Storys

Erzgebirgsfritz und seine Eindrücke.

Apoppo-Theater und zwei erzgebirgische Geschichte. 1001




storys

Storys von Fritz. / stories from Fritz /


Es schreibt sich so zusammen - über Fritz, seine Heimat, aus ganz alten Zeiten und Fritz wagt einige Gedanken in die Zukunft.


70 Jahre teils heiter teils wolkig.


Witze von Fritz? Das Kino und der 5. März sowie der 9. Mai 1945 waren aber sehr real!

EPPENDORF
Lichtspielhaus (Kino-Salon) Hauptstr. 127 223 Plätze ab 1910-
aus: www.allekinos.com

Apollo-Theater, Eppendorf/Sachsen, Hauptstr. 127 E, umbenannt in Freiberger Str. 13;

(Bearbeitet:)
Bis 1914 bestanden in Eppendorf 2 Kinos:
"Welt-Theater" in Butters Gasthof (heute "Prinz Albert"), von Max Butter,
"Kino-Salon" in der Hautstr. 127 E, von Bernhard Harnisch.

1918 erhielt der "Kino-Salon" die Bezeichnung "Lichtspielhaus" mit 182 Plätzen;
bis 1920 betrieben mit Gaslicht und im Handbetrieb.
Musik von einer seitliche hochgelegenen "Empore".

Weitere Eigentümer:
1914 Arthur Schmied,
1916 August Aurich,
1926 Fritz Vogelsang (Betriebsleiter)
1928 im Mai kauft Herr Karl Heinrich Döhler das Lichtspielhaus.
Neuer Name, "Apollo-Theater". Herr Döhler war Besitzer bis 9. Mai 1945.
1945, 30./31. Oktober, SMAD, (Sowjetische Militäradministration).
(Enteignung durch die Besatzungsmacht.
Befehl 124/126 der SMAD vom 30./31.Oktober 1945.
Tatsächliche Übernahme am 9. Mai 1945.
10:00 Uhr. Einbruch in das Apollo-Theater.
10:30 Uhr. Drei Personen verlangen mit gezielt vorgehaltener Pistole die "Schlüsselübergabe" von Herrn Döhler.)

Karl Heinrich Döhler, geboren am 15. September 1885 in Flöha (An der Landbrücke zu Niederwiese), gelernter "Kesselnieter" z. B. für Lokomotiven in Chemnitz.
Laut Führerschein Nr. 4156, 1923 Wohnhaft in Heidelberg/Erzgebirge (heute zu Seifen im Erzgebirge).
Bis ca. 1930 Besitzer des "Gasthofes Heidelberg" Heidelberg/Seiffen
mit Fremdenzimmer, Tanz- und Kinosaal.
Ab ca. 1930 wurde "Gasthof Heidelberg" weiter geführt vom Schwager, Herrn Ernst Krutsch.

Am 18. September 1923, Prüfung zur Führung eines Kraftrades, abgelegt in Dresden.
Am 25. November 1929, Prüfung zur Führung eines Kraftwagens, abgelegt in Chemnitz.
Gestorben ca. 1968? in Eppendorf/Erzgebirge

Seine Ehefrau, Ida Milda Döhler, geb. Rausch, geboren am 29. Juli 1885 in Ebersdorf bei Chemnitz, ständige Mitarbeiterin. Später, Kassiererin im Apollo-Theater.
Gestorben 1978 in Eppendorf.
Das Apollo-Theater wurde ab 1945 von seiner Tochter (spätere Bezeichnung als "Treuhänder") weitergeführt.

Herr Döhler durfte weiter als 2. Filmvorführer arbeiten, da 2 "Rechtsmaschinen" vorhanden waren, welche beim "Überblenden" 2 Personen erforderlich machten.

Vom 9. Mai 1945 bis Ende des Jahres 1945 war der Besuch des Theaters nur sowjetischen Angehörigen gestattet (kostenlos).

"Der sowjetische Filmverleih Sojusintorgkino (russ. ??????????????) vergab am 6. Juni 1945 den Auftrag, den Film Iwan Grosny (russ. ???? ???????, dt. Iwan der Schreckliche) von Sergei Eisenstein zu synchronisieren; die deutsche Textfassung und Regie übernahm Wolfgang Staudte. Die Aktiengesellschaft für Filmfabrikation (Afifa) in Berlin-Köpenick stellte am 14. Juni 1945 unter sowjetischer Leitung 1000 Farbkopien vom Originalnegativ des sowjetischen Märchenfilms Die steinerne Blume her.
Sojusintorgkino übernahm am 4. Juli 1945 alle zum früheren UFA-Besitz gehörenden Kinos und ermöglichte deren Wiederinbetriebnahme.
Im Anschluss reorganisierte die SMAD die gesamte Filmproduktion in der SBZ. "

Weitere Eigentümer:
Ab 1951 Eigentum des Landes Sachsen.
Ab 1954 Eigentum des Volkes. Kreislichtspielbetrieb (K) Flöha.
Da das Wohnhaus unrentabel war, wurde es vom Kino juristisch getrennt.
Ab 4.11.1963 Volkseigener Lichtspielbetrieb (B) Karl-Marx-Stadt.
1965 im März, "1. Schließung angedroht" durch den VEB Lichtspielbetrieb K-M-St.
Ab 1976 Herr Tommack als Beauftragter des Filmtheaters.
Am 14. 11. 1988 wurde das "Apollo Theater" endgültig geschlossen.

Das Kinogebäude ist abgerissen. Das dazugehörige große Wohnhaus steht noch.

(Privatfoto an anderer Stelle)
19xx, Kinoreklame, Aufgang zum Kino in Eppendorf/Sa.

Dieses Wohnhaus wurde 1978/79 von mir aufgegeben, da die Einnahmen nicht kostendeckend waren (-sein durften). Es ging in die Gemeinde über; das kostete nochmals 20 Mark.

Eppendorf, 05.03.2015. R. L.


Quelle/Lit.: "Eppendorf im Wandel der Zeit" von M.Wünsche
Internet: wikipedia "SMAD, Sequestierung"





Witze von Fritz . ? Der 5. März 1945 und der 9. Mai 1945 waren aber sehr real!
(Ab " # # # # # # # #" beginnt ein Gedankensprung aus der Kinozeit.)

Fritz war zu Anfang seiner Schulzeit ein unaufmerksamer Schüler. Es gab oft allerlei Gründe, ihn zu tadeln. Schöner war da die schulfreie Zeit. Fritz verbrachte sie mit Kühe hüten, Kartoffelkäfer suchen, Streifzügen im Wald, und da war noch die Fundmunition, alles tausendmal besser als Schule.

Der erste Lehrer war auch nicht nach dem Geschmack von Fritz. Nicht nur, dass er ziemlich alt war, er war auch überaus streng. Und das bekam Fritz zu spüren, als er im Unterricht in einen Apfel biss. Den Apfel hatte er, welch ein glücklicher Zufall, wo es so wenig zu Essen gab, gefunden, und nun konnte er es nicht abwarten. Was heißt abwarten, er hatte Hunger. Erwischt war erwischt. Fritz musste beide Hände vorhalten, die Finger gestreckt mit den Fingerspitzen nach oben. Der Lehrer nahm ein Lineal, und dieses sauste auf die Finger von Fritz.

Das Schönste an der Schule war, dass oft kein Unterricht war. Dafür heulten öfter die Sirenen, auch nicht schön, aber laut. Statt in die Schule zu gehen, durften Fritz und die ganze Klasse am Abend in einer Fabrik auf den Lederballen und Papierhaufen hocken und dem Lehrer zuhören. Sein Opa sagte zu Fritz, das wäre wegen der Restwärme. Die ökonomische Bedeutung dieses Wortes begriff Fritz erst viel später. Er begriff aber wenigstens!

Nach einer viel zu kurzen Zeit, in der Fritz nicht in die Schule brauchte, da viele weiße Fahnen die Fenster im Dorf schmückten und man nicht auf die Straße gehen sollte, ging er nun doch wieder in die Schule. Es waren noch die alten Mauern aber ganz andere Lehrer.

Es war an einem der ersten Schultage nach der langen Unterbrechung wegen der weißen Fahnen und der Kapitulation, wie sich Opa ausdrückte.
Fritz hatte jetzt eine recht junge Lehrerin, die versuchte, ihm etwas beizubringen. Viel später erfuhr Fritz, dass die Lehrerin den Lehrstoff noch am Vorabend selbst erst erlernt hatte, aber zu diesem Zeitpunkt, als Fritz das erfuhr, war es schon selbst ein studierter Mann, nach vielen Höhen und Tiefen, die einer ausgeprägten "Sinuskurve" ähnelten, war er doch noch ein anerkannter Kybernetiker geworden.

Zurück zur Lehrerin. Es war Rechenstunde. Fritz hörte die Lehrerin fragen: "Nun schätzt einmal, wie hoch ist unsere Schule?" Fritz überlegte gerade, warum die Lehrerin unsere Schule gesagt hatte, als er merkte, dass er aufgerufen war. Er war ärgerlich und antwortete recht trotzig: "Einen Meter und zwanzig..., also einen Meter und ein Stück", ihm fiel nicht ein, wie der Rest über dem Meter hieß, "Frau Lehrerin" sagte er schnell noch. "Aber Fritz, wie kommst du auf einen Meter und zwanzig Zentimeter, hast du dich da nicht in einer Kommastelle vergriffen"? Immer diese geschwollenen Ausdrücke, dachte Fritz und antwortete recht erbost: "Ich bin einen Meter und dreißig Zentimeter groß und die Schule steht mir bis hierher!" Dabei zeigte er mit der Handkante bis unter sein Kinn. Die Klasse tobte und die Lehrerin schrie: "Raus, vor die Tür...!" den Rest verstand Fritz nicht mehr und er zischte ab.

Fritz stand immer noch vor der Tür, als der "Direktor" (- eine falsche Bezeichnung, aber sie klingt so schön.) vorbeikam. Der Direktor und Fritz kannten sich. Der Herr, oder sagte man schon Genosse? Fritz weiß es heute nicht mehr, also der schaute Fritz an und sagte:
"Der erste Schultag und Fritz steht schon wieder vor der Tür, warum denn diesmal"?
Die Hände an die Hosennaht gedrückt, denn so wollte es der neue Direktor vor kurzer Zeit noch, ein Kniestrumpf oben, der andere war runter gerutscht, in den viel zu großen Schuhen aus Gummiabfällen, die breiten Hosenträger, die zu lang wirkenden kurzen Hosen, die aus Opas - der stand einmal vor Moskau, wie er erzählte - also aus Opas altem Militärmantel, aus dem ersten Weltkrieg, von der Mutter genäht waren, und eine Klemme im Haar, welche die störrischen Haare so schön glatt festhielten, so stand Fritz vor dem Direktor.
Fritz sagte wahrheitsgemäß:
"Wir haben Rechnen, und da habe ich mich beim Schätzen um eine Kommastelle vergriffen, sagt die Lehrerin". "Das macht nichts", sagte der Direktor, "da ich etwas Zeit habe, wollen wir doch gleich etwas üben. Schätze doch einmal, wie alt ich bin"? Fritz schaute den Direktor von oben bis unten an und fing an sich zu ärgern.

# # # # # # # #

Wie gesagt, beide kannten sich. Der heutige Direktor wohnte im gleichen Haus wie Fritz mit der Mutter, den Großeltern mit dem Kino und einer Tante, die auf ihren Mann wartete mit zwei Buben. Der heutige Direktor wohnte Parterre und betrieb einen Kolonialwaren Laden, den Opa ihm einmal gegeben hatte. Früher hatte Opa dort Kaffe geröstet und an Kinobesucher verkauft - oder so. Der Direktor trug damals immer eine schwarze Uniform. Wenn Fritz ganz ängstlich, so auch am 5. März 1945, im Luftschutzkeller an die Mutter geklammert war, stand dieser Mann in der schwarzen Uniform auch immer dabei.
Oft krachte es draußen und die Leute erzählten, dass der Himmel rot vom Feuerschein sei, und Chemnitz würde brennen. Als die Tür einen Spalt geöffnet wurde, konnte Fritz sehen, wie der Himmel wirklich rot leuchtete. In diesem Moment schrie der Mann in der schwarzen Uniform: "Türe zu, oder sollen uns die Flugzeuge sehen!?" Er sagte auch andere Dinge.
Etwas hat sich Fritz gemerkt: "Durchhalten oder Endsieg, oder beides, oder so".


Eines Tages, der 9. Mai 1945, war die ganze Familie in Aufregung. Es war kein Alarm, aber irgendwas erregte alle. Man hörte Gepolter als würden Türen eingeschlagen und Glas klirrte an der großen Eingangstür zum Kino. Nach einiger Zeit pochte es an der Vorsaaltür.
Komisch, dachte Fritz, wo wir doch eine Klingel haben. Es hörte sich fast an, als ob der Weihnachtsmann anklopfe, so energisch. Fritz war bis aufs äußerste gespannt. Drei Männer stürmten in das Wohnzimmer.
Fritz stand allein mit seinem Großvater in der Wohnstube, als wollte er den Großvater beschützen - und da "stürmten" diese drei Männer herein.
Einer hatte eine zerknitterte Uniform an, ein kleiner und ein großer Mann hatte jeder eine rote Binde am Arm. Fritz wunderte sich. Der große Mann mit der roten Binde am Oberarm war doch aus unserem Haus. Ja, es war der, welcher fast immer diese schwarze Uniform trug. Jetzt hatte er eine Jacke aus Leder angezogen, eine flache Mütze auf dem Kopf und eben diese rote Binde am Oberarm. Soviel Fritz verstand, wollten diese Männer einen Schlüssel. Opa sagte immer nein, denn sie seien eingebrochen und hinterher würde er keine Schlüssel rausgeben. Alle redeten durcheinander. Den Mann in der zerknitterten Uniform konnte Fritz gar nicht verstehen. Da wurde es auf einmal ganz still.
Nachdem der kleine Mann sehr, sehr laut geworden war, trat diese Stille ein.
Opa ging ganz langsam rückwärts zum Schreibtisch, zog zitternd das rechte obere Fach auf und gab ganz langsam dem kleinen Mann einen großen Schlüssel. Dieser Mann hatte eine Pistole in der Hand und auf Opas Brust gesetzt.
Der kleine Mann gab den Schlüssel dem Soldaten, und alle stürmten aus dem Wohnzimmer.

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Einige Tage durfte Fritz nicht mehr die bewegten Bilder im Kino ansehen. Später durfte er es wieder. Zuerst saßen immer nur die Soldaten im Kino. Es stank und war sehr neblig und die Sprache aus dem Lautsprecher verstand Fritz auch nicht. Später kamen auch wieder die Leute aus dem Dorf, oft sehr viele, um sich schöne Bilder anzusehen.
Einige Wochen nach dem Ereignis mit der Pistole fand Opa beim Leeren der Jauchegrube eine schwarz Uniform, einen Gürtel aus Leder mit einer Tasche, in der auch eine Pistole war und einen Helm.
Den Mann in der ehemaligen schwarzen Uniform hatte Fritz erst im Wohnzimmer und später in der Schule gesehen. Jetzt stand er vor ihm.

############.

Der "Direktor" riss Fritz aus seinen Gedanken, den ärgerlichen und wiederholte:
"Nun schätze, wie alt bin ich"! Mit zornigen Augen sah Fritz den Direktor von unten an und sagte sehr kurz:
"44" und nach einer kleinen Pause etwas mit Nachdruck, "Herr Direktor".
"Nun gut", sagte der Direktor etwas hinterlistig, "Etwas übertrieben, aber nun das Wichtigste beim Schätzen, wie hast du das gemacht"?
Etwas trotzig und sogleich schelmisch sagte Fritz sehr schnell:
"War ganz leicht. Bei uns im Hause wohnte ein schwarzer Mann von 22 Jahren, der war ein Halbidiot".
Ein Glück, dass es in diesem Augenblick klingelte und alle aus dem Klassenzimmer gestürmt kamen. Zu diesem Vorfall hatte Fritz nie wieder etwas gehört. Das war doch etwas verwunderlich.

Fritz hatte die Sache zumindest in der Folgezeit vergessen, als nach zwei Jahren die Rache des Direktors kam. Der hatte eine Vertretungsstunde, denn die junge Lehrerin war oft nicht da und es war recht langweilig. Auf einmal holte der Direktor Fritz an die Tafel und sagte er soll das Wort D-Zug anschreiben. Ob die Bitte des Direktors wirklich so ehrlich gemeint war, sei dahingestellt. Fritz überlegte. Tee kannte er und einen Zug kannte er auch. Im Ort fuhr einer, aber alle Leute sagten nur Bimmelbahn. Diese Bimmelbahn war eines der größten technischen Wunder, die Fritz zu dieser Zeit kannte.
Zuerst hatten sie noch ein Radio und ein Auto, aber eines Tages musste Opa alles abgeben. Viel später war auch die Bimmelbahn eines Tages verschwunden. Aber was war mit dem Tee? Den wusste Fritz nicht einzuordnen. Er riss sich zusammen und schrieb TEEZUG an die Tafel. Der Direktor lachte und die Klasse lachte mit. Es war also falsch, aber wie schrieb man diesen komischen Zug. Der Direktor sagte, Fritz soll es mit einem Bindestrich versuchen. Fritz glaube damals dem Direktor noch, also schreib er schnell mit Bindestrich TEE - ZUG. Das Lachen ging in ein Grölen über und Fritz glaubte, dass er das Spiel des Direktors begriffen hatte. Fritz schrieb weiter, und die Klasse grölte. Er hatte Spaß daran und wollte das Wort gar nicht mehr richtig schreiben. Er hatte Glück, das richtige Wort schrieb er nicht.
Nach acht Schuljahren durfte Fritz nicht weiter in eine andere Schule gehen. Ob da auch der Direktor seine Hand im Spiele hatte?

R. L.










Das Erzgebirge und seine "Männel".

Ich hörte heute einen Kommentar, den ich so verstand, dass die Weihnachtsmärkte unseres Erzgebirges zunehmend einer alten Tradition entbehren, nämlich den "Erzgebirgischen Spielzeugständen". Über die angedeutete Begründung will ich hinweggehen. Der Satz "Klasse statt Masse" ist doch in verschiedene Richtungen auszulegen.

Was wird uns die Zukunft bringen in Bezug auf einen "Erzgebirgischen Weihnachtsmarkt"?
Ein Schaulaufen, ein besonderes Ereignis wird es bleiben, aber im neuen Gewand.
Wir werden uns - mit Freude - daran gewöhnen, dass diese Schauveranstaltungen mit vielen, immer größere Ereignisse aufwartet - wir wollen es so!
Eines Tages werden wir uns aber besinnen, (das betrifft uns aber doch heute noch nicht (?) ) dass wir von unseren alten Traditionen leben und gewinnen können, unser Brauchtum pflegen und dazu gehören die kleinen Männel, kleine Pyramiden, Schwibbögen Striezelkinder Bergmann und Engel und eben alles was uns unserem Brauchtum so liebenswert gemacht hat.

Natürlich möchte ein Handwerker abheben mit einer Pyramide für 3000 Euro und einem Schwibbogen der, natürlich mit edelsten Metallen, noch mehr kostet - und Mutti geht mit "klein Marta" nicht mehr auf den Weihnachtsmarkt um einen Pflaumentoffel zu erstehen, einen einzelnen Lebkuchen oder ein besonders hübschen kleinen Männel so für "Zwischendurch" - wie würde sich "klein Marta" darüber freuen und ihre Augen würden leuchten. Damit ist aber für den Handwerker kein Gewinn mehr zu machen.

Ich schaue noch in die Augen von Kindern auf dem Weihnachtsmarkt. Sie blicken nicht mehr so erwartungsvoll und neugierig wie ich es von früher kenne.
Heute ist der Kopf vorübergebeugt, der Blick starr auf ein elektronisches Gerät gerichtet. So sehe ich Kinder heute zunehmend.
Natürlich wird jeder sagen, den ich danach frage: "Mein Kind nicht!" Auch gut - ich frage eben immer die falschen Leute.

Eine Region zum Beispiel mit traditioneller Landwirtschaft, dazu gehören auch Kühe, und erzgebirgische Traditionen, so wie wir es eigentlich lieben und erwatet haben, kann sich nach meiner Meinung nachhaltig besser entwickeln als eine Ferienhochburg voll von modernen Ereignissen.
- Kitzbühl lässt grüßen!

F. W. 12/2015