Gipfelstürmer:

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Sagen aus dem dunklen Miriquidi
im heutigen Sachsenland
aus dem Tal der Lößnitz im Erzgebirge
"Der Henker vom Schellenberg"






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Letzte Änderung am 03.05.2013

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Der Henker vom Schellenberg

von F. W. im Februar 2013





Die Sage:
"Die Teufelsbrücke bei Hetzdorf" aus Oederaner Sagen, w-w.nachrichten-oederan.de (Sagen)






Der Henker vom Schellenberg

(Einige Geschichten nach Großvaters Erzählungen um 1943-50, über vergangene Zeiten aus dem Lößnitztal im Miriquidi im heutigen Sachsenland.)
F. W. anno 2013 / II



Inhalt:

Derer von der Au über dem Rhein 03
Muttermord 03
Die Vertreibung der Söhne 04
Der Schellenberger - Der Wilde Hans 04
Der Oheim Gunther 04
Der Schwarze Karl 05
Die Ausspanne 05
Der Schmied und die Mönche vom Eddaberg 07
Die unglaubliche Geschichte eines Fremden und sein Geschenk 08
Der Überfall und wie aus Melchior Johann wurde 16
Der Knecht 17
Die Teufelsbrücke bei Hetzdorf ( aus Oederaner Sagen) 19
Die Hexe und ihre Joule 20
Hexenprozess 20
Joule und ihre heimliche Liebe 21
Johann und seine Joule 22


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Nachwort 23






Derer von der Au über dem Rhein

Der Vater aller Ströme lag ihr zu Füßen. Die steil aufragende Burg war ein besonderes Kleinod unter all den Burgen am Vater Rhein. Merkgraf von der Au war römischer Abstammung und sein Urgroßvater hatte die schöne Hilde vom Rhein gefreit.

Sein Urahn hatte Anteil an den Kreuzzügen. Weit im Osten, im Schwarzen Wald, auf dem Schellenberg hatte er damals eine Station errichtet. Sie diente als Sammelstelle für Verwundete und als Ruhelager der Durchziehenden. Für seine Leistungen hatte er diesen Flecken als Geschenk erhalten.
Von der Au hatte sich noch nie in diese Gegend verirrt und seine Söhne hatten anderes im Sinn.
Heute war seine Burg am Rhein ein Schmuckstück und gern kamen die Gäste zu derer von der Au zu einer seiner Jagten. Sein Weib hatte ihm drei Söhne geboren. Darüber war er stolz, aber seit einiger Zeit auch betrübt. Natürlich brachten ihn die großen Temperamentunterschiede seiner Söhne schon manchmal zum Nachdenken. Dazu trug deren Haarfarbe ihr Übriges bei. Schwarzes Haar hatte Karl, Rotes Haar der Wilde Hans und blondes Haar der vorwitzige Gunther. Eine Zigeunerin hatte Prophezeit, dass er nie eigenen Kindern diese, seine, Burg vererben würde. ..... .


Muttermord

Von der Au hatte eine Endscheidung getroffen. Keiner seiner angeblichen Söhne sollte sein Erbe antreten. Er verbannte seine Frau in das Turmzimmer, und sah sich nach einer neuen Gemahlin um, die ihm einen Sohn gebären sollte.

Besonders dem wilden Hans gefiel der Plan seines Vaters am allerwenigsten. Er war das wilde Leben gewöhnt, ohne sich Gedanken zu machen, wer für Ihn sorgte.

Er brütete einen teuflischen Plan aus. Um alleiniger Erbe zu werden musste der Vater vorzeitig sterben.
Er wandte sich an eine Zigeunerin, die eine Meisterin im Herstellen von Giften war. Für einen angemessenen Judaslohn erhielt er ein kleines Fläschchen mit dem tödlichen Gift.

Bei der nächsten Jagt wurden, nach erfolgreicher Strecke, die Pokale gefüllt. In den Pokal des Königs tat der Wilde Hans das Gift und war sich seines Erfolges ganz sicher. Der Schwarze Karl war heute zum Mundschenk bestimmt und reichte die Pokale aus. Jeder erhielt den Seinigen. Der König beschaute die Strecke - und ihm Reute, dass er seine Frau so vernachlässigte. Er zog sie an seine Seite und reichte ihr zur Versöhnung seinen Pokal. Vor Freude über diesen Sinneswandel leerte Hilde den Pokal in einem Zug und starb auf der Stelle.

Am meisten erschrak der Wilde Hans darüber, dass sein Plan so misslungen war, aber schnell erholte er sich von dem Schreck.
Er zeigte auf seinen Bruder, den Schwarzen Karl, und schrie: "Du wolltest den Vater vergiften!".
Der blonde Gunther, stellte sich an die Seite von Hans und zog sein Schwert um sich dieser infamen Beschuldigung entgegenzustellen. Sofort drang der Wilde Hans auf Gunther ein und es kam zu einem fürchterlichen Kampf. Von der Au war wie benommen. Er konnte keinen klaren Gedanken fassen. Karl hatte ja die Möglichkeit gehabt ihm das Gift zu reichen, aber er war immer rechtschaffen gewesen, und suchte Wahrheit und Recht mit allen Mitteln durchzusetzen. Gunther war der Gewandteste von Ihnen und konnte es allein mit dem "Wilden Hans", wie er auch fortan genannt wurde, aufnehmen. Mir einem geschickten Ausfall machte er dem Kampf ein Ende und der Rotschopf, der Wilde Hans ging in die Knie, schwer getroffen an der Fechthand.



Die Vertreibung der Söhne

Von der Au schickte zwei seiner Söhne fort. Fern im Osten war doch dieses Lehen und dort sollten sie sich einigen. Den schwarzen Karl aber steckte er in den Turm.

Die Zigeunerin verhalf Karl zur Flucht und er zog mit deren Fahrensleuten gen Osten, und kam nach einiger Zeit auch in die Gegend des Miriquidi, diesem schwarzen, undurchdringlichen Wald.


Der Schellenberger - Der Wilde Hans

Der Wilde Hans mit seinem roten Schopf war der Schnellste gewesen. Er ergriff Besitz von der kleinen, verwahrlosten Burg auf dem Schellenberg. Sie war in keinem guten Zustand und sollte noch lange so bleiben. Er scharte einige wilde Gesellen um sich, und gemeinsam unternahmen sie Raubzüge in der Umgebung. So mancher Reisende wurde dabei um sein Hab und Gut gebracht, und man munkelte auch von mehr!


Der Oheim Gunther

Gunther hatte sich auf seiner Wanderung nach Osten lang Zeit genommen. Als er am Schellenberg eintraf, ging der Wilde Hans bereits seinem verwerflichen Gewerbe nach. Gegen diese Horde hatte auch er keine Chance. In einem Querstromtal, an einem Fluss im schwarzen Wald flussaufwärts, fand er eine Stelle, die geeignet war, eine Wassermühle zu errichten. Er zeigte viel Geschick und so hatte er bald sein Leben, zusammen mit einer getreuen Muhme, zu seiner Zufriedenheit eingerichtet.
Er saß vor seiner Mühle und schaute auf den Schellenberg. Etwas Wehmut kam in Ihm auf. Er war der Älteste, und damit der Thronfolger des kleinen Fürstentums derer von der Au. Im Osten war nur undurchdringlicher dunkler Wald, 10 Meilen flussaufwärts befand sich noch eine Ausspanne. Er nahm sich vor dem Schmied am schwarzen Fels, dem die Ausspanne gehörte, baldigst einen Besuch abzustatten.









Der Schwarze Karl

Lange war er mit den fahrenden Leuten durch die Lande gezogen. Als diese in die Nähe des schwarzen Waldes kamen, war in der Nähe von Freyberg Gerichtstag. Ein Übeltäter der schlechtesten Sorte sollte seiner gerechten Strafe zugeführt werden, aber der Henker war verschwunden. Wie sich herausstellte wurde er ermordet. Der schwarze Hans übernahm seine Stelle und führte von nun an diesen Beruf zur Zufriedenheit aus. So konnte er auf eine ganz andere Art seinem Gerechtigkeitsdrang nachkommen.

In der Nähe des Schellenberges erhielt er vom Landesherren, einem gewissen Otto, ein Stück nutzloses Land an einem Berghang und baute sich dort seine Behausung. Er legte einen kleinen Park an, gerade so, wie er ihn bei seinem Vater gesehen, baute eine kleine Kapelle und versorgte sich mit kräftigen schwarzen Hunden, die er so abrichteten dass sie niemand zwischen einem steinernen Tor und dem Flecken im Osten der an einem Anhang lag und sich Metze nannte, duldeten. Die Hunde kannten ihr Revier genau und niemand traute sich auf das unwegsame Anwesen des Henkers. Er wurde von Herolden benachrichtigt. Diese bliesen am steinernen Tor in Ihr Horn, denn auch sie konnten nichts gegen diese fürchterlichen Hunde ausrichten, worauf sich der Henker dort einstellte und die ihn betreffenden Befehle der umliegenden Gerichtsflecken annahmen. Es waren mehrere Gerichtsflecken, welche weit auseinander lagen. Schellenberg und Großhartmannsdorf lagen am nächsten.

Viele der Verurteilten waren nicht so schuldig wie es das Urteil erahnen lies.

Da war der Kaumann Barfuss, der von seinem Neffen des Mordes angeklagt war. Er hatte keine Möglichkeit seine Unschuld zu beweisen. Er schloss mit seinem Schicksal ab. Zuvor übergab er sein ganzes Vermögen dem Henker, der ihm dafür den Dienst erwies, dass er vor der Hinrichtung in seiner Kapelle beten durfte und dort angeblich einen natürlichen Todes starb.

Auch einige Hexen vermachten dem Henker Ihre angehäuften Reichtümer und so war er in den Besitz eines beträchtlichen Vermögens gekommen.



Die Ausspanne

Heute war Gunther in guter Stimmung, eine große Freude lag auf seinem Herzen. Er hatte seinen Bruder Hans getroffen. Beide freuten sich über ihr unverhofftes Wiedersehen. Der Beruf des Henkers den Hans ausübte, war für Gunther nichts Anrüchiges. Er verbrachte gestern einen halben Tag hinter dem steinernen Tor, auch eisernes Tor genannt, und sie versprachen sich gegenseitig zu helfen, was auch in Zukunft oft geschah.

Heut war Sonntag und Gunther unternahm die lange Wanderung flussaufwärts, entlang der Lößnitz, zur Ausspanne.
Er hatte sich recht früh auf diesen beschwerlichen Weg gemacht, aber er hatte über Gerüchte vernommen, dass dort ein Schmied wertvolle Dienste leiste und auch sonst über viele Dinge bescheidet wisse. Es war noch recht dämmrig und er kam nur langsam vorwärts. Oft bot die Lößnitz rechts und links steile Ufer mit undurchdringlichem Wald. Gunther musste sich oft mit der Axt den Weg bahnen. Einen Bären hatte er aufgeschreckt, aber dieser trottete in den dunklen Wald hinein. Gunther war trotzdem vorsichtig. Einige Wölfe hatten sich schon an seinen Schafen in den Hürden zu schaffen gemacht und auch sonst gab es allerhand Grobzeug. Er machte eine Pause und sah dem Spiel der Forellen zu, die sich in großer Zahl in dem kleinen Fluss tummelten. Jetzt musste er einen Baum schlagen, um auf die gegenüberliegende Seite zu gelangen, denn zu seiner Linken war kein Weiterkommen möglich.
Die Sonne stand schon sehr hoch, als er eine größere Lichtung vor sich erblickte. Er hörte, wie sich die Zähne einer Säge ins Holz schnitten und erblicke eine Mühle, die von hohen Tannen überragt wurde. Gunther hielt darauf zu und erblicke eine Sägemühle. Klein war diese Sägemühle, aber alles recht ordentlich hergerichtet. Mit nur einem Sägeblatt arbeitete der Sägemüller und das schnitt sich dazu noch recht unrhythmisch durch die schwere Tanne. Als der Sägemüller den Ankömmling erblickte richtete er seinen Gurt, an dem eine sehr große Axt herabhing. Gunther verbeugte sich und sagte woher er kam und wohin er wolle. Der Sägemüller bot ihm Platz an, und seine Frau brachte einen Becher Med. Gemeinsam steckten sie sich ein Pfeifchen an und erzählten. Der Sägemüller erfuhr von der neuen Mühle die Korn und Ölfrüchte malen konnte und er staunte über Gunther mit seiner imposanten Erscheinung. Dabei machte dieser eine fröhlichen und angenehmen Eindruck auf ihn.
Der Sägemüller erzählte, dass seine Sägemühle nicht so gut lief. Früher hatte er immer wieder kleine Aufträge vom Schellenberg, und eine überdachte Holzbrücke durfte er auch ab und zu ausbessern. Sonst liefen die Geschäfte schlecht. Seitdem ein recht wilder Gesell auf dem Schellenberg sein Unwesen trieb, war von dort kein Auftrag gekommen, und der Sägemüller hatte seine große Axt schon des Öfteren gut geschärft. Er gedachte sich schon ordentlich zur wehr zu setzten. Mit seinen zwei Söhnen sollte ihm das schon gelingen. Diese seien aber zu Ausspanne, um sich dort etwas zu verdienen. Die Ausspanne am schwarzen Fels brachte jetzt zunehmend einige Arbeit für ihn. Schnell musste da eine neue Deichsel zur Stelle sein und die Leiterwagen und Kübelwagen brauchten auch ab und zu einige Hölzer für Reparaturen. Der Schmied von schwarzen Fels bezog alle Holzteile vom Sägemüller und so hatte er ein bescheidenes Auskommen; und seine Söhne verdienten als Knechte auf der Ausspanne auch noch etwas dazu.
Gunther erfuhr, dass er noch ein kleines Stück des Weges vor sich hatte und dieser war auch schon recht deutlich durch sie Söhne des Sägemüllers gekennzeichnet.
Gunther verabschiedete sich und versprach in diesem Jahr noch einmal vorbeizuschauen, denn in seiner Mühle musste ein sehr großes Rad repariert werden und dazu benötigte er wahrscheinlich grob vorbereitete Stämme aus der Sägemühle.
Sobald er alles ausgemessen habe, werde er sich wieder melden. Die Sägemühlengewirtin gab ihm noch eine kleine Wegzehrung mit, und ausgeruht und guten Mutes zog er weiter in Richtung Osten, immer der Lößnitz entlang.

Gegen Mittag sah er zur Linken die Schmiede unter einem Felsen, der vom Schmiedefeuer geschwärzt aufragte.
Eine Brücke überspannte die Lößnitz, sie war stabil aus Stein gebaut und die Fuhrwerke konnten gut die Lößnitz passieren. Rechts neben der Schmiede war ein Stall und einige Knechte kümmerten sich um sechs starke Pferde. Diese halfen den Fuhrleuten, die aus dem "Behmerland", wo der gestrenge Fürst Tschech seine Hode zusammenhielt, kamen, die steile Strecke nach Norden hinauf. Und denen, die aus Richtung der Salinen kamen, wurde den steilen Karrenweg im Süden hinauf geholfen. Mit mindestens zwei zusätzlichen Pferden vorgespannt, so wurden die steilsten Stellen überwunden. Einige Fuhrwerke benötigten auch einen Bremserdienst, den die Knechte gern leisteten. Sie hingen eine tüchtigem Baum an das Fuhrwerk und zur Not konnte auch ein Pferd etwas aushelfen, damit das Fuhrwerk nicht zu schnell den Berg hinab rollte. Der Schmied begrüßte Gunther sehr freundlich. Er war gerade dabei ein Wagenrad zu richten und ein Pferd musste beschlagen werden - auch heute am Sonntag. Dann aber rauchten sie zusammen ein Pfeifchen und der Schmied wusste einige Neuigkeiten, welche die Kaufleute so mitbrachten, die Gunther gern hörte. Noch oft machte Gunther den Weg zur Ausspanne am schwarzen Felsen. Heute hatte er nur eine neue Axt erstanden und mit guten Wünschen beiderseits verabschiedeten sie sich. Die Sonne stand schon tief und er musste sich sputen.
Jetzt fing es auch noch zu regnen an. Als er in der untergehenden Sonne die Sägemühle erblicke, entschloss er sich, dort um ein Nachtlager zu bitten.

Natürlich wurde ihm diese Bitte gewährt. Am späten Abend kamen auch die beiden Söhne von der Arbeit und bis spät in die Nacht wurde geraucht und erzählt. Die Sägemüllerwirten stellte immer wieder frischen Met auf den Tisch und es wurde ein geselliger Abend.
Gunther erfuhr einige Neuigkeiten vom neuen "Schellenberger". Es waren keine guten Nachrichten und Gunther unterließ es, zu sagen, das der "Wilde" sein Bruder war. Über die Ausspanne gab es viel Interessantes zu erzählen. Kaufleute brachten immer Nachrichten mit, und da gab es immer Neuigkeiten auszutauchen. Gunther erfuhr auch von zwei Mönchen die gen Norden auf einer Anhöhe eine Kapelle errichtet hatten und in einem kleinen Nebengelass wohnten. Der Sägewirt brach aber dieses Gespräch schnell ab, mit diesen Pfaffen habe er nichts im Sinn. Oft wären sie des Nachts unterwegs - und denen wäre sowieso nicht zu trauen.
Am nächsten Morgen machte sich Gunther zeitig auf den Weg und ohne Zwischenfälle kam er wieder zu Hause in seiner Mühle an.



Der Schmied und die Mönche vom Eddaberg

Je länger die Schmiede Feuer spuckte je dunkler wurde der Fels über Ihr. Jeder sagte zur Ausspanne an der Lößnitzbrücke "Am Schwarzen Fels".

Tags wurden die Dienste der Gesellen des Schmiedes und dessen Pferde gern in Anspruch genommen. Von den Fuhrleuten, die hüben und trüben in die Schlucht hinunter und wieder hinauf mussten, wurden die Zugpferde und zusätzliche Knechte des Schmiedes benötigten. Auch konnte der Schmied, die Hufeisen richten, Schäden beheben und eine Brotzeit war auch zu haben. Des Nachts aber war es nicht ganz geheuer. Nicht nur, dass der Schmied oft bis in die Nacht hinein seinen Feuerschein sehen ließ, ab und zu huschen vermummte Gestalten über die Brücke. Wenn diese von Norden kamen waren sie immer schwer bepackt. Auf dem Rückweg, nach ca. einer Stunde, konnten sie dagegen frisch ausschreiten. Wenn diese Gestalten über die Brücke huschten, brannte aber in der Schmiede das Schmiedefeuer nicht.

Es waren die zwei Mönche die an der Waldobergrenze eine winzige Kapelle errichtet hatten und in einer Hütte hausten. Da niemand wusste, was sie dort eigentlich machten, nannte man Sie "Die zwei Einsiedler". Es viel auch niemanden auf, das, nachdem einer der Mönche krank danieder lag, starb und auf dem Gotteshügel "Edderberg" beigesetzt wurde, sofort wieder ein zweiter Bruder die Stelle seines Vorgängers einnahm.
Immer drei Tage nach Vollmond gingen beide ein Stück in den Wald. An einer Weggablung drangen sie tiefer in den Wald ein. Sonderbarerweise war der Weg dorthin immer noch für ein Gespann befahrbar. Aber plötzlich war der Weg zu Ende. Wer sollte sich auch hierher verirren. Vielleicht waren es Waldarbeiter, die sich etwas Holz auf die Seite gelegt hatten.
Am Ende dieses Weges stand in einer Entfernung von 300 Fuß im Dreieck drei sehr hohe und mächtige Bäume. Mindesten einen davon kann man heute noch sehen.
In diesem Dreieck verschwanden die Mönche, kamen bepackt zurück und traten ihren Gang hinunter zur Lößnitz an und hinter der Brücke wieder bergauf bis es flacher wurde. Dort befanden sich drei große Steine in deren Mitte die Mönche sich Ihrer Last entledigten und anschließend die Grube wieder sorgfältig verschlossen. In dieser Nacht mussten Sie den Weg noch einige male machen. Danach durfte immer ein Mönch ca. 4 Stunden wachen, bis von Süden ein Gespann kam. Nach einem Losungswort wurden die schweren Truhen verladen und das Gespann entfernte sich wieder nach Süden.

Die Mönche hatten nun wieder Ruhe bis zum nächsten Vollmond oder bis ein Bote des Vatikans eine Botschaft überbrachte. Dann folgte wieder so eine anstrengende Nacht. Zuvor hatte mindestens ein Gespann, welches aus Norden kam, ihre Last zwischen den drei mächtigen Bäumen versteckt.

In den Truhen wurde von den Mönchen der Ablass durch das Tal gebracht, der den Gläubigen durch Künstler in der "Sündenvergebung gegen harte Münze" abgenommen wurden. In Freyberg sollen es an einem Tag 3000 Münzen gewesen sein, welche so ein "Künstler den ängstlichen Menschen für die Vergebung der Sünden abgehandelt hatte.
Diese Reichtümer mussten nun den gut ausgeklügelten Weg nach Italien oder Frankreich "finden".

Dabei sind die Mönche auch nicht arm geblieben und eines Tages wurde aus der Hütte eine gediegene Wirtschaft.

Es war der Schied, welcher durch seine Feuerzeichen mitteilte, dass der Weg ohne Störungen begangen werden konnte. War das einmal nicht der Fall, so machte er das Schmiedefeuer einfach an, auch wenn es gerade Mitternacht war.

Markante Punkte in dieser Gegend sind auf alten Karten in Musen in Feiberg und Dresden heute noch zu erkennen und auch die Venediger - und Waliser "Sucher" hinterließen im Miriquidi ihre, bis heute nicht immer zu deutende, Zeichen.



Die unglaubliche Geschichte eines Fremden und sein Geschenk

Karl hatte sich nie damit beschäftigt, wie ein Urteil zustande kam. Er vertraute auf die Obrigkeit und setzte das Recht durch. Er hatte seinen Auftrag gut zu erledigen und wurde reichlich dafür entlohnt. Aber da gab es doch Ausnahmen.
Eine dieser Ausnahmen blieb bis zum heutigen Tag unerklärlich. Der Verurteilte war nicht mehr in seiner Zelle aufzufinden. Alles Suchen blieb ohne Ergebnisse und man musste sich damit abfinden und so nach und nach geriet dieser Vorfall auch in Vergessenheit.
Was hatte sich da zugetragen.

Der fremd anmutender junger Mann, hatte sich vor einiger Zeit ein Quartier genommen und lies sich mit Manhed ansprechen. Herr Manhed hatte an sich nichts Besonderes an sich, außer dass seine Hautfarbe etwas dunkler erschien.

Bei einem Prozess gegen einen Dieb meldetet sich plötzlich Manhed zu Wort und stellte recht komische Fragen. Er wisse auf jeden Fall, dass der Beschuldigte keinen Diebstahl begangen habe. Der Bruder des Diebes behauptete das Gegenteil und dessen Frau bezeugte dies auf die Bibel. Dem Verurteilten drohte der Tod. Er sollte seinem Bruden einen sehr wertvollen Brautschatz geraubt haben. Ein Erbstück von wirklich hohem Wert und schönem Aussehen. Die Frau des Klägers hatte ihn einige male zu Feierlichkeiten gezeigt.
Der Verurteilte hatte sich auch in aller Öffentlichkeit darüber erzürnt, dass sein Bruder Ihm Vaters Erbteil nicht auszahlen würde und dabei sei dieser so reich. Er hatte gedroht in umzubringen und noch andere Dinge gesagt, wenn die Abende in der Wirtschaft lang wurden.
Nun stand er vor Gericht und hatte keine Möglichkeit seine Unschuld zu beweisen.

Da stand Manhed auf und ging zum Richter. Er fragte, wenn der gestohlene Schatz wieder auftauchen würde, dann wäre doch die Sache beendet und es käme zu keiner Verurteilung. Der Richter überlegte. Er glaubte nicht, dass so ein wertvolles Schatz jemals wieder auftauchen würde und sagte schnell: "Dann wird der Prozess niedergeschlagen und der Angeklagte ist frei".
Manhed ging zu seinem Pferd und entnahm der Satteltasche eine kleine Truhe. Ein Raunen ging über den Platz als er erhobenen Hauptes die kleine Truhe vor dem Richter öffnete und dieser das Geschmeide entnahm. Da erschraken die beiden Ankläger sehr, wussten sie doch das Erbstück gut versteckt. Manhed fragte etwas scharf, ob damit der Angeklagte frei sei. Der Richter bejahte und ehe man sich versah saß Manhed im Sattel und wurde nie wieder gesehen. Danach überlege es sich der Richter aber andres und sperrte den eben Begnadigten wieder ein. Am nächsten Morgen war aber die Zelle leer.

Diese seltsame Geschichte kam auch ans Ohr von Karl. Er fand es sehr sonderbar und schon wollte er die Geschichte vergessen und zum Alltag übergehen, als die Hunde anschlugen. Aber sie hatten sich sofort wieder beruhigt und Karl wusste, dass sie nie einen Menschen durch das steinernen Tot lassen würden. Da knackte es in den Zweigen und ein hoch gewachsener Mann tat auf den Henker zu, grüßte freundlich, und die Hunde begleiteten Ihn. Er strich den größten von ihnen liebevoll über den Rücken und Karl konnte sich nicht genug wundern. So etwas war noch nie geschehen. Sonst eher grob in seinen Erwiderungen bat er fast verlegen den Gast bei ihm in der Hütte platz zunehmen. Und da es die Gastfreundschaft gebot, bewirtete er ihn. Gemeinsam brannten sie sich nach dem schweigsamen Mal eine Pfeife an und der Dunkelhäutige begann eine wirklich sehr seltsame Geschichte zu erzählen.

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Es war einmal, begann der Fremde und machte eine länger Pause. Es ist heiß. Wüste, die Luft ist mit Salzkristallen durchsetzt. Da erhebt er sich aus dem Jordantal, direkt am Toten Meer gelegen, ein Tafelberg. Er wirkt etwas unwirklich. 300m hoch. Oben eine archäologische Seltenheit. Ich stehe auf dem Plateau des Berges Massada immer noch 100m unter dem Meeresspiegel. Alles ist ungewohnt. Mein Freund Gabriel ist nicht nur ein guter Archäologe, er ist auch ein ausgezeichneter Führer. Ich sauge die Umgebung in mich auf. Massada! Bilder von fremden Menschen tauchen in der flimmernden Luft auf und verschwinden wieder. Ich setze mich auf einen Vorsprung. Etwas Schatten tut gut. Vom mitgeführten Wasser tut ein Schluck jetzt so richtig gut. Ich höre Gabriel wie aus weiter Ferne. Herodes ..., eine schwarze Linie, alles was darunter zu sehen ist, sah die Umgebung vor tausenden von Jahren selbst. Hinter mir Überreste einer ehemaligen wahrscheinlich sehr hohen weißen Wand... von der man nicht weiß..., Diese Hitze. Ich schließe die Augen, lass den Kopf in den Nacken fallen und schlage die Augen langsam wieder auf. Ich sehe sie, die weiße Wand. Sie ist ja nur in Ansätzen da, aber nein, sie wird größer. Wie im Traum, nein wie in einer Animation sehe ich, wie die Wand wächst. Höher, höher und immer höher. Sie ist einige Male ganz leicht geknickt und sie wirkt in ihrer ganzen Breite gewölbt. Die Augen schmerzen vom grellen weiß dieser Wand.

Ich schließe die Augen wieder und möchte sie nur so eine Weile geschlossen halten. Die Dunkelheit tut in dieser gleitenden Sonne gut, sie verbreitet einen Hauch von Kühle. Ich öffne die Augen und sehe wieder diese fremden Gestalten. Nicht eigentlich fremd, nur so ungewohnt in ihren Bewegungen und diesen großen Tafeln die sie bei sich haben. Ich sehe genauer hin und staune. Ich vernehme Musik und spüre einen leichten Luftzug, der etwas von Kühle in sich trägt. Ich drehe mich um und sehe in der Tiefe eine Grotte auf deren Grund ich mich im Wasser sehen kann. Wirklich Wasser und aus der Grotte, nein es ist eine künstlich angelegte Zisterne, aus ihr kommt diese doch so angenehme kühle Luft und bringt mich wohl endgültig zur Besinnung. Ich blicke mich um und suche Gabriele. Da sehe ich ihn endlich. Er spricht mit einigen Leuten. Es ist wahrscheinlich alles in Ordnung. Nur hatte er vorhin seine schöne Mütze auf und jetzt trägt er eine andere Kopfbedeckung. Ich drehe mich um und erinnere mich an die letzten Worte von Gabriele "-- diese weiße Wand...", da steht sie vor mir. Riesengroß und blendend weiß. Dieses Weiß ist wirklich unnatürlich. Es flimmert und glitzert, als wären kleine Kristalle in diesem weiß eingebunden.

Gabriel kommt auf mich zu und fragt besorgt, ob es mir gut gehe. Natürlich geht es mir gut. Ich stehe auf, und Gabriel geht wieder auf eine Gruppe von Männern in langen Röcken zu und spricht mit ihnen. Dann kommt er wieder zu mir und führt mich an die Seite dieser großen Zisterne, aus welcher nun deutlich spürbar eine recht angenehme Luft herausströmt. Wieder, wie aus weiter Ferne höre ich, wie er sagt, sein Chef habe sich nun entschlossen die erste Seite des Vorschlages der Großen Herrscherin im Süden zu befürworten. Ich frage ihn: " Von was spricht du?" Er sieht mich fragend an und sagt etwas missmutig, dann muss ich es dir noch einmal erklären. Aber wir haben noch bis kurz vor dem Sonnenhöchststand zeit. Gehen wir in den Garten und sprechen wir über alte Zeiten.

In Garten ist es angenehm, fast unwirklich schön. Wir lassen uns unter einem immer grünen Strauch nieder und Gabriel reicht mit eine neue Flasche Wasser. Ich nehme mir einen langen Zug und schaue durch die Zweige des Strauches direkt in die Sonne, die noch nicht an ihrem höchsten Punkt angekommen ist. Und ich höre Gabriel mit seiner angenehmen, etwas monotoner Stimme sagen.
Es war vor sehr langer Zeit. Wir zogen weit im Süden durch die Wüste. Unser ganzes Volk und noch viele, sehr viele mehr. Unabwendbar reifte eine Entscheidung heran.

Es können nur so viele Menschen auf einem Weg gehen, wie der Weg diese Menschen ernähren, erhalten kann. Viele die in Zukunft zu entscheiden haben, werden diese Regel missachten und dadurch die Ihrigen verderben. Nebenbei gesagt, es wird aber auch zu jeder Zeit Erkennende geben und ein Rat dieser "Erleuchteten" muss nicht immer gut enden sollen für die Anderen.

Wir zogen aus Westen kommend unseren Weg, und eines Tages war die Entscheidung unabwendbar. Unser Volk, viel zu groß für diesen steinigen und harten Weg, musste sich aufteilen, musste in verschiedene Richtungen weiterziehen. Es mussten mehrere Wege eingeschlagen werden um ein Weiterleben aller zu ermöglichen. Unser Volk zog in den Norden. Wir haben immer Verbindung mit den Unsrigen, die in andere Richtungen zogen, gehalten. Leider wurde es immer schwieriger, da die Entfernungen immer größer wurden. Heute sind es hunderte von Tagesreisen und wir haben auch unterschiedliche Gewohnheiten angenommen. Aber die Liebe zueinander ist ungebrochen. Vor langer Zeit kam ein Abgeordneter aus dem Süden mit Wünschen unsere Brüder und Schwestern betreffend. Man brachte den Wunsch vor, dass unser ältester Bruder eine der vielen schönen und sehr bemerkenswerten Schwestern aus dem Süden heiraten möchte. Die Hochzeit soll bald im Süden stattfinden. Nun brachte der Bote die Empfehlungen zweier Schwester mit. Beide sind überaus reizvoll und gut bedacht. Ich habe selbst ihre Bilder gesehen. Es ist nicht üblich unser Antlitz zu spiegeln aber für diese Anlässe gab der große Rat eine Genehmigung.

Ich war mit meinen Gedanken wohl nicht ganz bei der Sache, was war das mit dem..., egal, ich nahm noch einen Schluck von diesem so gut mundeten Wasser aus der Flasche und hörte Gabriele weiter zu.

Ich durfte selbst die Schönen auf den bemalten Tellern sehen. Mir blieb fast der Atem stehen. So viel Anmut und Grazie sah ich nie. Ausschlaggebend für die Wahl unseres ältesten Bruders waren aber die vielen Schriftstücke und vor allen die Lobpreisungen der Boten. Einer der Boten ist ein Suchender. Er wird sich bei uns eine unserer Schwestern aussuchen. Und wird er dann wieder in den Süden gehen? Das weiß heute noch keiner. Es ist darüber gesprochen worden, aber die Entscheidung liegt bei den zu verheiratenden nach dem zweiten Kind.
Gestern nun hat sich unser Bruder entschieden. Die "Schönste", deren Bild er je gesehen hatte, will er heiraten. Die Nachricht wird heute Mittag in den Süden übermittelt und sofort werden die Vorbereitungen dort beginnen. Morgen bricht unser Bruder mit den Seinen auf und wenn er im Süden ankommt, so wird alles vorbereitet sein. Es wird eine lange und beschwerliche Reise sein, bis alle wieder zurückkommen, aber die Jahreszeit ist gut und wenn er ankommt, wird die Sonne wieder ganz in der Höhe stehen.

Wie lange wird es dauern, bis diese Nachricht im Süden ankommt? Wenn wir Glück haben nur eine Stundenglas, wenn es nicht gelingt, dann mit großer Sicherheit Morgen um diese Zeit. Ich sah durch die Zweige und stellte fest. dass die Sonne immer höher gestiegen war.

Gabriel sah mich an, brummte etwas vor sich hin und beeilte sich auf den großen Vorplatz, direkt unter der weißen Wand, zu kommen, vorbei an der Zisterne. Ich ging zur Seite und sah dem Treiben zu.

Gabriel stellte eine Reihe von Männern nach der andern auf. Immer 50 Mann in einer Reihe. Sie waren mit großen schwarzen Tafeln ausgerüstet. Wie Schilde sahen sie aus und sie waren an langen Stangen befestigt. Die Schilde an der Stange trugen sie vor sich her. Aber jetzt sah ich es genauer, die andere Seite dieser Schilde war ja weiß, genau so weiß, sie diese Wand. Jetzt marschierten die Männer im Gänsemarsch unter die Wand und auf ein Zeichen von Gabriel hoben sie Ihre Schilde in die Höhe. Eigentlich sah man gar keinen Unterschied. Die weißen Seiten zeigten nach vorn und reflektierten die Sonnenstrahlen fast genau wie die Wand. Jetzt stellte sich Gabriel wie ein Heerführer vor diese Reihe und begann sich im Rhythmus einer mir bekannten Melodie hin und her zu wiegen. Jetzt stieß er einen lauten Ruf aus und alle Schilder wurden blitzschnell umgedreht. Jetzt sah ich plötzlich ein schwarzes breites Band, welches die Sonnenstrahlen nicht reflektierte. Gabriel wiegte sich weiter und jedes Mal wenn er wieder laut wurde, drehte man die Schilde um. Ja, ich kannte diese Melodie und ich kannte auch den Rhythmus dieser schwarz/weißen Zeichen. Wir hatten sie schon von Kindheit an gelernt und ich las, dass die erste Seite angenommen würde und die Reise sofort beginnt. Das war es. Gabriel verbeugte sich vor den Männern und der Wand und kam zu mir herüber.

Was hättest du nur gemacht, wenn heute zufällig die Sonne nicht geschienen hätte? Ja Morgen ist auch noch ein Tag. Wir haben aber schon seit einiger Zeit Versuche gemacht Signale bei Nacht zu senden. Siehe dort. Er zeige auf die Seite gegenüber der Wand. In eine Entfernung von 100 Schritten war eine große Schale aufgebaut. In Ihr wird ein helles Feuer entflammen. Spezialeffekte waren Sache von Gabriel. Dahinter wurde soeben eine kleine stark gewölbte Wand aufgebaut. Sie zeigt genau auf die große weiße Wand. Erklärt er mir, wie es nachts wirkt, wenn der Feuerschein über diese weißen Wände reflektiert wird. Was aber noch dazukommt, nur ein Mann kann den Strahl mit seinem besonders großem Schild unterbrechen. Es würde aber noch eine Weile dauern bis alles getestet ist. Im Moment nimmt man ein großes schwarzes Tuch und man verspricht sich eine bessere Auflösung und eine größere Entfernung für die Informationen, wenn man die weiße Wand mit dem Tuch abdeckt. Es sei schon getestet und die Apparate, welche das Tuch blitzschnell aufrollen und wieder zusammenrollen, seien gut gebaut worden.
Jetzt können Informationen auch nur von Nord nach Süd gelangen, wenn es aber mit der Feuerscheinspiegelung gelingt, beginnt eine neue Epoche, dann kommen die Informationen auch von Süden nach Norden. Jetzt gibt es so 75 solcher weißen Wände und die Signale fliegen wie Blitze durch die Luft. Sie werden 7 Tage wiederholt, dann bin ich sicher, dass die Kunde richtig in Süden angekommen ist. Ich bin hier der beste Informeter. Ich arbeite an einem Richter der den Strahl umleiten kann. Wenn ich diese Arbeit beenden kann, so wird bestimmt das Licht des Mondes ausreichen, um Signale zu senden. Er griff in die Tasche und zeigte mir einen Kristall. Sehe in dir an, sagte er, an einer Seite habe ich ihn etwas schräg angeschliffen und du wirst bald sehen, wie ein Strahl seine Richtung ändert. Im Süden hat man auch schon daran gearbeitet. Sie haben einen sehr großen Richter gebaut, aber ich glaube, dass er nicht gut und viel zu schwer wird. Ich will viele kleine bauen und bin mir meiner Sache sicher.
Wie weit kann man denn diese Signale sehen? Das ist unterschiedlich. Seit Generationen wurden die günstigsten Möglichkeiten herausgefunden. In der Regel sind es 100.000 Speerlängen. Jetzt wurde ich aber stutzig. Warum sagte er nicht die Entfernung in Metern oder in Kilometer, gegebenenfalls auch in Meile, aber in Speerlängen, oder gar Pferdelängen, die sollte es auch noch geben.

Ich kniff die Augen zu und mich in die Wange. Als ich die Augen öffnete sah ich Gabriel. Er stand neben mit und reichte mit die Wasserflasche. Verwundert stellte ich fest, dass er wieder seine Mütze trug. Wir stiegen, vorbei an den Zisternen in die Tiefe. Gesprochen wurde nicht viel. Ich hatte den Kopf voll mit allerlei Gedanken und da ich nicht so richtig wusste, ob ich geträumt hatte, sagte ich auch Gabriel nichts von der weißen Wand. Auf halben Weg fragte ich etwas schüchtern, sag Gabriel, war die weiße Wand wirklich da? Natürlich sagte er, leider fehlt heute das Geld um alles..., aber wie ich schon immer sage:
"Wir wissen nicht genug!"
Im Jordantal, 400m unter dem Meeresspiegel war es noch heißer als auf dem Berg. Eine unwirkliche, aber geheimnisvolle und faszinierende Gegend.

Am kommenden Tag saß ich mit Gabriele im Schatten einer riesigen Mauer am Rande der Altstadt von Jerusalem. Wir lehnten uns mit dem Rücken an die Wand und ließen unseren Gedanken freien lauf. Den Kopf etwas nach hinten, so sah Gabriele in die schier Unendlichkeit des Himmels und sagte wahrscheinlich nur so vor sich hin:
Früher wanderten die Menschen auseinander heute wanden sie aufeinander zu. Da sagen einige "Weise" die Völkerwanderungen seien eine moderne Erscheinung. Ich könnte auch hoch gelehrt sagen, früher verhielten sich die Menschen extensiv, ja bei der damaligen geringen Bevölkerungsdichte eigentlich die nützlichste Form; und heute verhalten sie sich intensiv. Wobei das mit den Definitionen so eine Sache eist, man muss sich immer gleich festlegen und wie ich immer sage, wir wissen nicht genug. Der Grund für diese Wanderung wird wohl immer der Gleiche gewesen sein, was auch den Anstoß dazu gegeben haben möge. Die Straße, auf der sie gingen und gehen, ernährt nicht alle; und nach eine Pause fügte er hinzu - gut, oder so.

Es trat Ruhe ein. Über seine Pause machte ich mir Gedanken und auch über das Wort "gut". Was gut ist für einen Bestimmten, ist es auch gut für einen Anderen, oder alle Anderen? Worte wie gut, Freude; schlecht, Neid und Habgier - irgendwie ein Problem des Nichtverstehens.

Ich horche in mich hinein und trotz meiner umfangreichen Bildungsjahre, die nicht spurlos vorbeigegangen waren, Verstand ich nicht.

In diesem Moment zog Gabriel seine kleine Bibel aus der Seitentasche. Sie war recht ramponiert. Ich erinnere mich, wie er mit donnernder Stimme aus ihr las, als wir uns mitten auf dem See Genezareth befanden, er das Schiff anhalten ließ und uns einiges zu Ohren brachte, so, das man doch recht nachdenklich wurde. Es stört keinen von uns beiden, dass in seiner Bibel das eine oder andere Wort anders übersetzt war. Für mich eine Nebensache.
Jetzt schlug er Moses auf und vertiefte sich darin. Nach einer Weile sagte er zu mir.

Es muss zu dieser Zeit geschehen sein, als die Menschen sich auf der doch so kargen Straße trennten. Als sie später zusammenkamen wunderte sie sich, dass sie sich doch in den einen oder anderen Dingen gar nicht mehr so richtig verständigen konnten. Da waren gleiche Laute, aber man drückte damit etwas anderes aus und da sah man bekannte Dinge, die man anders bezeichnete und da waren völlig neue Dinge, die man noch nie gesehen hatte und mit denen die anderen auch mit noch so unverständlichen Worten so unbeschwert umgingen.
Da ist es ja mit den Menschen ähnlich wie mit den auseinander Triften den Kontinenten, was sich einstmals trennte, wird sich einmal wieder treffen und gar nicht "wieder erkennen". Dabei sollten doch die Grundstrukturen immer noch zu erkennen sein. Sei es, dass man sich an einer ganz anderen Seite berührt oder dass da und dort etwas abgeschliffen wurde. Wenn man dies alles bedenkt, so sollte man sich eigentlich wieder erkennen.

Bleiben wir bei den Menschen. Heute kommen sie aufeinander zu und können sich nicht verstehen. An erster Stelle behaupte ich, sie wollen sich gar nicht verstehen, denn wo eine Wille ist, sagt er lächelnd zweideutig, da ist auch ein Gebüsch falle ich ihm ins Wort und wir gehen ganz ungezwungen zu einer kleinen Zukunftsbetrachtung über.

Weißt du eigentlich, an welcher historischen Stelle wir hier sitzen, hinter uns ist das berühmte "Goldene Tor". Die einen freuen sich auf die Zeit, zu welcher durch dieses Tor der Befreier einziehen wird, die anderen haben es zumauern lassen. Mir ist es eigentlich egal ob es nun zugemauert ist oder nicht. Wenn einer eine so große Befreiungskraft hat, dann stören diese paar Mauersteine nicht. Als Tor, als Symbol würde es mir auch besser gefallen ohne Mauersteine und durch ein Tor soll man auch hindurchgehen, das ist nun eigentlich sein Bestimmungszweck. Da war Einer mächtiger und hat den Anderen das so gezeigt, ihn also unverständlich geärgert. Gezeigt, wer er ist, was er kann, auch ohne Worte. Sollten sie ihm wirklich gefehlt haben - die richtigen Worte?

Wäre es nicht an der Zeit, dass die Menschen, die sich treffen auch verstehen? Meinst du in Worten? Ja und nein. In ersten Linie sollten sie doch den Willen haben sich zu verstehen, der eine sollte auf den anderen zugehen und im unmissverständlich zeigen was zu zeigen ist. Sollte das denn nicht möglich sein? Als Mose andere Menschen sah, fand er auch Mittel zu zeigen was zu zeigen war und man verstand sich, wenn auch nicht in dem Sinn, den ich gern möchte. Verstehen heißt annehmen, lieben, verzeihen und so viele Worte gibt es dafür und sie sind alle so schön. Um sich wirklich zu verstehen bedarf es des ganzen Menschen. Seine ganze Erscheinungsform sollte er zur Verständigung gebrauchen und es sollte doch gelingen, wenn die Seele dazu bereit und frei ist. Jetzt gab ein Wort das andere. Man sollte diesen Ort, hier, an welchen wir sitzen, wählen. Man brauche dazu viel Geld, man darf am geringen Anfangserfolg und der geringen Anteilnahme nicht verzweifeln. Wenn die Menschen sich verständigen wollen, dann wird es auch geschehen. Ehrlichkeit und Recht und Freiheit, Worte oder Vermächtnis.

Eine Gruppe muss den Anfang machen, muss sich finden. Er machte eine Pause und ich frage, wer sollte in solch einer Gruppe sein? Nur Spezialisten, sagte er schnell, aber Menschen welche sich ganz diese Sache verschrieben haben. Es werden Sammler, Aufbereiter, Tester und Korrektere und ganz wichtig, es werden Verkünder sein. Verkünder die nicht nur etwas sagen, sondern den Boden bereiten, damit dass Gesagte Frucht trägt. Ich begann zu verstehen und Verstand doch so wenig. Er sah es meinen Augen an und sprach schnell weiter.

Denken wir nur an die Sammler. Stell dir vor, was es alles schon gibt was über der so genannten Muttersprache steht, oder besser gesagt nebenher läuft, wir müssen es nur suchen. An was denkst du da? Auch das Muss gesucht werden, aber so auf Anhieb fällt mir doch einiges ein. Das Morsealphabet, die Taubstummensprache. Ja die Darstellung des Menschen, seine Gebärden, die doch soviel sagen. Die Ziffernsprache in der Meteorologie. Ist es nicht faszinierend, das alle zur gleichen Zeit in der Welt in den Himmel schauen und mit wenigen Zahlen allen mitteilen was sie sehen? Sind doch schon Prachtkerle, diese Meteorologen. Denken wir an die Mathematik, an die Musik. Wenn man will, wird man viel Gleichklang finden und nach und nach viele Menschen anregen in diesem Gleichklang zu denken und zu leben. Und eines Tages wird man nicht mehr verstehen, dass man sich nicht verstehen konnte, so einfach ist das.
# # # #
Karl war sich fast sicher - dieser Dunkelhäutige war kein Mensch aus unserer Zeit, es war einer aus einer noch nicht existierenden Zukunft!
# # # #
Gabriel schaute schelmisch zu mir und wir begannen herzlich zu lachen.
Es klingt ganz vernünftig sagte ich und mir fällt ein, dass ein ungarischer Spezialist, ich merkte gar nicht, dass ich schon an die Wortwahl von Gabriel anlehnte, die Zusammenhänge von Form, Farbe, Tönen und Bewegung untersuchte. Ja, sagte Gabriel, solche Spezialisten meine ich, aber, sie müssen mehr als nur das eine wissenschaftliche Handwerkszeug beherrschen, sie müssen dafür und damit leben, begeistern und sie müssen - und das ist nun wieder in meinen Buch gut beschrieben, dabei klappte er seine Bibel zu - sie müssen Apostel sein.

Ich bin davon überzeugt, das man eines Tages uns durch dieses Tor einziehen sehen wird, uns und alle Menschen die sich verstehen und wir werden uns wundern wie wir alle durch dieses kleine Nadelöhr passen. Eigentlich ist die Zeit reif, stimmte ich ihm bei. Er nickte vor sich hin und schob seine Mütze in die Stirn. Jetzt brauchten wir nur noch einen Goldesel und unser Märchen könnte war werden.

######

Karl hatte wiederholt einen neuen Kien angezündet, denn es war sehr spät geworden.
Es war ein Märchen, nur so konnte Karl dies alles deuten, wenn auch da und dort einige Worte tief in ihm eingedrungen waren. Der Fremde erhob sich und fragte ob Karl einen Wunsch habe. Karl antwortete, dass er alles habe was er brauche.
Der Fremde griff in seine Manteltasche und gab dem Karl etwas Glitzerndes. Es war ein Kristall von ganz besonderer Reinheit und einer ganz besonderen ungewohnten länglichen Form. Dabei sagte er:

" Eines Tages wirst du mit diesem Kristall noch gut umzugehen verstehen. Wenn du ihn gegen die Sonne oder bei Nacht gegen den Mond hältst, so wird das Licht welches er dann an der Gegenseite ausstrahlt noch in großer Entfernung zu sehen sein. Vielleicht kann es dir Dienste tun, wenn du einmal auf normalen Wegen dein Ziel nicht erreiche kannst und ein Signal über große Entfernungen hinweg dir von Nutzen ist. Aber es sollte schon sehr wichtig sein."

Karl bedankte sich. Der Fremde strich dem Hund noch einmal, über den Rücken und ging, wie er gekommen war, der Hund sah Karl etwas unsicher an, als dieser ihn aber freundlich anlächelnde legte er sich wieder nieder.

Karl betrachtete der Kristall noch lange und stecke ihn dann in einen alten Mantelsack der neben dem Kamin hing.



Der Überfall und wie aus Melchior - Johann wurde.

Es war Herbst, ein regnerischer Herbst. Dieser Regen machte den dichten Wald zwischen Steinbach, dem heutigen Chemnitz und Freyberg noch dunkler. Ein Bär trottete lustlos im Quer Tal der Lößnitz flussaufwärts. Die Wölfe hatten sich schon in Rudeln gefunden und ließen sich auffällig häufig hören. Luchs und anders Grobzeug hatten sich stark vermehrt.

Noch aus einem anderen Grund wurde dieser Teil des "Schwarzen Waldes" gemieden. Der "Wilde Hans" hatte sich seiner Lieblingsbeschäftigung der Jagd immer mehr verschrieben. Er war ein Hüne von Gestalt; und Ritter aus dem Geschlecht der Schellenberger, zumindest nannte er sich so. Dabei nahm er alles mit, was ihm begegnete. Er hatte eine Lust daran, Kaufleute auszuplündern, ja sogar einzelne Wanderer stellte er auf den Kopf und leerte ihre Taschen. Er war ein unbeliebter Geselle und trug immer mehr dazu bei, dass die auf dem Schellenberg gemieden wurden.

Ein hoch gepackter und mit einer Plane überdeckter Wagen quälte sich durch den Wald aus Westen kommend nach Osten in Richtung Freyberg. Der Kaufmann Ranius aus dem Frankenlande hoffte auf einen guten Handel in der "Silbernen Stadt" und wollte weiter in die von Wikingern gegründete Stadt Julin bzw. Wollin.

Das Vorwärtskommen wurde immer beschwerlicher. Heftige Regengüsse hatten Rösser und Menschen schon stark zugesetzt. Der Weg wurde fast unpassierbar. Die Räder sanken immer weiter ein. Jetzt steckte das linke Hinterrad soweit im Schlamm, dass es trotz aller Anstrengungen nicht mehr herausgezogen werden konnte.

Ranius ließ eine Pause machen um genügend Unterlagen zu besorgen, damit der Wagen wieder flott gemacht werden konnte. Er hatte fünf Angeworbene und zwei Knechte, die ihn sicher durch den Wald geleiten, dazu einen Knaben, Melchior den Fürstensohn vom Bodensee der weit im Westen, am Ende des Schwarzen Waldes lag. Diesen Sprössling, den Knaben Melchior, sollte Ranius zum Bruder des Fürsten nach Julin bringen. Mit acht Mann und dem schon recht tüchtigen Knaben fühlten Sie sich doch recht sicher.

Da krachte es im Gebüsch. Schnell ergriffen alle ihre Waffen, aber schon war es zu spät. Wie der Blitz sauste der "Wilde Hans" mit eingelegter Lanze auf seinem starken knochigen Pferd heran, hinter ihm seine zwanzig Reisigen, die sich alle als "Krone" der Ritter fühlten. Noch ehe die Begleiter des Wagens Zeit hatten, sich zur Wehr zu setzen, sank Ranius tot zu Boden, durchbohrt von der wuchtigen Lanze des wilden Hans. Ein Teil der "Weggehilfen" nehmen Reißaus, ein geringerer Teil mit den überdurchschnittlich starken Knaben Melchior in ihrer Mitte setzte sich zur Wehr, aber nach und nach drängten die Reisigen sie immer mehr zusammen. Melchior gelangte hinter einen Findling, konnte seinen Gegner niederschlagen, und zog sich in den dunklen Wald hinein. Alle anderen wurden gebunden und mit den Gütern des Wagens auf den Schellenberg gebracht. Dies war eine reiche Beute und der Wilde Hans und seine Kumpane, denen sich auch zwei der Begleiter des nun toten Kaufmannes Ranuis anschlossen, feierten sieben Tage auf der Burg zu Schellenberg, das man es bis weithin vernahm.

Ranius und zwei der Knechte lagen tot neben dem umgestürzten und ausgeplünderten Wagen. Sie wurden bald von einigen Mönchen aufgefunden und auf der Anhöhe begraben.

Melchior hatte die ganze Nacht in einem aufgegebenen und nicht abgebrannten Meiler zugebracht. Er wurde vor einigen Hunden aufgestöbert, die er sich aber vom Leibe halten konnte bis ein etwas düster dreinschauender muskulöser Bursche oder besser gesagt ein Hüne von unbestimmtem Alter die Hunde zurückpfiff und sich des Knaben annahm.

Dieser Hüne war kein anderer als der Henker vom Schellenberg. Es ist eine andere Geschichte, dass er später auch den "Wilden Hans" richtete. Der Melchior kam nach einiger Zeit dem Karl schon ganz recht, denn er zerbrach sich schon seit langer Zeit den Kopf darüber, wie er seine Tochter unter die Haube bringen sollte. Er, der Henker, seine Tochter ein Findelkind, aber in Wirklichkeit das Kind, ...., aber auch das ist wieder eine andere Geschichte.

Die Geschichte ...auch wie Melchior als Johannes auf die Burg derer von Au auf den Schellenberg kam, ist wirklich eine verschlungene Geschichte.

(Johann wurde auskuriert und zu Gunther gebracht, denn zwei Kinder bei Karl - das ging nicht. Dort lernte er viel und kam in Dienst auf den Schellenberg. Dem wilden Hans war der Prozess gemacht worden. Er wurde hingerichtet. Grund war der Mord an Ranius, den die Mönche dem Richter hinterbracht hatten. Jetzt hatte der Landesherr Handlungsbedarf. Als er erfuhr, dass der Besitzer von der Au die Burg nicht übernehmen wolle setzt er einen Neffen, auch einen von der Au, ein.)


Der Knecht

Prachtvolle Pferde, die im Stall derer von der Aue am Schellenberg standen. Johannes der Knecht war die treue Seele auf dem Hof. Er war beliebt und hatte überall Freunde, sowohl auf der Burg Schellenberg als auch außerhalb derselben.
Er war recht gern gesehen, im Dorfkrug, neben dem Gerichtshof auf dem Schellenberg. Johannes sah gut aus, fand sich überall zurecht und hatte für Jedermann ein gutes Wort. Die Mädchen waren ihm besonders gut und er verdrehte mancher Schönen den Kopf.
Am liebsten ging er in den Wald. Dort fühlte er sich am Wohlsten. Besonders dem alten Köhler war er angetan. Johannes erinnerte sich gern an seinen Ziehvater, zu dem der Schwarze Karl ich gebracht hatte, und von dem er seinen Namen erhalten hatte. Dort war er aufgewachsen und er liebte den Geruch von Tann und Teer und die grenzenlose Freiheit.

Es waren nicht nur die etwas wuchtige Gestalt und die hellen Locken, die Jonannes von den Anderen unterschieden, es war vor allem sein gutes Herz. Natürlich sind die Hermundoren, die Waldmenschen, etwas derbe Gesellen aber Johannes brauchte sich auch nicht zu verstecken, was den Umgang mit diesen betraf. Er konnte tüchtig mithalten wenn es in der Bergstadt zu einer Rauferei mit den Bergknappen kam oder gar der Pfaffe die derben Lieder der Köhler rügte und dabei natürlich sofort die volle Zustimmung der Knappen bekam. Im Handumdrehen war die schönste Schlacht im Gange, und wenn die Brüder dann recht zufrieden nach Hause gingen wurde tüchtig auf die Pfaffen geschimpft. So mancher Knappe musste sich beim Bader seine Blessuren richten lassen, und er, Johannes ging immer recht unbeschadet aus diesen Prügeleien hervor. Er war nicht nur stark, er war vor allem sehr gewandt und machte nichts Unüberlegtes. Aber Ungerechtigkeit konnte er nicht vertragen und da sprachen seine Fäuste eine gewaltige Sprache mit den Missetätern.


Johannes hatte einen Gang mit dem Oheim gemacht und nun saßen sie am Wildbach und der Oheim zwinkerte in die Sonne. Er freute sich über die Erfolge von Johannes sagte aber das nicht so direkt. Immer lernte Johannes etwas dazu und war wohl schon ein recht guter Schwert- und Degenfechter geworden. Aber das war für ihn eine Liebelei und keinem lies er davon etwas anmerken. Er konnte sich auch getrost auf seine Fäuste verlassen.

Heute hatte er seinen freien Tag und er saß bei seinem Oheim dem Köhler am Wildbach im Lößnitztal. Der Alte hatte eine kleine Hütte und brannte nur noch Holzkohle für die von der Au auf dem Schellenberg. Ab und zu kam ein Gehilfe von der Burg aber wen es sich einrichten lies, dann kam Johannes gern und ging dem Alten zur Hand. Der Oheim hatte ihn auch als Knecht bei denen von der Au empfohlen und er hatte es gut getroffen als Herr über die acht herrlichen Pferde.
Beim Oheim fühlte er sich wie zu Hause und er lernte von ihm auch einiges, was man von einem Köhler nicht unbedingt erwartete. Der Oheim war ein ausgezeichneter Fechtmeister gewesen und an Gewandtheit konnte er es noch heute mit manchem Jungen aufnehmen. Es war für ihn schon ein derber Schlag. als er aus dem Thüringischen verbannt wurde, da er neben der Fechtkunst auch die Kunst der Rede beherrschte, aber seine Worte nicht gefielen. Und es wurde schnell ein Anlass gefunden, dass er bei einem verbotenen Duell die Hände im Spiel gehabt hätte. Der Oheim hatte sich zuerst bei seinem Bruder dem Hermunden verdingt und war dann an den Wildbach ins Lößnitztal gezogen, um hier in Ruhe und Zufriedenheit seinen Lebensabend zu verbringen. Er war es, der den Zögling vom Schwarzen Karl als Johannes auf dem Schellenberg unterbrachte, denn er war dort ein angesehener Mann, wenn er auch nur die Kohle lieferte. Er wurde um manchen Rat gefragt und hatte auch so mach geheime Sache zu machen.
So oft es ging besuchte Johannes den Oheim und übte sich bei ihm in mancherlei Dingen.
Der Oheim hatte ja einen Freund, einen Einzelgänger, der auf der Nordseite des Lößnitztales oberhalb des Waldrandes seine Hütte hatte und diese vor neugierigen Blicken zu schützen wusste. Auch der Weg zu ihm war nicht einfach zu finden und durch natürliche und künstliche Hindernisse versperrt. Johannes war in diese Geheimnisse eingeweiht und er wusste auch von der Last des Einsiedlers. Er wurde von allen gemieden und doch immer wieder gebraucht. Es war der Henker vom Schellenberg. Johannes und der Oheim machten sich gerade auf den Weg zum Schwarzen Karl, so wurde der Henker allerorts genannt und jedes Kind hatte Angst vor diesem Namen. Die Bürger machten um dieses Nordseite des Lößnitztales von sich aus einen großen Bogen und der Schwarze Karl hatte auch dafür gesorgt, das nicht zufällig einer über sein Häuschen stolperte. Unheimliche Dinge wurden aus dieser Gegend erzählt.
(Siehe auch als nächstes eine Sage, die der Schwarze Karl eifrig schürte.
Die Teufelsbrücke bei Hetzdorf.)
Der Weg führe steil bergan. Ein Felsen versperrte dann den Weg und nur durch eine kleine Öffnung kam man hindurch. Ein besonders großer Hund hielt ständig die Wacht an diesem steinernen Tor. An diesem Felsen war ein Ratsplatz, danach fehlte jeder Weg und Steg. Der Oheim kannte den Weg zur Hütte und auch Johannes folgte ihm nicht zum ersten Mal.
Der Schwarze Karl wirkte auf den ersten Blick wirklich Furcht einflößend. Über seinen etwas stechenden Augen hingen dichte Brauen und das Haupthaar hing in langen schwarzen Strähnen bis über die Schultern. Er war groß und von stämmiger Statur. Wenn man genau hinsah erblickte man Augen die recht liebevoll den ankommenden entgegensahen. Auch die Hunde hatten nur kurz angeschlagen, denn sie kannten die Ankömmlinge gut. Jetzt gab der Oheim und Johannes dem Schwarzen Karl die Hand und man setzte sich vor die Hütte.
Eine kleine Kapelle stand neben der Hütte, ein Stall und ein Speicher sowie ein kleiner Hain gehörten zu seinem Anwesen. Ihm, den "Schwarzen Karl", gehöre der ganze Waldstrich zwischen dem "Eisernen Tor" und dem Flecken Metze.

Auf der Gegenüberliegenden Seite des Tales konnte man in der Abendsonne die Umrisse der Burg auf dem Schellenberg erkennen. Karl, brachte frischen Met und Brot und einen gossen Stück Bärenschinken. Andächtig aßen Sie und in der guten Waldluft schmeckte es sehr gut. Johannes ging anschließend wie so oft nach Metz hinüber und holte dort einige Dinge, welche Karl brauchte. Diesmal waren es Seile und etwas Tuch, einen Sack Roggen und ein kleines Fass Salz.

Als er zurückkehre saß der Oheim und Karl vor der Tür und rauchten in aller Ruhe ihre Pfeifchen. Johannes wusste von den kleinen und größeren Geschäften die Karl tätigte. Dieser war nicht arm und verleiht das eine oder andere Sümmchen, und der Oheim war der Vermittler in diesen Geschäften.

Ein schöner Tag ging zu Ende. Johannes musste sich sputen, denn mit dem Sonnenuntergang musste er wieder auf der Burg sein. Als er zur Burg kam, sah er nach den Pferden, die aber gut von seinen Gehilfen versorgt waren. Karl genoss einige Privilegien, ohne das er dies besonders herausstellte. Diese verdankte er seinem Fleiß, seiner Aufmerksamkeit und seiner guten Beziehung zum "Lößnitztal".

Als er zum Gesindehaus ging wurde er vom Burgknappen angerufen. Es war außergewöhnlich um diese Zeit, aber es kam vor dass der Graf auch zu später Stunde noch Wünsche hatte. Johannes tauschte schnell sein Köhlerhemd mit dem Dienergewand und ging zu den Gemächern in die der Graf ihn hatte kommen lassen. Er bekam den Auftrag wieder einen Bodengang zum Henker mit einem Termin für eine besondere Hinrichtung zu unternehmen.


Die Teufelsbrücke bei Hetzdorf (aus Sagen von Oederan)

Am rechten Ufer der Flöha, unmittelbar hinter der Bastei, ist der Abhang noch in heutiger Zeit mit mächtigem Steingeröll bedeckt. Der "Leibhaftige" persönlich soll hier gewütet haben:
Vor langer Zeit einigte sich der Müller an der Flöha mit dem Teufel auf einen Vertrag. Demnach hatte der Teufel eine steinerne Brücke über den Fluss zu bauen. Gelänge ihm dies in nur einer einzigen Nacht, hätte er Anspruch auf die Seele des Müllers. Wenn es der Teufel allerdings nicht schaffen würde, das Bauwerk bis zum ersten Hahnenschrei zu errichten, sollte die Vereinbarung hinfällig sein.
Als der Abend dämmerte, begann der Teufel schwere Steine aufzutürmen. Der Bau ging rasch voran. Bereits kurz nach Mitternacht ging das Werk dem Ende zu. Den Müller packte die Angst. Er bereute den Vertrag. Eilig suchte er nach Möglichkeiten, seine Seele zu bewahren. Rettung fand er im Hühnerstall. Er packte den Hahn und riss das arme Federvieh aus seinem Schlaf. Das erschrockene Tier krähte aus vollem Hals. Der bis dahin siegessichere Teufel schreckte auf. Ein Hahnenschrei zu solch ungewohnter Zeit konnte nur Betrug sein. Gleichwohl musste er sich der Abmachung fügen. Wütend riss er sein Bauwerk ein.

Die Hexe und ihre Joule

Wieder einer jener Hexenprozesse. Sie saß in ihrer Zelle und zermalmte sich den Kopf darüber, was man ihr vorwarf. Sie wollte den Menschen nur Gutes tun, nur helfen. Vom Rhein war sie gekommen und sie hatte eine gute Lehrmeisterin gehabt. Gegen jedes Leiden suchte sie ein Mittel und sie hatte viele gefunden. Sie wusste um die tödliche Wirkung von Mitteln und sie wollte sie nie gegen Menschen einsetzten.
Vor kurzem kam eine junge Frau zu ihr. Sie war unheilbar krank und lebte unter unerträglichen Schmerzen. Jetzt sollte sie in den Kerker, da sie einen Edelmann als Vater ihres Kinder, der kleinen Joule, angegeben hatte und dieser Nichtsnutz hatte nichts Eiligeres zu tun, sie als Hexe zu denunzieren. Jetzt saß sie vor der Heilerin Ottini und wollte alles auf sich nehmen aber nicht als Hexe verurteilt werden. Sie sah ihren Gott greifbar vor sich und wollte lieber zu ihm als in den Kerker.
Der Tod zeichnete die junge Frau zunehmend und sie wand sich in Schmerzen. Da konnte Ottini nicht anders als sie zu erlösen und schenkte Ihr ein Fläschchen mit einer Überdosis, also einem Gift - und nun saß Ottini selbst im Kerker. Ja, sie war im Sinne des Gesetzes schuldig und sie wollte mit erhobenem Haupt dazu stehen, aber da war eine Sache, die ihr arg zu schaffen machte. Die kleine Joule, die Ihr anvertraut war, hatte sie bei sich und wusste nicht, wie sie Joule retten könne.


Hexenprozess

Der Prozess war zu Beginn reine Routine. Als aber der Ölmüller aus dem Lößnitztal überzeugend darlegte, dass er bezeugen könne, dass die Verstorbene sich selbst das Leben genommen habe, kam doch Zweifel auf. Wie so oft in dieser Situation sollte das Gottesurteil entscheiden. Und zwar der Situation angemessen, durfte Ottini zwischen zwei Kelchen wählen, die völlig gleich aussahen; und einen, den sie selbst auswählte, austrinken. Einer dieser Kelche war vergiftet. Wenn sie den mit dem Gift auswählte, dann starb sie, wenn nicht, so war sie unschuldig.
Standhaft nahm sie den Urteilsspruch entgegen, bat aber um die Gunst um einen Aufschub von einem Tag. Dies wurde Ihr gewährt. In dieser Zeit hatte sie eindringlich mit dem Müller gesprochen und ihn gebeten Joule zu sich zu nehmen, wenn sie sterben sollte. Der Müller Gunther sprach mit seinem Bruder, dem Schwarzen Karl und der war bereit die Joule aufzunehmen. Später konnte sie doch als Magd in der Mühle Dienst tun, aber erst sollte sie eine gute Kindheit beim Karl genießen dürfen. An Geld mangelte es nicht und im gut geschützten Anwesen des Schwarzen Karl durfte sie gut behütet heranwachsen und viele nützlichen Dinge lernen. Der Müller Gunther und der Karl wollten diese Aufgabe gern übernehmen.
Gunther durfte sie gleich mitnehmen und Joule kam zum schwarzen Karl, der sie liebevoll, mit Gunther zusammen, aufzog.

Ihre Mutter und auch Ottini hat Joule nicht wieder gesehen. Ottini hatte den Becher mit dem Gift ausgewählt und war unter schweren Krämpfen nach einigen Stunden verstorben.
Joule wurde ein hübsches Fräulein und ging ihrem "Vater" tüchtig zur Hand. An die Besonderheiten ihres Vaters und des Oheims Gunther hatte Sie sich gewöhnt. Ihr Reich war ja auch groß genug. Mit dem Hunden konnte sie im Wald überall hingehen bis die Hunde stehen blieben und sie umkehren musste, aber zu Anfang was das mehr als genug. Als sie nun größer geworden war, wollte sie schon gern wissen, was jenseits des steinernen Toren zu sehen sei.



Joule und ihre heimliche Liebe

Joule war der Meinung, dass sie viele Leute kannte. Da war der Müller, mit dem Ihr Vater so gern ein Pfeifchen rauchte, ab und zu kam auch eine Muhme mit, und der Köhler kam ab und zu vorbei. Neulich kam sogar ein Fremder, der so ganz anders aussah, Jenseits des Tores, welche sie nicht überschreiten durfte, dafür sorgen nicht nur das Verbot ihres Vaters, sondern auch die getreuen Hunde, durfte Sie nicht. Einen Schmied und einen Sägemüller hatte sie auch einmal gesehen.

Sie war ein schönes, lustiges Kind und nun schon ein gescheites Mädchen. Ihr Vater Karl der Oheim und die Muhme hatten Ihr sehr viel beigebracht. Sie konnte aus dem großen Buch der Bibel lesen, Sie spielte Flöte so gut, dass die Vöglein und alle Tiere des Waldes gern zuhörten. In der kleinen Kapelle in der Sie dicht an Ihren Vater gelehnt gerade platz fanden durfte sie beten, und singen konnte sie wunderschön, sogar in einer fremden Sprache. Der Müller brachte ab und zu eine Base mit, die Ihr lernte Flachs zu spinnen, die Fäden zu verarbeiten und Tuch daraus zu fertigen. Herrliche Muster zierten die schönen Schürzen und Blusen und die Röcke, welche zu Beginn immer schwarz aussahen. Jetzt waren sie immer mit lustigen Blumen bestickt.
Sie kannte viele Kräuter und wusste sie anzuwenden.
Immer wenn der Mond wechselte ging ihr Vater für einige Stunden auf Wanderschaft, wie er sich ausdrückt und kehre immer mit herrlichen Dingen zurück, bunte Bänder, Spangen, herrliche Tücher und sie freute sich immer, mit was er sie überraschen würde, zuletzt war es eine neue Schere.
Sie kannte sich in Ihrem Reich gut aus, es war riesig groß. Am Liebsten spazierte sie im Park, so nannte der Vater das Waldstück im Westen, den er für Sie angelegt hatte. Herrliche Bäume spendeten kühlen Schatten und einige Laubengänge luden zum träumen ein.
Sie hatte ein herrliches Leben.

Große Aufregung herrschte allerdings, wenn das Signalhorn ertönte. Ihr Vater eilte daraufhin zum eisernen Tor. Aus der Ferne schaute sie heimlich zu, wenn er mit den bunt angezogenen Herren, die auf ihren Pferden sitzen blieben, sprach.
Einmal sah sie einen schlicht gekleideten jungen Mann mit dem Vater sprechen. Unwillkürlich wollte sie sich Ihn näher ansehen, aber da hatten die großen schwarzen Hunde sofort etwas dagegen. Sonst waren sie sehr lieb, aber wenn sie sich dem eisernen Tor näherte verstanden sie keinen Spaß.
Aber gern hätte sie diesen jungen Mann doch einmal aus der Nähe gesehen.

Lange überlege Sie wie sie es anstellen könnte. Sie schaffte es wirklich. Den größten und klügsten der Hunde hatte sie nach und nach verwöhnt, und ihn dabei wirklich richtig lieb gewonnen.

Er stupste sie nur immer an wenn sie etwas verbotenen tat und bellte nicht mehr.
Mit ihm wagte sie sich an das Tor, durchschritt es, und fand sich, vor Angst am ganzen Leibe zitternd, auf einer Aussicht. Heute nennt man sie "Hetzdorfer Bastei". Von hier oben schaute sie in die weite Welt, die Ihr zu Füßen lag. Ein riesiges Tal breitete sich aus und ganz unten ein schäumendes Wasser, welches in stillen Nächten manchmal zu hören war.

Als der junge Mann wieder einmal am Tor erschien war, konnte sie Ihm folgen und er gewahrte sie und freute sich über ihr schönes Angesicht und ihre anmutige Gestalt.

Von nun an trafen sie sich öfter auf der Aussicht und Johann, wie er hieß, erzählte ihr von der großen weiten Welt.
Ihr Vater merkte bald, dass Joule nervös geworden war und viele Dinge ansprach, die er ihr nicht beigebracht hatte.

Er kam mit seinem Freund dem Müller überein, dass es nun an der Zeit war Joule nach und nach an die Welt zu gewöhnen. Jetzt durfte sie ab und zu in der Mühle aushelfen. Das machte ihr zu beginn Angst. Nach und nach gefiel Ihr es immer besser, vor allen deshalb, da Johannes auch ab und zu die Mühle besuchte.





Johannes und seine Joule.

Melchior jetzt Johannes, lernt die schöne Henkerstochter lieben, sie treffen sich oft heimlich am Steinernen Tor und später in der Mühle. Gleich nach ihrem ersten Treffen auf der Aussicht wollte Johannes seine Joule entführen, aber er bekommt sie zur Frau, nachdem er die ganze Geschichte begriffen hatte.
Melchior, lebte einige Zeit mit seiner Joule beim schwarzen Karl und später beim Köhler über dem Lößnitztal. Als sein Prinzipal, der Köhler im Tal begraben wurde, baute er mit Hilfe der Mönche, welche ein Denkmal über den Gräbern von Ranius und seinen Knechten errichtet hatten, eine Hütte. Aus der Hütte, welche sehr Wehrhaft angelegt war, wurde nach und nach eine Herberge in der Melchior mit seiner Frau und den Mönchen, müde Wanderer verpflegten. Bald kam eine Schmiede hinzu, um die sich einzelne Leute ansiedelten, so dass schon nach acht Jahren ein kleines Dörflein entstanden war, welches man nach der Inschrift des Denkmales "Eddaran" nannte.








Nachwort

Um den Aufbau dieses Dorfes Eddaran, welches günstig auf halben Wege zwischen Chemnitz und Freiberg lag, noch mehr zu fördern, verlieh der Markgraf Dietrich im Jahre 1220 den Mönchen von Eddaran einige in dieser Gegend fündig gewordene Silbergruben. Mit dem Erlös sollten sie das Leben und den Schutz der Ansiedler verbessern. Die Mönche hatten ihr altes Kloster verlassen, und sich in der Nähe des Dörfleins Eddaran, da wo jetzt die Stadtkirche von Oederan steht, niedergelassen. Eddaran - Oederan wurde 1228 als Stadt bekannt und erhielt 1245 von Heinrich dem Erlauchten das Stadtrecht.
F. W.

Die angeführten Orte sind heute noch zu finden. Die Geschichten und die Personen sind Sagenhaft.
(* gescheiterter Kreutzzug, nur örtlich bekannt als die, "Gepressten".)

Markgraf Ziehvater Alberich, Oheim, Burgvogt von der Au
Otto Köhler Gunther ist Graf Albert +Elisabeth+,
Henker
Schwarzer Karl
Sohn des Au

Wilder Hans
Sohn des Au

Müller Gunther
Sohn von des Au

Knecht, 30 Jahre,
Melchior = Johann
Vom Bodensee

Henkertochter Joule,
Tochter einer Hexe


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