Gipfelstürmer:



Sächsische Riviera
Hortobagy







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Letzte Änderung am 14.05.2010

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Die Sächsische Riviera an der Elbe. (Karl May lächelt dabei.)




Elbe? Ja, da ist Rathen und der Königsstein, die Bastei - ja, und Pillnitz, und Dresden …,
da schaut Karl May verschmitzt um die Ecke und deutet nach Norden, wobei er einwirft: " - und die "Sächsische Riviera". Das würde ihm Spaß machen, konnte er doch auch in der Regel Soziales, Politisches und Religiöses nur durch die Blume ansprechen.
Er könnte uns noch einen Hinweis gegeben haben: "Aber sehen sie genau hin, und sie erkennen noch mehr im Klimabegünstigen Elbtal zwischen Pillnitz, der "Villa Shatterhand" in Radebeul und Diesbar-Seußlitz. Zwischen Meißen und Diesbar-Seußlitz wird es dann wirklich exotisch".

Niederschlesien und die Sächsische Riviera kann man fürs Erste gut in einer Woche bereisen. Aber wenn man einmal geschnuppert hat, kommt man gern wieder.
Wir hatten ein herrliches Herbstwetter in der Mitte des goldenen Oktober anno 2005 erwischt. Besser, wir sahen das anhaltend schöne Wetter und nutzen es aus. Wir fuhren, von der Neiße kommend, durch die Sächsische Riviera und haben uns spontan vorgenommen, an den nächsten freien Tagen, mitten in diesem goldenen Oktober diese schöne Elbestrecke zwischen Meißen und Diesbar-Seußlitz noch besser mit unseren Fahrrädern kennen zu lernen und zu genießen.
Hier liegt an steilen Hängen eines der nördlichsten Weinbaugebiete Europas. Der Wein wächst vorwiegend auf Hanglagen mit nicht selten 25% Neigung. Die Küfer keltern in modernen Kelteranlagen und lassen alte Erfahrungen einfließen.
Ich möchte nur den Goldriesling ansprechen, eine Rebsorte, die nur noch im Elbtal auf Löß- und Granitboden angebaut wird. Sie ergibt einen leichten fruchtigen Wein mit neutralem Bukett und kleiner Säure und ist ein hervorragender Kneipwein. Gutedel, Müller Thurgau, Weißburgunder und eine ganze Palette guter Sorten werden auf einem kleinen Gebiet mit bescheidenem Hektarertrag angebaut. Elbtalweine stellen dem Charakter nach einen eigenen Typ dar; und da sie diesen einmaligen Bedingungen unterliegen, haben sie auch einen höheren Preis. Es sind Spitzenweine in garantiert limitierter Auflage, denn das Gebiet lässt sich nicht vergrößern.

Eine Elbtalkönigin lief uns über den Weg, die 1. offizielle Weinkönigin des Elbtales 1987/1989. Eine Sächsin, die man sofort ins Herz schließt. In der Weinwirtschaft aufgewachsen, stand sie nach 1989, da sie nur ein normales Leben geführt hatte, auf der Straße. Die Mosel gab den Anstoß, und sie hatte den Mut, zusammen mit ihrem Mann eine Straußwirtschaft in der Nähe des Meißner Domes aufzumachen, an einem der schönsten Orte an der Sächsischen Riviera. Und der Mut hat sich ausgezahlt. Auch Hochwasser konnte Ihren Tatendrang nicht aufhalten, und da war auch die (noch haltende) Nachbarschaftshilfe.
Tochter Fanny wurde 2003/2004 Sächsische Weinkönigin. Und heute residieren sie direkt an der Elbe in Winkwitz/Meißen, mit Blick über die Elbe zu Burg und Dom, an der Elbtalstraße 5, Tel.: 03521 739601.
In der Familie dreht sich alles rund um den Wein. Sie bewirtschaften mit viel Liebe und Begeisterung als Nebenerwerbswinzer eine kleine Rebfläche in der Einzellage "Proschwitzer Katzensprung".
Monatlich steht ein besonderes Highlight auf ihrem Programm und natürlich täglich der Ausschank und Verkauf von flüssigen Raritäten, original Meißner Weine.

Radtour, Wein, ein gesundes Klima, herrliche Weinhänge, ein Radweg, der tiptop ist und selbstbewusste liebenswürdige Menschen, wie die erste Sächsische Weinkönigin bei Meißen oder den Wirt der Seußlitzer Weinstuben und Hotel in Diesbar-Seußlitz; Sie seien hier nur stellvertretend für noch vieles Andere, was wir kennen lernen durften, genannt. Unter anderen auch den Gastwirt der Karpfenschänke im gleichnamigen Ort oder den jungen Fahrradverleiher im Ortsteil Winkwitz im Geschäft "FUN 22".

Die Bezeichnung Sächsische Riviera klingt übertrieben. Die Sächsische Riviera ist aber ein ganz besonderes Kleinod, und das nicht nur für Weinkenner.
Am Elbbogen der Sächsischen Weinstraße nördlich von Meißen kommt der Frühling etwas eher und verweilt der Herbst etwas länger. Deshalb wird dieser Landstrich "Sächsische Riviera" genannt. Natürlich sind es auch die auserlesenen Weine, die auf den Granit- und Lößböden gedeihen.
Selten findet man diese Sortenvielfalt auf kleinstem Raum vor. Kostbar sind die Weine aus Sachsen - voller Charakter und Leidenschaft wie die Winzer und Gastgeber entlang der Sächsischen Weinstraße. Außergewöhnlich diese Landschaft, in der er ausgebaut und gelesen wird.

Wir radelten an einem Tag von Diesbar-Seußlitz über Meißen, wo seit fast 300 Jahren Porzellan hergestellt wird, nach Coswig und zurück und am zweiten Tag erkundeten wir die Strecke in Richtung Riesa. Schloss Hirschstein grüßt über die Elbe herüber mit viel Geschichte und vielen Sagen. Da kamen so locker 60 km zusammen, ohne dass wir sie all zu anstrengend empfanden. "w . elberadweg. de"

Ich empfehle Lehmann's Seußlitzer Weinstuben und Hotel an der Sächsischen Riviera in 01612 Diesbar-Seußlitz; An der Elbstraße 26; Tel.: 035267 50236. Unter alten Kastanienbäumen sitzt man mit herrlichem Blick auf die Elbe. In der Weinstube mundet der köstliche Wein. Umgeben von manchen antiken Sammlerstücken, die vom Weinbau oder der Geschichte der Gegend erzählen. Bis zum Sonnenuntergang wanderten wir am Schloss Seußlitz, einem barocken Kleinod, vorbei, welches nicht mehr genutzt wird, weiter hinauf zur Heinrichsburg gegenüber vom Schloss, dann durch die Weinberge bis zur Goldkuppe.
Abends, bei Kerzenschein, genießen wir eine Weinprobe der besonderen Art mit je vier Gläsern selbst ausgewählter Weine. Dazu schmeckt uns der Rehgulasch und eine Kreation des Hauses von speziellen Teigwaren ausgezeichnet. Im Anschluss noch etwas Käse zum Naschen. Ein herrlicher Tag!

Hobbywinzer und Weinbaubetriebe fädeln sich in diesem Elbtal wie an einer Kette auf. Dazwischen schöne Wirtschaften, kleine Hotels und einladende Raststellen mit dem einmaligen Blick über Elbe und Weinterrassen auf engstem Raum.
Keine Drosselgasse, aber viel an lieblicher Landschaft mit ihren charaktervollen Menschen, und eben diese flüssigen Raritäten, original Meißner Weine und nicht zu vergessen die Erzeugerabfüllungen der Region, die sich durch ganz besondere Noten auszeichnen. Allesamt sind es Qualitätsweine aus Sachsen. Und da gibt es noch die "Sachsenflasche". Ich wünsche auch dieser Flaschenform mit ihrem köstlichen Inhalt den Einzug in den international anerkannten "Weinhimmel".


Nicht nur das schöne Wetter gab den Ausschlag. Wir reisten im Herbst 2005 zum dritten Mal an die "Sächsische Riviera". Karl May würde es auch gefallen, er lief mir, ganz von der Seite, auch diesmal über den Weg.

Karl May und die Musik - warum ist an der Sächsischen Riviera alles so tonlos? Dabei gibt es außer Karl May mindestens noch ein Vorbild.
Im Forsthaus am Rande des Golkwaldes, über dem Elbetal der "Sächsischen Riviera", lebte von 1878 bis 1887 Förster Max Schreyer aus Pulsnitz und schrieb hier das berühmte erzgebirgische Lied vom "Vugelbärbaam", auf die Melodie eines österreichischen Volksliedes.
Also liebten dieses reizvolle Tal außer Karl May noch andere Poeten. Aber warum ist es da heute so still?
Am Ende werde ich einen kleinen Nebengedanken aufnehmen - werde ich einen Vorschlag machen, und hoffe, dass jemand diesen "Fehdehandschuh" aufnimmt und damit weiterkämpft.

Wir hatten wieder unsere Räder mit und diesmal ging es in Richtung Radebeul. Es war eine Genusstour. Ausgangpunkt war der kleine Ort Winkwitz in Sichtweite von Meißen, also gleich um die Ecke, würde Karl May schmunzeln.
Über Meißen ging es ganz gemütlich nach Süden, und wir konnten uns an der Silhouette der Alberechtsburg mit dem Dom im Hintergrund nicht genug satt sehen. Dabei wanderte der Blick zurück in das herrliche Tal der Sächsischen Riviera.

Meißen, die Porzellan- und Weinstadt. Am Marktplatz fallen das spätgotische Rathaus und das Bennohaus auf. Hinter der Frauenkirche mit herrlichem Porzellanglockenspiel, natürlich aus Meissner Porzellan, finden wir das Brauhaus, heute das Standesamt. Auf dem Burgberg liegt die Kirche St. Afra, im Park das Schloss Siebeneichen. Über allem die majestätische Albrechtsburg im gotischen Baustil, zwischen 1250 und 1400 errichtet, mit seinen monumentalen Wandbildern zur sächsischen Landesgeschichte in seinen Sälen, und gleich daneben der älteste Dom Sachsens mit seinen zwei Türmen.
Ein Bummel durch die liebevoll restaurierte Altstadt lohnt sich, auch wegen der vielen Weinlokale. Markgrafenfest, Altstadtfest, eine "Lange Museumsnacht" und viele Weinfeste laden ein.
Auch die Porzellan-Manufaktur Meissen ist sehenswert, vom Fingerhut bis zur zwei Meter hohen Vase in der "Schauhalle" nebst der angeschlossenen "Schauwerkstatt". All dies und noch viel mehr zieht die Besucher in ihren Bann.
Noch etwas! Mit der S-Bahn ist man, preisgünstig, ganz schnell in Dresden.
Wir radeln genussvoll weiter. Einladende Raststellen könnte ich viele empfehlen, wie z. B. den Biergarten Blick zur Bosel in Sörnewitz. Der Radweg ist im besten Zustand. Am Ende von Sörnewitz fanden wir noch das Anwesen unseres Großonkels. Und der Zufall half - ein älterer Herr konnte sich noch an ihn erinnern. Bis Radebeul legten wir noch eine Mittagspause ein. Es rollte so schön, auch auf der Rückfahrt. Ruhe, herrliche Blicke auf die Elbe und auf diese schöne Herbstfärbung.
Wieder ein Abstecher bei der 1. Weinkönigin, und wir ließen uns den Federweisen gut schmecken.
Beim letzten Besuch gab sie uns einen Tipp. Sie hatte auf meine Frage, was dies für ein nettes Anwesen mit diesem Burgtürmchen sei, welches man in nördlicher Richtung erkennen kann, ganz schnell reagiert, und half auf der Stelle. So durften wir diesmal ein Kleinod an der Sächsischen Riviera aufsuchen. Wir hatten uns telefonisch angemeldet.
Zuerst wusste ich dieses nette Anwesen nicht einzuordnen. War es eine kleine Burg? Auf jeden Fall ein schöner Blickfang. Eine runde Turmspitze zieht den Blick auf diese kleine "Burg". In leuchtender heller, frischer Farbe schaut sie vom Berghang inmitten der Weinberge über die Elbe hinweg auf Dom und Alberechtsburg zu Meisen und in das Tal der Sächsischen Riviera nach Norden in Richtung Diesbar-Seußlitz.
Nein, keine "Burg", erst im Jahr 2000 erbaut, fügt sich das Anwesen sehr gefällig in das Landschaftsbild ein. Ein herrlicher Landsitz, ein Kleinod, ein einladendes Haus mit liebenwerten Menschen mit viel Liebe zu Details.
Ich möchte es hier empfehlen:

Familie Helga Kranz, Elbtalstrasse 38, 01665 Winkwitz / Meißen; Tel.: 03521 719680.

Hier ist alles echt. In einer angenehmen Atmosphäre sitzt man auf einem der vier Balkone und darf in Ruhe die Schönheit der "Sächsische Riviera" in sich aufsaugen.
Wir hatten am Nachmittag noch nicht richtig Platz genommen, da stand der duftende Kaffee und der in großer Auswahl selbstgebackene Kuchen auf dem Tisch. Wie schon erwähnt, alles echt, kein Theater, keine Kulisse, keine Attrappen. Anteilnahme an unseren Wünschen - und gleich ein Geheimtipp, wie man die schönsten Blicke am Nachmittag von oben einfangen kann. Gemütlich verbrachten wir den Abend mit Familie Kranz und da sah uns aus einigen Büchersammlungen Karl May über die Schulter, und mir kam es vor als schaute er selbst zum Fenster herein, denn der Steilhang des Elbetales lässt der Phantasie Tür und Tor offen. Natürlich nicht nur alles neu, sondern auch sehr geschmackvoll eingerichtet, und in einer wohltuenden Atmosphäre, gibt sich die kleine "Burg". Eine Ferienwohnung mit einer allerliebst eingerichteten kleinen Wohnküche neben einem modernen Bad und Balkon laden in dieser herrlichen Hanglage ein, um in Ruhe zu genießen und dabei neue Kraft zu tanken. Darüber hinaus steht noch ein modern eingerichtetes Zweibettzimmer bereit. Die kleine Gartenanlage und die Weinstöcke, alles so mit Liebe gepflegt und schön gestaltet. Man möchte ein Loblied singen, aber da tippt mir Karl May auf die Schulter und meint: "Es gibt noch keine Lieder über dieses Teilstück an der Elbe, aber das sollte sich ändern?!"

Am Morgen, wir gehören zu den wenigen Frühaufstehen, ein Frühstück an den Fenstern im "Turm" mit Blick auf die Elbe, wo in der Nacht ein Schiff aus Decin/Detschen festgemacht hatte und im Morgennebel zur Weiterfahrt rüstete. Die Albrechtsburg ist schemenhaft in den aufsteigenden Nebelschwaden über der Elbe zu sehen. Im faszinierenden Schimmer durchbrechen die Strahlen der aufgehenden Sonnen die goldenen und roten Rebstöcke; und das Frühstück war da nicht nur aufgetafelt, es war arrangiert. Soviel Liebe zum Detail findet man selten.


Ca. 10% aus der Feder von Karl May beschreiben Sachsen und das Erzgebirge und da schauten in der stilvoll einrichteten Stube erzgebirgische Drechslereien von beachtlicher Größe beim Frühstück zu. Herr Kranz stellt so etwas nach eingehenden Studien selbst her, und da Protzelanmaler aus Meißen zur Hand sind, sehen die Gesichter bekannter Figuren recht ansprechend aus, auch zum Verlieben, wobei ich zu solchen Dingen sonst recht kritisch bin, da ich selbst ein wenig davon verstehe.

An diesem Tag radelten wir noch einmal nach Diebar-Seußlitz mit seiner Schlossanlage und der George-Bähr-Kirche. Bähr? Da kommt mir ein Gedanke, George Bähr war ja auch der Schöpfer der Dresdner Frauenkirche und auch die Seiffner Rundkirche fällt mir zum Vergleich ein. Alles wird so schön flankiert von den beiden so genannten Burgen. Der Pavillon "Heinrichsburg" und das barocke Winzerhaus "Louisenburg" schauen von den Hängen auf Schloss und Schlossgarten herab.

Am Ortseingang von Diesbar, am Landgasthof & Hotel "Zum Roß", spazierten wir aus dem Tal heraus, was doch recht anstrengend ist, und fanden das schöne Landgasthaus und Hotel Jägerheim in Löbsal. Dort in der Nähe liegt der Golkwald, wo das erzgebirgische Lied vom Vugelbärbaam entstand. Mit vielen schönen Eindrücken radelten wir zurück.

Scheiden tut weh. Wir verabschiedeten uns schweren Herzens bei Frau Kranz, und ich versprach, von mir hören zu lassen. Bestimmt werden wir wiederkommen. Wenn ich mich bei der Heimfahrt so umblicke, merke ich, dass wir Vieles nur gestreift haben. Hoffentlich stellt sich bald wieder so eine herrliche Wetterlage ein.
R.L.
PS.
Ganz Nebenbei. Ich war um 1949 in der Elbe baden, danach kam eine lange Zeit der großen Verschmutzungen, heute sehe ich ins Wasser der lieblichen Elbe und sehe in einiger Tiefe bis auf den Grund - und konstatiere, sie ist wieder sauber!
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002 - Hortobagy



Ein oft gemiedenes Kleinod - die Hortobagy im Osten Ungarns.
(Fahr wieder einmal hin!)
Das Kleinod ist eine Puszta, eine Salzsteppe, zwischen dem Fluss Theiß, ungarisch Tisza, genauer dessen Mittellauf bei Tiszafüred, und der Universitäts- und Blumenstadt Debrecen, an der Grenze zu Rumänien. Besser ausgedrückt liegt die Hortbagy zwischen der Theiß und dem Hajdúságer Lössrücken.

Durch sie hindurch windet sich das Flüsschen Hortobagy, welches weit im Norden ihr Wasser über die Keleti-föcsatorna aus der Tisza bezieht, und ihr Wasser im Süden über die Körös der Tisza wieder zurückgibt. Im Zentrum wird das Flüsschen durch die längste Steinbrücke Ungarns, der Neun-Bogen-Brücke überspannt.

Das 2300 qkm große Gebiet wartet mit einer besonderen Pflanzen- und Tierwelt und einer sehr reichen Vogelwelt auf. Die Hortobagy liegt auf der Strecke des großen Nord-Süd-Vogelzuges. Hier finden die Zugvögel ideale Wasser- und Grasgebiete vor.

Neben den traditionellen Vögeln und Zugvögeln sollen hier nur einige besondere Vögel genannt werden:
Schwarzstorch - (Cinonina nigra), Kiebitz - (Vanellus vanellus), Beutelmeise, Seeadler - (Haliaeetus albicilla), Rotfuchsfalke - (Falco vespertinus), Grosstrappe - (Otis tarda), Kurzzehenlerche - (Calandrella brachydactyla hungarica), Seggenrohrsänger - (Acrocephalus paludicola), Stockente - (Anas platyrhynchos), Blässganz - Anser albifrons), Purpurreiher - (Ardea purpurea), Löffler - (Platalea leucorodia), Nachtreiher - (Nycticorax nycticorax).

Von den Landtieren möchte ich nennen:
Nonius Pferd - (Nunius Horse), Ungarisches Steppenrind - (Hungarian grey cattle) das großhörnige Graurind, Langhörniges Zackelschaf - (Hu garian "ravka" sheep), Komoder Hund, Puli Hund, Ziesel - (Citellus citellus), Wildschwein - (Sus scrofa), Fischotter - (Lutra lutra), Wollschwein und Wasserbüffel; nicht zu vergessen die Wasserschildkröten.

In der Pflanzenwelt stechen heraus:
Der dichte Riedgrund im flachen Wasser, Eiche - (Quercus robur), Tatarischer Ahorn - (Aver tataricum), Kamille - (Matricaria chamomilla), Widerstoss - (Limonium gmelini) - wir sagen Salzgras dazu, Kampferkraut - (Campharosma annua), Strandaster - (Aster tripolium ssp. Pannonicus), Beifuß - (Artemisia maritima), Seekanne - (Nymphoides peltata), Seerose - (Nymphaea alba), Wassernuss - (Trapa natans).

Unübertroffen ist der Fischreichtum. Die angebotenen Fischsuppen sollen die besten weit und breit sein.

Dazwischen findet man die Hirtenhütten aus Ried. Sie sehen aus wie ein umgedrehtes Stielglas ohne Standfuß. Die unverwechselbaren Ziehbrunnen sind weithin sichtbar. Punkte in dieser Steppe sind hier und da eine vereinzelte Tscharda. Im Zentrum seit 1699 die Hortobágyer Tscharda, weiter östlich die 1843 erbaute Kadarcer Tscharda - heute im besten Zustand aber leer stehend, da weniger Touristen kommen, und das will ich noch besonders ansprechen.
Wenn man in der Unendlichkeit dieser Steppe steht, Grillen und Frösche in einem fortwährenden Sängerstreit liegen und die vielen Störche es nicht schaffen die Geräuschkulisse zu dämpfen, erscheint ab und zu eine Fatahmorgana.
Kutschfahrten mit und ohne Vorführungen werden genügend angeboten. Eine Bootsfahrt auf der Hortobagy ist ein Genuss, ein Highlight. Ein Tipp! Der Chef vom Puszta Camping, Sandor, hilft da gern weiter; und seine Empfehlung für eine versteckte Heilquelle sollte man ernst nehmen.

Die Heiducken, die früher aus arbeitslos gewordenen Viehtreibern hervorgingen, bildeten Freischaren. Anfang des 17. Jahrhunderts wurden sie fest angesiedelt. Sie prägten lange Zeit diese Gegend. Der Heiduckenbezirk mit einer selbständigen Verwaltung wurde erst 1876 aufgelöst.
Die Herdentreiber zu Pferd, die Tschikosche, sind "unauffällig" mit oder ohne Kostüm überall bei ihrer Arbeit anzutreffen. Ein fleißiges Völkchen. Sie haben noch etwas von den Menschen der ursprünglichen Puszta an sich. Ein bisschen von ihrer ehemaligen Romantik, von ihren Besonderheiten hat die Puszta immer noch vorzuzeigen. Wenn man genau hinhören und hinsehen will kann man am Lagerfeuer immer noch merkwürdigen Geschichten lauschen. Zur Puszta gehören die Hirten, die ihre Schafherden zu Fuß oder auf Maultieren sitzend hüten, und schließlich auch die Rinderhirten, deren Obhut die starken, ungebärdigen Gabelhorntiere anvertraut waren. Eine eigene Romantik. Die Hirten formten und formen einen typischen Zweig der Volkstracht und Volkskunst. Auch die "Betyáren" der Puszta prägten diese von eigenem Zauber erfüllte Atmosphäre. Ein wenig kann man in den heutigen Vorführungen erkennen. Wie schon gesagt, man muss genau hinsehen und hinhören.

Das heutige Bild der Puszta entwickelte sich in der Mitte des vorigen Jahrhunderts. Vorher war dort fruchtbares Schwemmland. Die Menschen machten eine Salzsteppe daraus. Das ist aber hier nicht das Thema. 1973 wurden 690 qkm der Puszta zum ersten ungarischen Nationalpark erklärt.

Man versucht in Ansätzen diese Romantik wieder zu beleben. Ein Beispiel gab "BB", Bistey Béla Zsolt, dessen Familie in Balmazújváros lebte. In der Kis-Hortobagy versuchte er diese Pusztaromantik zum pflegen und für die Welt zu erhalten indem er dieses romantische Leben in Musik und Bildern festhalten wollte. Heute am 3. September 2005 war diese Tscharda auch geschlossen.

Nur an wenigen Tagen im Jahr kommen noch genügend Besucher. Das ist am 20. August, da wird auf der Neun-Bogen-Brücke der Brückenmarkt abgehalten. In der ersten Juliwoche werden in Mata internationale Reittage durchgeführt und auch am 20. August wird in Debrecen der farbenprächtige Blumenkarneval gefeiert. Eigentlich sind da noch die vielen schönen Heilbäder, aber trotzdem geht die Zahl der Besucher drastisch zurück, seit -
ja seit einiger Zeit. Einen wesentlichen Anteil hat die Katastrophe vor einigen Jahren, als die Theiß durch einen Dammbruch in einem rumänischen Goldbergwerk vergiftet wurde. Davon wurde sehr ausführlich berichtet. Als ein Ergebnis ist die Furcht vor der Puszta so groß geworden, dass auch heute viele Menschen dieses Kleinod in Ungarn meiden. Natürlich gibt es auch noch Fehler im Management, aber die könnten schnell durch Fachleute beseitigt werden. Das geschaffene Image der vergifteten Puszta wird noch sehr lang nachwirken. Schade für die Menschheit und die wenigen Bewohner der Puszta.
Ich empfehle: "Fahr hin!"

Dank an dieser Stelle Frau Maria Bak, die mir mit Rat und Tat half, vor allem mit ihrer guten deutschen Aussprache, ihrer Liebenswürdigkeit, sowie ihren Kenntnissen und ihrer Hilfsbereitschaft. Sie ist in der Information ("tourinform") im Ort Hortobagy anzutreffen - aber ich mach ja keine Werbung! oder doch?









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