,
Frühstück, ab 9:00, 6 km Radtour nach Töll; 9:30-14:00 16 km Wanderung auf dem Waalweg bis Marling u. zurück mit Picknick und Most für 1 €, 15 Uhr eine Siesat, 17:30, 8 km eine Radtour nach Plaus zum Abendessen mit Spagetti, 19:00 ein Abstecher in die Kirche in Plaus zum "Totentanz"; 20:00 in Rabland.

Heute haben wir unsere Räder in Töll hinter dem "Kiosk für Früchte" abgestellt und steigen ein in den Marlinger Waalweg. Er ist mehr als eine Wanderung mit grandiosem Blick auf das Meraner Becken, er ist ein Geheimtipp, geeignet für Familienausflüge und dadurch auf Teilstücken zu den Wochenenden überlaufen. Er zählt zu den beeindruckendsten Kunstgräben seiner Art. Felsen werden passiert, das Wasser des Bewässerungskanals im Kunstgraben begleitet uns ständig, wird über Brücken und durch Tunnels geleitet. Der Waalweg verläuft durch die von Weinbergen geprägte Landschaft bei Tscherms. Die ersten 200m ist der Waal-Kunstgraben trocken, danach begleitet das Wasser ständig den gut begehbaren Weg. Es gibt Einkehrmöglichkeiten und auf dem Rückweg stand eine "Tankstelle" für Most und Saft, dafür wurde 1 € erbeten. Auf unserer Liegewiese machen wir es uns am Nachmittag recht gemütlich. Zum Abendessen geht es mit den Rädern nach Plaus. Direkt am Weg empfehle ich ein Rasthaus, bekannt für ausgezeichnete Pasta, die wir uns gut schmecken ließen.


Mi. den 18. Mai.
Nach dem Frühstück fahren wir mit dem Auto 9:00 Uhr; 8,1 km nach Naturns; 9:15, 545m, mit der Seilbahn auf den Naturrn-Sonnenberg nach Unterstell in 1282m, 9:30 - 14:00 unternehmen wir eine schöne Bergtour: Rundweg 10a/10 Lint auf 1464m, auf Meraner Höhenweg 24 bis Innerforsch 1470m, auf 24b zurück; Kaffee im Untersteller Hof, 14:25, 6,2 km zurück nach Rabland, 15:00 Siesta auf der Liegewiese, Abendessen auf dem Balkon. 18:30 - 20:00, noch eine 7 km lange Radtour in Richtung Naturns.

Die Bergtour auf dem Sonnenberg über Naturns ist zu Beginn etwas anstrengend. Ab der JH Lint geht es sehr bequem weiter. Die Ausblicke nach Osten Süden und Westen sind überwältigend und die Wiesenblumen sprechen eine eigene anhimmelnde Sprache.
Dieser Weg sei auch für Kinderwagen geeignet.

Das kann ich mir nicht vorstellen, aber wenn ich die Jugendlichen so ansehe, wie sie sich mit ihren schweren Rädern auf den Gebirgspfaden sichtbar von uns "unterscheiden" und ihre Mobilität gern überdeutlich zur Schau stellen, denen traue ich das zu.
Dazu fast passend: Ich sah eine Jugendliche im knapp sitzenden Sportzeug, bunten Haaren, viel sichtbaren Piercingschmuck, die mit Inlineskater an den Füßen, einen Kinderwagen vor sich herschiebend, viel Technik am Körper um damit Musik ins Ohr zu bekommen, eine brennende Zigarette im Mund und die Sonnenbrille gen Himmel gerichtet durch den Kurpark "düsen"!

Im Untersteller Hof schmeckte uns Erdbeerrolle, Sahne und Kaffee sehr gut. Nach unserer Siesta ließen wir uns das Abendessen auf einem unserer zwei Balkone gut schmecken. Der Abend war so schön und geeignet um noch eine Radtour in Richtung Narurns zu unternehmen. Die Fahrt durch die Apfelplantagen, zu Beginn der Tour der untergehenden Sonne hinterher, war ganz nach unserem Geschmack.


Do. den 19. Mai.
Frühstück, 8:20 1,1 km zum P, 8:30 Seilbahn auf den Giggelberg, 1535m, 9-13:00 Uhr Bergtour zur "Ziegenalm" auf 1650m, Mittag bei Heidi im Giggelbergerhof, Mineral, Erdbeerbuttermilch, Kaffee, Speckknödel, Sahnerolle, für 13,40€; 14-14:30 Uhr, 1,1 km zurück mit Speckeinkauf im Stockerhof, bis 18:00 Siesta auf der Liegewiese, 18:30 Spaziergang zur Laterne zum Pizzaessen: Hawai, Mozzarella m. Tomate, Mineral, Burgunder für 22,50€, 20:00 zurück.

Hinter dem Haus ist gleich der neue Lift, aber es geht doch ganz schön bergauf und so fuhren wir das kleine Stück bequem mit dem Auto. Der Lift brachte uns schnell auf den Giggelberg. In 1553 m hat man wieder den einzigartigen, atemberaubenden Blick über das Tal hinweg auf die Berge bis hin zum Ortler und im Osten kann man die 3 Zinnen erkennen. Wir steigen den Weg Nr. 2 steil bergan in Richtung Ohrnknott. An der Waldgrenze machen wir eine ausgedehnte Rast auf der Ziegenalm. Die nennen wir so, da Ziegenherden ohne Begleitung ihren Weg zum melken in den Stall finden. Wir relaxen ausgiebig und genießen unser reichliches Picknick.
Bei Heidi im Giggelberghof lassen wir es uns gut schmecken. An diesem neuen Hof gibt es nichts auszusetzen. Leider gibt es noch keine Abstimmung zwischen dem Hof, der Seilbahn, dem Parkplatzbetreiber und der Gemeinde - und damit sind in erster Linie die Touristen und die Gäste die Leidtragenden. Ein gesundes Miteinander bringt hier mehr als der jetzige verhärtete Zustand - leider! Bei diesem Nebeneinander kommen auch die Bahn und Ihre Anteilseigner, die einfachen Bürger die mit vielen kleinen Beträgen den Bau unterstützten, nicht in die " schwarzen Zahlen". Auf der Rückfahrt machten wir am Stockerhof halt; auch so ein Geheimtipp. Den guten geräucherten, luftgetrockneten und immer sehr gut gewürzten Spezialitäten konnten auch wir nicht widerstehen. Am Abend ein Spaziergang an der Etsch in die "Laterne" zum Pizzaessen.
Nach 20:00 Uhr gebe ich noch die Räder aufs Auto und ordne etwas unser Gepäck, denn morgen heißt es: " Abschied nehmen".




Fr.- den 20. Mai.
Frühstück, 8:15 ab Rabland, 10:15 bis 11:30 5 km Rundwanderung um den Toblacher See (Nähe 3-Zinnen); 12:05 30 Min. Picknick, 14:25 nach 326 km an A-Reifnitz am Wörthersee, 16-18 Uhr 3 km kl. Radtour zur Fally auf ein Eis; 18:15 Abendessen auf dem Balkon über dem. See, 19-20 Uhr Abendspaziergang "mit dem Fuchs".

Unser letztes Frühstück bei Freunden - ein herzlicher Abschied - und wir reisen weiter in Richtung Osten an den Wörthersee nach Österreich.
In der Nähe der 3 Zinnen machen wir einen Abstecher am Toblacher See. Die Rundwanderung um den See ist Erlebnis und Erholung zugleich. Die bizarren Berggipfel die sich im klaren See spiegeln sind Balsam für Auge und Gemüt. Der Rundweg ist sehr bequem und offenbart viele nützliche Details. In der Nähe von Lienz genehmigen wir uns ein ausgiebiges Picknick. Gegen 14:30 Uhr fahren wir in Reifnitz am Wörthersee ein. Die Pension "Safronhof" ist zu finden; und bei freundlicher Aufnahme wohnen wir ab heute in unseren 2 Zimmern, Flur und ein großzügiges Bad, dazu ein schöner großer Balkon mit Blick auf den Wörthersee über die Bucht von Reifnitz hinweg - was will man mehr. Der gute erste Eindruck wird in der Folgezeit nicht getrübt. Mit dem Rad machen wir eine Erkundungstour auf ein Eis zur "Fally" einer gepflegten Bäcker- und Konditorei. Leider wird in Österreich immer noch viel geraucht! Bei diesem Ausflug stellten wir fest, dass es ganz schön steil bergauf zum "Safronhof" geht. Im BILLA hatten wir uns noch mit Mineral versehen und das wollte auch noch gefahren, besser geschoben werden.
Nach dem Abendessen auf dem Balkon machten wir noch einen Waldspaziergang in Richtung Keutschach und ein Fuchs ließ sich ab und zu hören.


Sa. den 21. Mai.
Frühstück auf der Terrasse, 08:30 - 14:00, 30 km Radtour nach Klagenfurt u. zurück, auf einen Möhrensaft u. Teekauf, 11:30 auf einen Kaffee am Radparkplatz, bis 17 Uhr Siesta auf der großen Liegewiese am Safronhof, 1 km mit dem Auto zum Abendessen im Seehotel Sille.

Auf der großen Terrasse mit dem bezaubernden Blick auf den Wörthersee beginnen wir diesen Tag mit dem Frühstück welches nach wenigen Worten nach meinen Wünschen zusammengestellt wurde. Gut gestärkt beginnen wir unsere geplante Radtour nach Klagenfurt auf den großen Markt am Sonnabend. Unsere Räder finden den Weg fast von allein und da uns alles so vertraut ist, ist es die reine Erholung. Ehe wir uns versehen, stehen wir auf dem Markt im Menschengewühle. Nur Einheimische sehe ich und was ich noch sehe ist gut. Pflanzen, Fische, Fleisch, Wurst, Backwaren, Süßigkeiten, Teigwaren und, und, …, unser frisch gepresster Möhrensaft. Als ich mich gegenüber an einen kleinen Tisch lehne und auf meine Frau mit dem Möhrensaft warte um danach noch einen Kreiner mit Krem an diesem Stand zu kaufen werde ich etwas unsanft, fast in einem Ton den ich nur aus Ländern viel weiter im Osten schon einmal gehört hatte, darauf hingewiesen, das dieser Tisch nicht zum Möhrenstand gehöre - eigentlich habe ich so etwas noch nicht in Österreich erlebt. Der Kreiner mit dem Möhrensaft haben mir trotzdem geschmeckt - komme ich doch jedes Jahr einmal an diese Stelle. In der Apotheke am Markt bekomme ich auch noch eine spezielle Teesorte, welche man in Deutschland immer mit erheblichen Wartezeiten bestellen muss. Am Radparkplatz liegt ein gut geführtes Kaffee und dort schmeckte uns der Kaffee besonders gut.
Nach einem längeren Aufenthalt in den Parkanlagen an der Seepromenade fahren wir an die Landspitze ins berühmte Schlosslokal "Maria Loretto", und bestellen für den morgigen Sonntag Abend zwei schöne Terrassenplätze mit diesem einmaligen Blick über fast die ganze Länge des Wörthersees.
Am späten Nachmittag machen wir es uns auf unserer Liegewiese bequem und fahren am Abend runter zum Seehotel Sille zum Abendessen.


So. den 22. Mai.
Frühstück, 8:20, 43 km in 45 Min. nach St. Kanzian "P" Bachweg, 9:05 - 12:00 8 km Rundfahrt um den Klopeiner See, 11:00 Picknick, 12:10 mit dem Auto 5 km "P" Seidendorf, 12:30 gemütlich Kaffee auf dem Schiff, 14-15:400 Schiffrundfahrt auf der Drau, 15:50 - 16:50 , 63 km Rückfahrt, 18:00 mit dem Auto nach Klagenfurt, bis 20:00 ein Abend im "Maria Loretto", Rückfahrt n. Reifnitz.

Der heutige Sonntag sollte ein ganz besonderer Tag werden - und er wurde es. Gegen ½ 9 Uhr fuhren wir an den Klopeiner See. Dort unternahmen wir eine Radtour rund um den See. Anschließend unternahmen wir noch einen langen Spaziergang auf der Promenade, welche man nicht befahren darf. Ein schönes Picknick machten wir am See und nachdem die Räder wieder auf dem Auto gelandet waren, ging es ein kleines Stück zurück an die Drau nach Seidendorf. Das Schiff im Hafen ist, wenn es nicht fährt, auch öffentliches Lokal und wir genießen lange und gut diesen einmaligen Kaffee und das gute Gebäck auf dem Wasser. Pünktlich 14 Uhr stachen wir zu einer Rundfahrt auf der angestauten Drau, machten in Völkermarkt einen kurzen Stopp und haben uns zuerst auf Deck und dann zum Essen unter Deck sehr wohl gefühlt. An späten Nachmittag waren wir wieder zu Hause und bereiteten uns auf das "Galaabendessen vor. Ein Abend im "Maria Loretto" ist und bleibt ein ganz besonders schönes Erlebnis. Und nicht nur die ausgewählten Speisen und Desserts begeisterten uns…
Ein Abend auf unseren Balkon rundete diesen schönen Tag ab.


Mo. den 23. Mai
Frühstück auf der Terrasse, 60 km, 8:10 - 9:15 P Eisenkappler Hütte, 1500m, bis 14:30 Bergtour auf den Hochobier, 2142m, 29 km 15:15 am P Wildenfelser Wasserfall, Wanderung zum Wasserfall bis 16:10, nach 44 km 17:00 an Safronhof, Siesta auf der Wiese, 18:00 Abendessen auf dem Balkon, 13 km, nach Velden, 19:30 - 21:10 Abendbummel in Velden.

Heute hatten wir uns ein Ziel gestellt im Bewusstsein, dass wir es rein kräftemäßig unter Umständen nicht mehr erreichen können. Wir erreichten es, wenn, zugegeben, auch unsere "Schmerzgrenze" fast erreicht wurde. Der Hochobir mit seinen 2142 m war unser Ziel - und auf diesen Berg führt keine Bahn. Es geht alles nur mit unserer Muskelkraft. Ich habe einige Seiten mit Blumenbildern zusammengestellt aus allen Alpengegenden die wir aufsuchten, von der Bergtour auf den Hochobir sind einige Bilder dabei. Diesen Aufstieg machten wir zum dritten Mal und es war schön wie beim ersten Mal.
Ich hatte eine Rundfahrt geplant. Die Höhlen am Obir haben wir weggelassen, da wir diese kennen. Aber am Wildenfelser Wasserfall, an der Nordseite des Hochobir, wollten wir auf alle Fälle noch einmal vorbeisehen. Dort war sehr viel erneuert worden gegenüber unseren Eindrücken von vor 20 Jahren - den steilen Aufstieg zum Wasserfall hatte ich aber nicht mehr so anstrengend in Erinnerung. Gegen 17:00 Uhr labten wir uns verdient auf unserer Liegewiese und aßen zu Abend auf dem Balkon. Wir hatten uns überraschend schnell und gut erholt. So stand einer Fahrt nach Velden nichts im Wege. Dort machten wir einen ausgedehnten abendlichen Spaziergang, und den haben wir genossen. Ein Abstecher zum Casino und etwas träumen, hinein in die hereinbrechende Dunkelheit darf es schon sein. Je dunkler es wird, umso kräftiger schiebt sich die Promenadenbeleuchtung in den Vordergrund. Dies alles, und noch vieles Andere nahmen wir in uns auf. Ein Spaziergang zum verlieben. Dieser Tag war anstrengend, aber auch ganz besonders schön für uns.


Di. den 24.Mai.
Frühstück auf der Terrasse, 9:30 - 10:45, 77 km, Fahrt nach Slowenien zum Vrsic-pass auf 1611m, 2 Std. Bergwanderung auf den "Monte St. Maria", 1700m, 12:45 - 13:55 77 km, zurück, Siesta auf der Wiese, 12 km zum Höhenwirt unter dem Pyramidenkogel, 18-20:00 Abendessen beim Höhenwirt.

Nach Italien oder Slowenien? Wir entschieden uns spontan für Slowenien an den Fuß des Triglav. In zügiger Fahrt ging es über den Wurzenpass mit seine 1073m, dann hinab nach Kranjska Gora zu den Flugschanzen und dann hinauf auf den Vrsic - Pass mit seinen 1611 m. Hinter uns im Westen der Mojstroka, 2369 m, den wir einst bestiegen hatten, vor uns im Osten der Triglav, 2864 m hoch, den wir noch nicht gemacht haben. Den Einstieg an der Pericinek - Basis haben wir uns aber schon angesehen.
Heute wandern wir nach Osten an zwei Hütten vorüber auf einen kleinen Berg, fast nur ein Hügel mit einem Messpunkt auf 1800 m. Wir gaben ihm den Namen: "Monte Santa Maria". Er ist umgeben von diesen herrlichen Gipfeln und wir sind im Bewusstsein das in 70 km Luftlinie nach Süden die Adria an diese Bergkette stößt, dass im Isonzotal Anton Günther kämpfte, all das ging mir durch den Kopf bei unserem sehr üppigen 2. Frühstück. Es fehlt an nichts und wir nahmen uns sehr viel Zeit. Wieder auf dem Safronhof gingen diese Eindrücke immer noch nicht aus dem Kopf. Das änderte sich erst, als wir am Abend auf der Terrasse bei Höhenwirt in der Nähe des Pyramidenkogels saßen und hinüber auf diese wunderschönen Karawanken blickten. Das Essen war wie immer gut, wenn mir auch die unübertreffliche Rheinanke fehlte. Nach Sonnenuntergang begaben wir uns wieder auf den Heimweg.


Mi. den 25. Mai.
Frühstück auf unserer Terrasse, 8:15, 34 km, Fahrt zum Loibel ins Bodental, 09:00 Spaziergang zum Meeresauge, 09:45 4 ½ Std. Bergtour über die Märchenwiese 1157m, auf die Orgis-Alm in 1700m, 14:15 - 15:00 eine Jause beim Bodenbauer, nach 34 km, 17:15 an Safronhof, 16 - 19:00 Kaffee und Eis auf der Terrasse im Seehotel Sille, 20:00 Abendessen auf unserem Balkon.

Heute geht es in flotter Fahrt in Richtung Loibelpass. Am kleinen Loibel, hinter der Tschepperschlucht, bogen wir rechts ins Bodental ab. Am Meeresauge, 1010m, waren wir immer vorbeigefahren, heute nicht. Ein Holzsteig erleichtert den Zugang zum Meeresauge. Eine mit blauem Wasser gefüllte Bodenvertiefung wird ausschließlich durch den Grundwasserstrom gespeist. Die starke Blaufärbung entsteht durch Algen. Die Sage berichtet: "Das Auge soll schon einmal einen Ochsenwagen verschlungen haben, der im Veldesen See wieder zum Vorschein kam".
Ein wirklich erholsames Plätzchen, bestens hergerichtet und gemütlich zu begehen. Vom Bodenbauer aus starteten wir eine Bergtour über die Märchenwiese auf die Orgis-Alm. Sie liegt höher als die berüchtigten "Stinsen", welche wir öfter durchstiegen sind. Wir benutzten die neue Bergstraße, die Höhe muss aber trotzdem überwunden werden. Die Alm liegt einsam und unberührt und soll neu erschlossen werden. Auf dem Rückweg kehrten wir zur traditionellen Jause beim Boddenbauer ein. Wir durften auch wieder der alten Bodenbäuerin die Hand drücken. Besonders das "Verhackte" schmeckt uns beim Bodenbauer immer am besten.
Am späten Nachmittag nehmen wir bei einem Kaffee und ein Eis auf der Terrasse des Seehotels Sille Abschied vom Wörthersee - nicht ganz, am Abend sitzen wir zum Essen auf unserem Balkon und sehen über diesen herrlichen See hinweg, nur die umfangreichen Vorbereitungen zum 30. GTI-Treffen stören uns etwas.


Do. den 26. Mai.
Frühstück auf der Terrasse, 8:15 ab Reifnitz, 80 km, 9:15 an Goldeckbahn, weitere 28 km, 10:15 an P Goldeck auf 1883m, 10:15 - 12:10 Bergtour aufs Goldeck 2142m, 36 km, 13:50 an Pension Karlsdorfer Hof, kl. Siesta, 16:15 - 18:10, 20 km, Rundfahrt Seeboden - Millstätt, 19-20:00 Abendessen auf dem Balkon.

Heute nehmen wir nun endgültig Abschied, bestimmt nicht für immer. Wir fahren aber nur ein kleines Stück nach Norden an den Millstätter See, und hatten uns vorgenommen, nur so zur Wiederholung mit der Seilbahn aufs Goldeck zu fahren. Leider, die Bahn geht nur am Himmelfahrtstag, und danach erst ab den 5. Juni - und da beklagt sich die österreichische Touristenbranche, dass die Einnahmen zurückgehen. Egal, wir müssen umdenken und nehmen die 14,5 km lange Mautstrasse, - ist auch viel schöner und nebenbei billiger.
Auf dem Parkplatz auf 1895 m starten wir unsere Bergtour aufs Goldeck in 2142 m Höhe, der schönste Aussichtspunkt im Kärntner Oberland. Welch ein Wunder für uns, zu unserer Überraschung sind zu dieser Jahreszeit bereits die ersten "Alpenrosen" aufgeblüht. Die Hütten sind alle geschlossen, und das bei diesem herrlichen Wetter. Wir freuen uns aber auf unser Picknick - wir sagen uns: "Das schmeckt besser und ist nicht so teuer". Weiter ging die Wanderung durch ein wunderbares Blumenmeer. Diese Tour war wirklich Erholung pur, und mit allen Sinnen konnten wir in vollen Zügen genießen; all das, was uns so reichlich dargeboten wurde! Nicht zu vergessen diese herrlichen Ausblicke auf den Millstätter See, die Nockberge, die Hohe Tauern, die Gailtaler Alm, die Karawanken und das Drautal bis nach Villach.
Nach dem Mittag treffen wir am Nordufer des Millstätter Sees in Karlsdorf, ein Ortsteil von Seeboden ein. In der gut geführten Pension Karlsdorfer Hof werden wir von der Familie Tribeling erwartet. Die Pension liegt ca. 4 km vom See entfernt, in sehr ruhiger Lage und bietet guten Komfort. Die Spielwiese und ein Park umfassen 5000 m². Es sind genügend Liegestühle und Hobbygeräte vorhanden, und auch für das leibliche Wohl ist bestens gesorgt - und das nicht nur zu den berühmten Grillabenden. Wir blicken vom Balkon direkt aufs Goldeck und genehmigen uns eine ausgedehnte Siesta. Am Abend machen wir noch eine kleine Rundfahrt an den See und vertreten uns an dessen Ufer die Beine.


Fr. den 27. Mai.
Frühstück auf der Pensionsterrasse, 8:15, 135 km, Raggaschlucht, 30 Min. P, 11:15 Golfplatz Bad Kleinkirchheim, 1 ½ Std. Wanderung, 12:50 30 Min. Kaffee und Kuchen, 13:40 P am Stift Millstätt - Museum, 15:00 Siesta, 17:30 - 20:00 Uhr 16 km, Fahrt zur Burg Sommeregg, Festessen auf der Burg.

Vor vielen Jahren hat uns Rudi, ein alter Freund, die Raggaschlucht empfohlen. Heute wollen wir diese besuchen. Als wir ankommen regnet es. Nach Rücksprache mit dem Verantwortlichen wollen wir es nächsten Tag noch einmal versuchen. Da kommt mir eine Idee. Im Osten sollte sich doch ein Föhnloch auftun - und wirklich hinter Bad Kleinkirchheim am 18 - Loch Golfplatz scheint die Sonne, und es ist angenehm warm. Also auf zu einer Bergwanderung. Einige Rehe lassen sich gern fotografieren und anschließend genehmigen wir uns in Bad-Kleinkirchheim einen Kaffee. Wir fahren zurück und machen Stopp in Millstatt - und da verdichten sich wieder die Wolken. Wir besichtigen das Stift und müssen mit unserer Gäste-Card keinen Eintritt bezahlen. Für den Abend wird ein Konzert angezeigt, aber wir haben uns vorgenommen einer Burg unsere Reverenz zu erweisen. Vor sehr vielen Jahren waren wir schon einmal dort und bereits damals waren wir begeistert.
Zu Haus kleiden wir uns für den Burgbesuch an und nach kurzer Fahrt beginnt dieses schöne und interessante Abendteuer
"Burg Sommeregg".

Die Chronik beginnt 1080 und heute ist die Familie Riegler Burgherr. Die Burg liegt 3,2 km nördlich von Seeboden an der Schloßau 7, www.sommeregg.at; burg@sommeregg.at; Tel.:004394762-81391.
Ritterspiele und Mittelaltermarkt (Eintritt frei) im August, das Burgrestaurant bietet für jeden Anlass den richtigen Rahmen, und Ritteressen in jeder Schattierung - hier taucht man ein ins Mittelalter. Ein Ambiente der ganz besonderen Art. Nebenbei kann man einen Einblick in die Geschichte der Folter machen in zumutbaren Darstellungen und trotzdem in Lebensgröße.
Von April bis Oktober, und ab 10 Personen zu jeder Zeit, gibt es Events der Sonderklasse - und der Burgherr mit seinen Burgleuten geben ihr Bestes - sie geben "alles!" Der Parkplatz vor der Burg scheint ausreichend zu sein.

Wir speisten zünftig und hatten den richtigen Rahmen - das richtige Abschlussessen für unseren Urlaub gefunden. Ich mache grundsätzlich keine Werbung - hier sage ich:
sehr empfehlenswert!


Sa. den 28. Mai.
Frühstück auf der Pensionsterrasse, 8:45 - 15:00, 142 km, 9:25, 2 ½ Std. 10 km Radtour um den Weissensee mit Schifffahrt, 12:45 Raggaschlucht, 2 ¼ Std. "Berg-Tour" in der Schlucht, auf 800m, 200m Höhe überwinden, viel Wasser in der Schlucht, 18.00, 2,2 km zum Gasthof & Pension Perauer auf 720m, bis 19:30 noch ein Abschlussabendessen.

Heute scheint die Sonne und das ist das Signal: "Auf zur Raggaschlucht!". Vorher machen wir einen Abstecher zum Naturpark Weissensee. Er ist der viertgrößte See in Kärnten auf 960 m Seehöhe. Wir machten mit den Rädern eine Rundfahrt und setzten am Hotel Ronacherfels (einsamer geht es nicht mehr) mit dem Schiff über. Eine Besonderheit! 2/3 des Sees sind "Naturbelassen".
Zum Mittag werden die Räder verstaut und nun geht es endlich in die Raggaschlucht nach Flattach im Mölltal. Es ist eine Schlucht der Superlative. Auf 800 m Länge müssen 200 Höhenmeter überwunden werden. Da es am Vortag geregnet hatte war sehr reichlich Wasser in der Schlucht und keine Besucher drängelten sich in der Schlucht. Die Schlucht war unser! Der Steg ist auf beiden Seiten gesichert. Auf Grund des Getöses ist meist eine Unterhaltung unmöglich. Gicht - tosendes Wildwasser - Sonnenbögen - Schwindelerregende Konstruktionen des Steiges, dass alles wirkt wie der Eingang zur Hölle oder der Ausgang ins Paradies. Wenn man oben von zwei Bänken zur Ruhen eingeladen wird und auf schneebedeckte Berggipfel schaut, nachdem in der Schlucht oft nur eine handbreit Licht über dem Kopf zu sehen war, fühlt man sich wahrlich erleichtert. 800 m, eine kurze Strecke, aber man sollte sich wie auf eine Bergtour vorbereiten. Der Rückweg führt durch den Wald. Die letzten 100 m, sind extrem steil. In der Schlucht sind Wanderstöcke ungeeignet, da man sich mit beiden Händen hochziehen kann - muss!
Am Abend fahren wir ein kleines Stück hinauf auf 800 m in den Gasthof und die Pension Perauer. Unser wirklich letztes Abschiedsessen mit herrlichen Blicken bis zum Dobratsch im Süden in dessen Staubereich aus Westen sich eine dicke Wolkenwand vor den blauen Himmel der untergehenden Sonne schiebt. Eine schöne, erlebnisreiche Zeit geht zu Ende - nicht ganz, es folgt noch die Rückreise!


Sa. den 29. Mai.
Frühstück, 7:45 ab Karlshof, Millstätter See - Eppendorf: 495 Min. = 87 km/h: o.P. 380 Min., = 113 km/h (35 Min. im Krankenhaus Rabenstein): nach 716 km 16:00 an Eppendorf/Garage.

Wir nehmen unser letztes Frühstück im Karlsdorfer Hof ein. In der Zwischenzeit sind die nächsten Sommergäste eingetroffen. Nach einer herzlichen Verabschiedung und gut gestärkt geht es in zügiger Fahrt, ohne jegliche Probleme wie Stau oder andere Hemmnisse, zurück in unser schönes Erzgebirge.

6/2011, R. Ludwig






Die Sonne war unser ständiger Begleiter auf der MS Coral von Louis Cruises.
Wir segelten an 2 Kontinenten entlang, durch den Kanal von Korinth und besuchten 8 Städte in 4 Ländern .

Eine Reisebeschreibung
Wir reisten und segelten 7985 km, nahmen an 3 Ausflügen teil, unternahmen 4 Wanderungen und ich durfte im Mittelmeer baden.
2011 Aug. 24. - Sep. 05. - bei unser Sonnenurlaub berührten, und steuerten wir an:
Europa + Asien / Frankreich: L´Estaque, Marseille /Griechenland: Karakolon - Santorin - Mykonos - Piräus - Kanal v. Korinth / Italien: Ala Trient - Genua - Messina / Österreich: Steinach - Wipptalerhof / Türkei: Istanbul.
Km: (Autos 280 km) (Reisebus 2066 km) (Schiff 3045 sm = 5639 km) (insgesamt 7985 km)

Diesmal gehen meine Gedanken fast ohne Statistik weiter, aber mit vielen Namen von Meeren, Meeresteilen, Meerengen und dazwischen gespickt mit einzelnen Landbezeichnungen - muss man nicht unbedingt alles lesen!

Alles Wasser
Start und Ziel bei dieser Reise zu Wasser war Genua. Es ging nach Südost, hinaus in den Golf von Genua, entlang d. Riviera di Levante durch das Ligurische Meer, durch den Canale di Piombino, zwischen Pimbino und Insola d´Elba hindurch. Weiter zwischen Isola di Montecristo und I. del Giglio hindurch, hinein in das MARE TIRRENO, dem Tyrrhenischem Meer. Es geht weiter vorbei am kleinen Stromboli und dem Strómboli mit seinen 924 m, der markant und rauchend aus dem Meer ragen, danach an der Insel Panarea vorbei mit immerhin noch 420 m. Im Westen ist die Silhouette der vielen Isole Eölie o Lipar, der Liparischen Inseln zu sehen. Im Osten am Golfo di Gioia vorbei durch die Stretto di Messina, der Strasse von Messina hinein ins MARE IONIO, dem Ionischen Meer. Jetzt geht es immer nach Osten. Im Norden gleitet die Küste von Kalabrien vorüber. Zwischen dem Ionischen Meer und dem Mittelmeer in Richtung Osten erreichen wir Katakolon, ein kleines Küstendorf der Region Ilia auf dem Peloponnes, der südlichte Teil einer Insel von Griechenland, dem Tor nach Olympia auf dem Landweg. Jetzt geht es nach Süd-Süd-Ost (SSE) durch das Mittelmeer. An der südlichten Spitze des Peloponnes segeln wir wieder nach Osten. 100 km im Süden wissen wir die Insel Kreta. Zielsicher erreichen wir die südlichste Insel der Kykladen, die Inselgruppe Santorin und sehen uns die Insel Thira an.
Weiter segeln wir immer nach Norden durch die herrliche Inselwelt der Kykladen in das Ägäische Meer. Wir sehen auf der Steuerbordseite die Insel Chiosi und später die Insel Lebsos. An Canakkale vorbei, durch die Enge der Dardanellen, geht es ins Marmarameer. Weiter nach NNE segeln wir in den Bosporus der enge - und einzige Seeweg zum schwarzen Meer. Wir steuern Istanbul an und legen auf der europäischen Seite im Goldenen Horn unter der Bosporusbrücke an. Natürlich wird zu Land auch dem asiatischen Teil von Istanbul ein Besuch abgestattet. Danach wird kehrt gemacht und es geht wieder zurück durch Marmarameer - durch die Dardanellen in die Ägäis. Jetzt wieder Richtung Süden, steuern wir die Kykladeninsel Mykonos an. Dieses Kleinod der Kykladen hat es mir besonders angetan. Jetzt geht es weiter nach West, später Nordost, durch dem Sarinischen Golf. Wir laufen in den Hafen von Piräus ein. Anschließend wird weiter nach Osten gesegelt und von fern denkt man - man läuft auf Land auf, aber plötzlich tut sich ein sehr enger Spalt auf. Direkt darauf zu! - und dann geht es hinein in den Kanal, besser - wir werden hindurch gezogen, durch den Kanal von Korinth. Unser Schiff ist das größte welches noch durch den Kanal hindurch darf. Schiffsbreite 22 m, Kanalbreite 24 m. Die Möglichkeit durch den Kanal zu segeln war ausschlaggebend bei der Auswahl des Schiffes für diese Reise.
Zwei Stunden - und der Kanal liegt hinter uns. Durch den Golf von Korinth nähern wir uns Patra und segeln unter der Hängebrücke von Rio -Antiro hindurch, die die Meerenge von Patra überspannt hinein in den Golf von Patra, hinaus ins Ionische Meer. Nun geht es immer in Richtung Westen. Als an Steuerbord wieder die Küste Kalabriens - und vor uns der rauchende Ätna auftaucht legen wir nach Norden um, und es geht wieder in die Strasse von Messina hinein. In Messina machen wir halt und viele wollen den Ätna aus der Nähe sehen. Danach segeln wir wieder ins Tyrrhenische Meer nach NNW, zwischen Sardinien und Korsika hindurch, weiter durchs Mittelmeer, durch den Golf von Lyon nach Marseille. Zuletzt geht es zügig zurück nach Genua, Richtung ENE, entlang der COTE D'AZUR und weiter entlang der Riviera durch das Ligurische Meer. Als der Golf von Genua erreicht ist, ist es nicht mehr weit und wir haben unser Ziel Genua nach 3044 sm wieder erreicht. Eine wirklich abwechslungsreiche, anspruchsvolle und interessante Tour liegt hinter uns.

Etappen

Da täglich bestimmt ein - oder mehrere Höhepunkte auf uns zukamen, bietet sich als Gliederung die Tageseinteilung an.

1. Tag, Mi. 24. SA 06:09, SU 20:12, teils locker bewölkt, 22°C.

8:10, ganz privat und gemütlich fahren wir ab Eppendorf. Mit dem Luxusreisebus der Fa. Schwab, 11:03, ab dem Hermsdorfer Kreuz 730 km über den Brenner nach Italien; 19:45 erreichen wir das einfache Hotel "Viennese" in I-38061 Ala (Trient), Corso Buolo, 13; Tel. 0464/672530, Fax: 0464/672312, ww.hotelviennese.com; e-mail: info@hotelviennese.com; 15 km östl. vom Gardasee. Nach einem guten Abendessen bei 22 °C auf der Terrasse und einem Bummel durch Ala am Rio Ala, geht es zur verdienten Ruh. Es war eine zumutbare Fahrt, fast als angenehm zu bezeichnen. Das Hotel wirkte auf mich schlicht. Für einen kurzen, einmaligen Stopp gerade ausreichend. Ich selbst habe unter diesem Gesichtspunkt nichts zu bemängeln, aber man hörte da und dort Kritik, die ewigen Nörgler natürlich an der Spitze.

2. Tag, Do. 25. SA 06:36, SU 20:07, Sun 29°C. 782 sm bis Katakolon, das wir am 27. erreichen wollen.

7:30 starten wir, nach einem ausreichendem Frühstück, 314 km über die A22 (09:26 überqueren wir den PO) -A4-Brescia-A21-Alessandria-A7-nach Genua, und stehen 12:05 vor dem Terminal im Hafengelände von Genua. Herr Schwab gab sich viel Mühe, und die "Wiener" sind durchaus als lecker zu bezeichnen. Bereits 12:45 betreten wir unsere Luxuskabine auf der MS Coral, ASU5 - und unser Gebäck ist uns, wie von "Geisterhand" geführt, vorausgegangen. Es ist eine ruhige Kabine, man vernimmt nur die 2 Klimaanlagen, wenn man sie einschaltet. Wir begutachten einen Teil des Schiffes, und 14:50 segeln wir los. Auch auf der Coral gebraucht man die Bezeichnung "segeln" statt "schippern oder …". Bereits 15:25 beginnt die obligatorische Seenotrettungsübung, welche nach 15 Minuten vorüber ist. Nachdem unsere notwendigen "Esseneinschränkungen" geregelt sind, beginne wir mit allen Sinnen diese Kreuzfahrt zu genießen. Nach dem Abendessen, a la Card, besuchen wir die "Welcome Show"; und beenden diesen Tag gegen 21:30. In unserer Kabine begrüßt uns ein - sehr nett hergerichtetes - französisches Bett. Der Sanitätsbereich ist geräumig mit der einladenden Badewanne die einen rutschfesten Tritt zum duschen aufweist.
Von den Luxuskabinen ganz oben auf dem Zeusdeck schätze ich die Kabinen RZ 17 - 30 mit zu viel Außenstörung ein, durch ständig zur Nefli Bar und zum Sonnendeck vorbeilaufende Gäste. Zur Mitte hin befinden sich 2 Fahrstühle. Die Kabinen RZ1 - 16 schätze ich als ruhig ein, je weiter man nach vorn kommt. Die Kabinen haben ein großes Fenster und erscheinen lang gestreckt. Von den Luxuskabinen auf dem Apollodeck mit 2 bis 3 kleineren Fenstern sind wohl ASU3 bis ca. 10 die Angenehmsten. Noch nicht renoviert, machen sie dennoch einen "gemütlichen" Eindruck auf mich. Man hat von hier aus den kürzesten Weg zum Restaurant Horizont.

3. Tag, Fr. 26. SA 06:21, SU 19:36, Sun 27°C.

In dieser Nacht schauen ab und zu die Lichter von der Westküste Italiens in unsere Kabine. Nach meiner täglichen Trainingseinheit von 35 Minuten im Sportcenter mit einem beruhigenden Blick auf das Meer, frühstücken wir täglich in unserer Kabine. Badewanne oder die Dusche werden auf dieser Reise sehr oft in Anspruch genommen; man will ja immer frisch zu Tisch erscheinen. Relaxen ist heute angesagt. Viel Sonne - und wir finden immer schattige Plätzchen zum ruhen, lesen, relaxen und ab und zu ein Spielchen - dazu ein Eis oder ein Trink so zwischendurch. Nur der abgeschwächte - da wir ein meteorologisches Lüftchen aus NE haben - Fahrtwind kühlt ein wenig. Die Jüngeren tummeln sich im Pool und haben einen strengen Bademeister, der neben gelben - auch rote Karten verteilt. Mittag und Abend lassen wir uns a la Card an unserem separaten Tisch so richtig verwöhnen. Gegen 14:00 gleiten wir langsam am rauchenden Stromboli vorüber, anschließend grüßen uns in Westen die Liparischen Inseln und gegen 16:00 segeln wir in die Straße von Messina hinein. Da werden viele schöne Erinnerungen bei uns wach, denn schon oft überquerten wir die Meerenge oder durchfuhren die Meerenge. Heute wird die Shoppingmeile der MS CORAL eingehend inspiziert. Einzigartige Sonnen auf- und Sonnenuntergänge kann kein Maler so festhalten wie wir dieses Schauspiel oft auf uns wirken lassen. Zum Kapitänscocktail lernen wir Kapitän Ioannis D. Notarakis und alle leitenden Offiziere kennen. Nach der "Internationalen Show" und einem Tänzchen begrüßen uns zwei herrlich modellierte Schwäne auf unserer Kabine.
4. Tag, Sb. 27. SA 07:00, SU 20:11, Sun, 35°C, heute erreichen wir Katakolon.

Da wir nach Osten segeln, verlieren wir eine Stunde. Um 02:00 ist es schon 03:00. Gegen 09:30 sehen wir die Insel Zakinthos auf der Backbordseite.
10:45 legen wir im Hafen von Katakolon an, ein Küstendorf im Westen von Ilia, dem Peloponnes. Katakolon liegt auf einer Halbinsel und ist das Tor für die "Kreuzfahrer" nach Olympia, wo sich die alten Griechen trafen, um die heiligen Spiele, welche Zeus gewidmet wurden, zu feiern. Wir kannten Olympia und hatten ein anderes Ziel vor Augen. 100 m über dem Ort hat man einen herrlichen Blick auf den Golf, dem Katakolo Bay und im Westen schaut man auf die Bucht von Ormos Tigani über das Mittelmeer. Diese Überquerung der Halbinsel ist heute unser Ziel. 11:45 geht es los; ansonsten, bei 100 m Höhenunterschied, nicht schwer, aber heute bei Sonne pur und Windstille doch eine gehörige Anstrengen. Olivenhaine, und viele unbekannte Pflanzen sehen wir auf dieser Wanderung am Wegesrand. In einer herrlichen, bizarren, malerisch gelegenen Bucht werden wir von dieser Anstrengung mehr als entschädigt. Ich bade im Mittelmeer und bekomme Seeigel, einen roten Seestern und einige Fische zu Gesicht.
Herumbummeln ist eine "Lieblingsbeschäftigung". 15:15 sitzen wir am Katakolo Bay in einer schattigen Strand-Bar, schauen übers Meer und auf unser Schiff und genießen nebenbei Eiskaffe und Eisschokolade - es dürfte auch ein "Ouso" sein. 16:30 machen wir einen schönen Bummel durch die einfachen aber schönen Souvenirlädchen, die Preise sind angemessen und weit weniger, als man in, sagen wir, "trendy Santorini" bezahlen würden.
Gegen 17:55 legt unsere Coral wieder vom Kai ab. Heute Abend sehen wir uns die Griechische Show "Hellenic Filoxenia" an.


5. Tag, So. 28. SA 06:44, SU 19:53, Sun25°C. Unser Ziel: Santorini, die Distanz beträgt 250,3 Seemeilen.

Die Sonnenauf- und Sonnenuntergänge erfreuen mich täglich aufs Neue. 08:00 fahren wir in die Inselgruppe Santorin im südlichen Ägäischen Meer, etwas 120 km nördlich von Kreta, hinein.

Die nächstgelegenen Inseln sind Anafi 22 km östlich und Ios 19 km nördlich; Milos liegt 77 km nordwestlich. Die ringförmig angeordneten Inseln Thira, (- ein Ort auf ihr trägt den gleichen Namen) und Aspronisi bilden den Rand einer vom Meer gefluteten Caldera (Kraterkessel vulkanischen Ursprungs), in deren Zentrum die Inseln Palea Kameni und Nea Kameni liegen. Zum Santorin-Archipel gehört auch der Unterwasservulkan Kolumbus.

Die größte der 5 Inseln, Thira, wollen wir heute erkunden. Als wir uns Thira mit dem Schiff näherten wirkte die Stadt wie ein Adlerhorst auf dem Kraterrand. Die schneeweißen Häuser auf dem 300 m hoch aufragenden schwarzen Kraterrand bilden einen tollen Kontrast. Wenn man näher kommt erkennt man auch die 30 m dicke Bimssteinschicht, die sich nach dem Vulkanausbruch um 1600 v. Chr. (?) abgelagert hat. Nach dem Ausbooten fahren wir mit dem Bus hinauf nach Thira. Die Inselfahrt geht nach Norden und endet nach ca. 13 km in Oia. Wir werden durchgeschleust! Ich versuche dem etwas zu entgehen, indem ich die Souvenirläden mit keinem Blick würdige, kann aber trotzdem nur die überwältigende Anblicke kurz auf mich wirken lassen. Auffälliges grelles, fast unwirkliches "Weiß" dazwischen Blautönungen, in der Tiefe das Sonnenüberflutete Meer mit den Inseln dazwischen hinterlassen einen bleibenden Eindruck auf uns. Zurück in Thira bummeln wir durch den Ort. Alles wirkt etwas unwirklich aber sehr reizvoll auf uns. Wir fahren mit der Bahn wieder hinunter, die Esel tun es bestimmt besser, aber die liebe Zeit.
12:50 legt das letzte Tenderboot bei bewegter See ab. Jetzt heißt es langsam loslassen, oder besser losreisen von diesen einmalig schönen Anblicken. 13:30 laufen wir wieder aus und nehmen Kurs gen Norden. Nachmittags ist wieder relaxen angesagt. Nach einem der schönsten Sonnenuntergänge - eigentlich ist jeder der Schönste - segeln wir an vielen Inseln vorbei; gegen 22:00 an der Insel Chiosi und danach an der I. Lesbos an Steuerbord. Nach 21:00 genießen wir ein kleines Stück der Broadway Show.

6. Tag, Mo. 29. SA 06:27, SU 19:42, Sun/Cu hum,23°C. Wir segeln nach Istanbul, die Distanz beträgt 386 sm.

Dardanellen und das Marmarameer liegen hinter uns. Eine Stunde bevor wir 11:00 am Kai in Istanbul an der europäischen Seite festmachen, lassen wir die Kulisse von Istanbul auf uns wirken. Gegenüber liegen die 97% des Landes, der asiatischen Teiles der Türkei. Somit liegt auch die berühmte Altstadt in Asien und über die Bosporusbrücke kommen wir bequem hinüber. Istanbul erscheint mit quirlig und ist ein Schmelztiegel vieler Nationen. Da ich außer meiner guten Laune nicht bei mir habe, habe ich auch keine Bedenken, dass mir etwas abhanden kommen kann. Altstadt, Moscheen, Basare - - -, der Große Basar ist eine Stadt für sich, der "Ägyptische" Basar mit seinen Gewürzen, Obst, Gemüse und Tieren ist ein Märchen aus Tausend und einer Nacht. Die vielen Straßenhändler sind nicht zu übersehen. Viel "Fußarbeit" für uns, und viele schöne Eindrücke prägen sich bei uns ein. Etwas Geschichte musste sein. Das vorher Erlernte wurde aber meist lediglich bestätigt. Konstantinopel - Rom - sieben Hügel? In der Zisterne ist es angenehm Kühl in den Moscheen eher quirlig mit abgestandener Luft. Die Hagia Sophioa auf dem 1. Hügel, und dahinter die Sultan-Ahmed.Moschee, auf dem 2. die Nuruosmaniye-Moschee, auf dem 3. die Süleymaniye-Mosche, auf dem 4. die Fatih-Moschee von Sultan Mehmeds II., auf dem 5. die Sultan-Selim-Moschee, auf dem 6. die Mihrimah-Moschee und auf dem 7. nicht vom Goldenen Horn einsehbar, die Haseki-Hürrem-Sultan-Moschee. Schön wirken die zum Fatih gehörenden Holzhäuser in osmanischer Tradition. Im Wirrwarr der Basare braucht man zu Anfang etwas Orientierung, aber so schlimm ist es auch nicht. Viel Lärm, viel im Angebot, alles recht schön anzuschauen und dazwischen die vielen Menschen mit ihren unterschiedlichen Interessen.
Die Füße tun etwas weh als wir 19:30 wieder an Bord gehen. Gegen 21:05 laufen wir aus, und segeln zurück nach Süden. In unserer Kabine grüßt uns als Abenddekoration ein Elefant. Wir relaxen noch etwas auf Deck und schauen in die Sterne. Bei leichtem NE-Wind erscheint es uns fast windstill.

7. Tag, Di. 30. SA 06:46, SU 19:51, Sun 27°C. Wieder nach Süden,. Nach 317 sm ist unser Ziel: Mykonos.

Gegen 08:00 segeln wir in der Nähe der I. Lebsos und gegen 11:00 sehen wir Chios auf der Backbordseite. Ein Vormittag zum verlieben. Man sollte ihn konservieren! Die richtige Zeit das Erlebte zu ordnen und sich auf das Neue vorzubereiten. Hier ein Trink, da ein Häppchen und viel Zeit für das Mittagsdinner.
15:30 laufen wir die Insel Mykonos an. Mykonos wird umgeben von Delos im Westen, Tinos im Norden und Naxos im Süden. 17:00 fahren wir mit dem Shuttle ins Zentrum. In Mykonos-Stadt ist die für die Kykladen typische Architektur besonders gut zu sehen. Ihre Kennzeichen: Weiße Hauser, oft blau abgesetzt mit Flachdächern, farbige Holztüren und Fenster sowie mit Blumen geschmückte Balkone. Auffällig sind die gepflasterten Gässchen, welche aber sehr gut zu begehen sind.
Zum verweilen lädt "Klein Venedig" ein, das an der Strandpromenade liegt - dahinter, Mühlen, enge Gassen. Wir gönnen uns in aller Gemütlichkeit einen Eiskaffe und eine Eisschokolade in einer Taverne am Meer. Wahrzeichen sind die fünf der ehemaligen 10 Windmühlen. Sie befinden sich auf einer etwas erhöhten Stelle, dem Ano Mili. Der Sonnenuntergang auf der Insel war ein sehr beeindruckendes Erlebnis - die plötzliche Rotfärbung der weißen Häuser, die alles verklärt und mystisch erscheinen lässt. 20:30 laufen wir aus. 22:30 folgt ein schöner Grillabend auf dem Lidodeck.

8. Tag, Mi. 31. SA 06:59, SU 20:03, l. bewölkt, 31°C. Wir segeln nach Piräus, 96 sm - und 32 sm weiter in den Kanal v. Korinth.

06:32 machen wir vor SA in Piräus in der Region Attika fest. Piräus ist der historische Hafen der griechischen Hauptstadt Athen, welche schnell mit der Metrolinie 1 zu erreichen ist. Wir unternehmen einen Hafenbummel und eine Rundfahrt mit einem kleinen Bähnchen. Erster Stopp an der "Shopping Area", weiter geht es, vorbei am privaten Jachthafen, ein zweiter Stopp am Archäologischen Museum. 13:30 verlassen wir Piräus in Richtung Westen und - plötzlich, wie schon zu Beginn erwähnt, tut sich ein sehr enger Spalt auf. Direkt darauf zu! - und dann, 15:30, geht es hinein in den 24 m breiten, Kanal, besser - wir werden in 2 Stunden hindurch gezogen. Mit der MS CORAL, die 22 m in der Breite misst, ein grandioses Schauspiel.
Für den in den Jahren 1881 bis 1893 gebauten, 6.346 m langen Kanal durchgrub man die Landenge von Korinth, den so genannten Isthmus von Korinth, an ihrer schmalsten Stelle. Seitdem verbindet der Kanal von Korinth den Saronischen Golf mit dem Golf von Korinth. Um diese Durchfahrtsmöglichkeit zu erhalten und sich so die etwa 400 km lange Fahrt rund um die Peloponnes zu ersparen, nahm man es auf sich, sich bis zu 84 m in die Tiefe durch Felsgestein hindurchzuarbeiten. Dadurch erreichte man eine Wassertiefe von etwa 8 m. Das Kanalbett ist im Niveau des Wasserspiegels etwa 24m breit, verengt sich jedoch bis zum Grund auf ca. 21 m, während die obere lichte Weite des Geländeeinschnitts durchschnittlich 75 m beträgt und wohl schon mit einem Motorrad übersprungen wurde? Auf der Höhenlage kreuzen fünf Brücken den Kanal. Beachtenswert sind weiterhin die absenkbaren Brücken an beiden flachliegenden Enden des Kanals. Wenn sich ein Schiff nähert, werden diese durch ein Motorengetriebenes Gestänge im Kanal versenkt.
20:30 segeln wir unter der Hängebrücke Rio-Antirio hindurch, die das Festland mit dem Peloponnes verbindet. 21:00 verweilen wir noch ein Weilchen bei der Showtime "Movie Mania".


9. Tag, Do. 01. SA 06:29, SU 19:28, Sun,27°C. Nächstes Ziel ist Messina auf Sizilien, die Distanz beträgt 383 sm.

!Zeitumstellung! Um 3 Uhr wird es 2 Uhr sein. Wir bekommen die verlorene Stunde zurück. Viel relaxen - der Eisschnitzer - Servietten falten - ich lese! 11:00 sehen wir Steuerbord die kalabrische Küste, und 12:00 den rauchenden Ätna, und fahren von Süden in die Straße von Messina ein, eine Meerenge zwischen Kalabrien auf dem italienischen Festland und der Insel Sizilien, die das Tyrrhenische Meer mit dem Ionischen Meer verbindet. Sie ist 32 Kilometer lang, zwischen drei und acht Kilometer breit und maximal 250 m tief.
14:00 legen wir in Messina an.
Im Lauf seiner Geschichte erlebte Messina nicht nur unter den wechselnden Herrschern Blütezeiten und Zerstörungen, sondern auch schwere Erdbeben in den Jahren 1783 und 1908 sowie die Bombenangriffe im Zweiten Weltkrieg zerstörten immer wieder große Teile der Stadt. Heute ist Messina eine moderne Stadt und eines der wirtschaftlichen und kulturellen Zentren Siziliens.

15:00 beginnen wir unseren großen Stadtbummel mit einer Kutschfahrt. Ein Schimmel und sein Kutscher freuen sich mit uns. Wir traben an schönen Bauten vorbei, da der Orion Brunnen, dort der Neptun-Brunnen. Auf den Kreuzungen habe ich den Eindruck, dass das "Pferdchen" überall die Vorfahrt hat. Der Kutscher Giovanni erklärt viel, alles in seiner unwiderstehlichen Art eines Sizilianers. Er ist überaus freundlich, und was an verständlichen Worten fehlt, wird durch eindringliche, aber lieb gemeinde Gesten ersetzt, und er freut sich über jeder Wort welches Maria in seiner Spricht spricht. Eine herrliche Rundfahrt. Wir bummeln zurück zur Kathedrale. Diese wurde entsprechend ihrer ursprünglichen Line des 11. Jahrhunderts rekonstruiert. Ihre Astronomische Uhr ist eines der ungewöhnlichsten Merkmale Messinas. Sie soll die größte ihrer Art in der Welt sein - in Straßburg gebaut und 1933 nach Messina gebracht. Täglich 11:55 Uhr wird ein Mechanismus aktiviert und verschiedene evangelische Figuren und Szenen in verschiedenen Etagen bewegen sich während der 15 folgenden Minuten.
Eine interessante Randbemerkung: Richard Löwenherz und Phillip II. erreichten am 16.09.1190 Messina. Er befreite seine Schwester. Trotzdem stürmte er Tage später die Stadt und verschaffte so damit viel Respekt.

Ein Eiskaffee in der Bar schmeckte sehr gut und direkt neben dieser schönen Kathedrale noch besser.
Leider wurde aus unserem Treffen mit Maria Turrisi nichts; es wäre zu schön gewesen! Das Zusammentreffen mit unserer lieben Freundin aus Zafferana am Ätna war als Geburtstagsüberraschung für meine Frau, "Maria die 1." gedacht.
Jetzt wagen wir einen langer Aufstieg zur majestätisch über Messina thronenden Basilika Sacrario di Cristo Re di Messina - und von deren Plattform dieser einzigartige Blick über die Straße von Messina hinweg. Sehr interessant ist die Ausstellung in ihrem Inneren. 19:00 kreiere ich, Maria zu Ehren, unser Geburtstagsabendessen auf unserer "ms coral". 21:00 laufen wir aus. Ein "Prosecco" bei Diskoklängen. 22:40 - - - so herrlich ist das Meer.

10. Tag, Fr. 02., SA 06:37, SU 19:37, Sun, 30°C. Unser Ziel Marseille, die Distanz beträgt 590 Seemeilen die diesen "Seetag" mit sich bringt.

Viel Wasser liegt vor (und hinter) uns. 590 sm, das sind immerhin 1093 km, die in ca. 32 Stunden zurückgelegt werden könnten und die wir gemütlich in 37 Stunden zurücklegen. Nachdem wir die Liparischen Inseln hinter uns gelassen haben, durchqueren wir von SE nach NW das gesamte Tyrrhenische Meer. So ca. in seiner Mitte liegen 3550 m Wasser unter uns - nur in der Vorstellung interessant. Wenn man so über das Meer schaut, spürt man nur die unendliche Weite des Meeres, nicht seine Tiefe. Nur einmal wird es für die ms Coral eng, wenn es zwischen Sardinien und Korsika, auf der Steuerbordseite, hindurchgeht, hinein ins Mittelmeer. Dort zeigt der Tiefenmesser noch einmal ca. 2560 m an. Wenn dann der Golf von Lyon vor uns liegt sind wir bald am Ziel.
Wieder so ein herrlicher Sonnenaufgang - meine Trainingseinheit und das gemütliche Frühstück.
Unseren Kreuzfahrtdirektor habe ich noch gar nicht erwähnt. "Danny" ist Rumäne und spricht sechs Sprachen - sehr schnell! Er gab sich viel Mühe die Verbindung zwischen dem Schiff, mit allem drum und dran, und den Passagieren herzustellen. Aber alles was die Nautik betrifft und meine Neugier betraf konnte man an der Rezeption nicht klären, und es wurde auch nichts zur Klärung unternommen. Ich fragte z. B. nach der Botschaft der langen Wimpelkette, die oft über die Coral geflaggt war - leider, betrifft die Nautik, aber kein Wort wie ich da weiterkäme. Das ist aber nur eine Kleinigkeit. Da muss ich mit der Entschlüsselung eben bis nach Hause warten, da habe ich das "Wimpel A-B-C" im Computer gespeichert.
Wir segeln ganz sanft in Richtung NW. Heute ist nur relaxen angesagt. Lesen - spielen - ein Eis - baden - duschen. Die Crew bietet einen Überraschungsabend mit Witz und Eisbombe. 21:00 noch etwas Showtime "Legends Show" und noch ein beruhigender Spaziergang um das Schiff.

11. Tag, Sb. 03. SA 07:04, SU 20:11, Sun, 27°C. Am Abend auf zur letzten Etappe zurück nach Genua über 207,6 Seemeilen!

Sport - frühstücken -relaxen- 10:00 fahren wir im Golf du Lion in Marseille ein und legen an.

Mittag essen wir auf dem Lido Deck über dem Pool. Es schmeckt auch hier gut und man darf reichlich nehmen. Einige (oder viele?), die ich sah, schlagen da zu richtig zu. Nicht übertrieben! Ein Herr legte 6 dünne Schnitzel auf einem Teller übereinander, verspeiste diese mit sichtlichem Appetit, um danach 7 kleine Stückchen Torte "nach zu schieben"!

Marseille wurde von den Griechen im 8. Jahrhundert v. Chr. gegründet und ist die älteste Stadt Frankreichs. Es wirkt hügelig und erhebt sich zwischen 0 und 646 m über dem Golf.

13:30 beginnt unsere Stadtrundfahrt durch Marseille. Es geht durch das "Panier" mit Häusern, überwiegend aus dem 18. Jahrhundert, und vorbei am barocken Rathaus, vorbei an der großen Freitreppe zum Bahnhof hinauf - wenn man da schnell zum Zug muss! Ein Abstecher an der Brunnenanlage im Gelände des Palais Longchamp mit Prachtbauten.
Herrlich der Blick von Notre Dame De La Garde, die höchste Stelle, auf einem 147 m hohen Kalkfelsen gelegen, mit einem spektakulären Blick über Marseille hinweg und auch auf das Schloss Chateau d´If, welches in einem Roman eine Rolle spielt. Beides sind besondere Wahrzeichen von Marseille.
16:00 bummeln wir über den Markt, anschließend flanieren wir am Alten Hafen auf dem Prachtboulevard rauf und runter so weit es geht.
Etwas wehmütig gehen wir 18:00 an Bord. 19:00 laufen wir in Richtung Osten nach Genua aus.
Bei Sonnenuntergang Melodien: "Franzosische Musik" lassen wir unsere Gedanken spielen.
Die Koffer sind schnell gepackt und werden unkompliziert vor die Tür gestellt. Unsichtbare Geister lassen diese um Mitternacht verschwinden. Einige Restzahlungen werden automatisch beglichen, darum brauchen wir uns nicht zu kümmern. Und nun zur letzten "Gute Nacht"!

12. Tag, So. 04., Regenschauer, 26°C

07:05 machen wir nach 3045 sm wieder in Genua fest. 07:15 spazieren wir gemütlich ins Terminal, wohl wissend, dass unser Bus erst am späten Vormittag eintreffen kann. Unsere Koffer erwarten uns im Terminal. Sie sind alle recht gut sortiert und jeder muss den Seinen mitnehmen. 12:10 fahren wir im gleichen Luxusbus der Fa. Schwab ab Genua, nach 492 km 18:00 treffen wir in Österreich im Wipptaler Hof.
Er liegt sehr schön und bietet eine gutbürgerliche Tiroler Küche. Ankommen - Abschalten - Entspannen - Wohlfühlen ist das Motto der Familie Höllrigl,
Tel.: +43 (0)5272/6405. Ausflüge in die Wipptaler Seitentäler, Dolomiten, Stubaier oder Zillertaler Bergwelt bieten sich von hier aus an. Ich empfehle 3 km zum Parkplatz in Steinach mit dem Auto zu fahren. Mit der Bergalmbahn auf 1600 m geht es hinauf zur Berger Alm, von hier aus kann man weiter mit dem Sessellift "Hoher Turm" und noch ein Stück zu Fuß aufs Nößlachjoch auf 2331 m.
19:00 haben wir gut zu Abend gegessen, Speckknödel und Kaiserschmarren, dazu einen guten Rotwein - ist sehr zu empfehlen.


13.Tag, Mo. 05., vereinzelt Schauer, 20°C.

07:00 ab Hotel Wipptalerhof, nach 531 km 13:30 am Hermsdorfer Kreuz. 13:45 bringt uns ein Zubringer die 110 km nach Chemnitz, wo wir 15.45 eintreffen. 15:55 die letzten 30 (35?) km mit einer Taxi nach Eppendorf. Der Fahrer überlässt mir die Wahl der Route, dem letzten Stück.
Unser Erzgebirge begrüßt uns wieder!

R. L. 9/2011

.- Ungarn, im September 2011 war nur ein Abstecher, den ich an dieser Stelle weglassen will.





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